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Mittwoch, 6.Okt 2010, 08:40

Resurrection Day Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 5
Mitglied seit: 19.03.2010
Es geht los
Hallo,
in 1std. fahre ich los richtung klinik. Ich möchte diese Zeit nutzen um mich für die nächsten 8 Wochen zu verabschieden. Meine ersten Gedanken sind,wenn ich dort angekommen bin, was ich dort antreffen werde. Was für Menschen werde ich treffen mit welchen Problemen. Werde ich mich mit meine Zimmerkollegen gut verstehen und was sage ich denen wenn die ersten mich fragen warum ich hier bin. Werde ich mein Problem allgemein darstellen oder eher detailliert ?. Werde ich mich dort wohlfühlen und mich dort gut aufgehoben fühlen oder eher denken, wo bin ich den hier gelandet? Das sind meine Gedanken kurz vor der Anreise
Bald werde ich da sein und wissen wie es in der Klinik so aussieht.Ich hoffe dass ich viel Nutzen vom Klinikaufenthalt ziehen kann und dass ich mich dort Wohl fühlen werde.

Tschüss und bis in ca. 8 Wochen

LG

Ressurection Day
Mittwoch, 13.Okt 2010, 12:43

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
gute Gedanken
Hallo,
auch wenn Du bereits in der Klinik bist und diese Zeilen momentan gar nicht lesen kannst, will ich hier meine positiven Gedanken für Dich niederschreiben, damit sie Dich erreichen und in Dir wirken können:

Du wirst offen sein für alles, was auf Dich zukommt.
Du wirst Dich aufgenommen fühlen von den anderen.
Du wirst den Mut haben, Deine Geschichte zu erzählen.
Du wirst neugierig sein auf das, was Du erfahren und lernen kannst.
Du wirst die Zeit nutzen, um intensiv und motiviert an einer grundlegenden Veränderung zu arbeiten.
Du wirst Deinen Heilungsprozess aktiv und voller Selbstvertrauen in Deine Hände nehmen.

Ich denke an Dich, begleite Deinen Weg und freue mich sehr auf Deine Rückmeldung, wenn Du "wieder da" bist.
Merle
Samstag, 11.Jun 2011, 17:19

Resurrection Day Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 5
Mitglied seit: 19.03.2010
Hallo Forum,

es ist schon fast 9 Monate her dass ich in diesem Forum geschrieben habe. Wie schnell die Zeit vergeht, daran musste ich denken als ich mir gestern in Erinnerung gerufen habe was in den 30 Jahren meines Lebens passiert ist. Ich hatte schon vor im Dezember von meinem Klinikaufenthalt zu erzählen, da ich aber unzufrieden mit dem Ergebnis bin, habe ich es gelassen einen Kurzbericht über meinen Reha-Aufenthalt zu schreiben. Meine Reha war vom 6.Oktober bis 23.Dezember und es war ein Enttäuschung für mich, keine oder sehr wenige Einzelgespräche und in der Gruppe hatte ich auch zu wenig Gesprächszeit. Dauernd wechselnde Therapeuten wegen Krankheit/Urlaub und zu wenig Kontakt zwischen Therapeuten/Patienten, damit da was passiert. Es was eher ein Selbsttherapiekonzept der therapeutischen Gemeinschaft dass ich auch zu Hause mit ein paar Freunden durch regelmäßige Treffen hätte haben können.
Was ist nun seit dem 23 Dezember 2010 mit mir passiert ?
Es hat sich nichts geändert, mein Leben ist wie zuvor.
Vom 26- 30 Dezember habe ich an einem Schachturnier teilgenommen, das ich gewonnen habe. 300 € und Pokal gab es dafür. Das hat dann mein Schachspiel- und Spielsrärkeverbesserungssucht angekurbelt. Was ist das für ein wunderschönes Gefühl der Anerkennung und des Respekts wenn jeder zu dir kommt und dir zum Turniergewinn gratuliert und dir sagt dass du gute Partien gespielt hast ? Der Turniergewinn hat gesorgt dass ich mich wieder intensiv mit Schachtraining beschäftigt habe . Außer dem stundenlangen Spielen in Onlineschachservern habe ich mit der Schachlernsoftware chessimo ca. 100-200 Taktikaufgaben täglich gemacht. Außerdem auch der Kauf von Schachbüchern ( was zu einem Kaufrausch ausarten kann), wo ich mangels Liquidität mich eher zurückgehalten habe und im Jahr 2011 erst 3 Bücher gekauft habe.
Bei mir ist es momentan ein Wechselspiel zwischen Browsergames und Onlineschach/Schachtraining, wobei Schach die Oberhand hat. Habe auch 1-2 neue Browsergames ausprobiert, mit denen ich aber nach 1-2 Wochen wieder aufgehört habe. Fakt ist dass ich nach der Reha genau so viel Zeit vor dem PC/ Im Internet verbringe wie vor der Reha.
Im März habe ich mich bei ALG 2 gemeldet und mich um einen Ausbildungsplatz beworben, leider bis jetzt erfolglos uns seit 3 Wochen mache ich eine Job über Zeitarbeit als Verkäufer von Saisonfrüchten, dadurch hat sich meine PC-Nutzungszeit halbiert. Ich habe auch einige Kilos zugenommen, da ich ständig am Futtern bin durch die Unruhe, Stress und den zwanghaften Drang den ich in mir spüre. In der Reha hatte ich geplant von zu Hause auszuziehen und mehr Sport wegen meine Rückenbeschwerden und dem Übergewicht zu machen. Leider ist das verflacht, da ich mich unsicher fühle und kein Selbstvertrauen habe sowie den Mut das durchzuziehen. Es ist die Verantwortung für mein Leben die ich übernehmen sollte wovor ich mich immer drücke und zum PC flüchte sobald ich mich mit der Realität auseindandersetze und mich unwohl und traurig fühle.
Seit ca. 1 Monat habe ich eine Verhaltenstherapie angefangen und hoffe dass ich damit in Schwung komme. Außerdem suche ich einen neuen Psychiater da mein alter nicht viel geholfen hat. Neulich habe ich mich noch bei der Telefonseelorge angemeldet. Ich hoffe durch regelmäßige Gespräche und Email-Kontakt immer wieder daran erinnert zu werden was ich vom Leben will und was zu tun ist sowie die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen und das flüchten zum PC zu stoppen, was keine leichte Aufgabe ist. So weit zu meinen Stand der Dinge.

Ich wünsche allen schöne Pfingsten


Sonntag, 19.Jun 2011, 20:18

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
kleine Schritte
Hallo Resurrection Day,
auch wenn Deine Zeilen eher enttäuscht klingen, freue ich mich doch über Deine Rückmeldung. Es ist schade, dass die Zeit in der Klinik nicht so ergiebig für Dich war, wie Du Dir das gewünscht hast, aber ich habe dennoch das Gefühl, dass Du weiter gekommen bist. Gerade im letzten Abschnitt Deines Beitrags schilderst Du doch einige Aktivitäten, die Du in Angriff genommen hast, um Deine Lebenssituation aktiv zu verbessern. Das ist ein himmelweiter Unterschied zu der Lebensverfassung, in der Du Dich vor Antritt Deines Klinikaufenthaltes befunden hast. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es einem selber gar nicht so bewusst ist, was sich da innen drin bewegt, wenn man an Gruppen- und Einzeltherapien teilnimmt. Vielleicht war auch Deine Erwartung zu hoch und hast Du Dir eine spürbarere und sichtbarere Veränderung gewünscht? Gerade die Dinge, die tief greifen und umfassend in uns arbeiten, brauchen eine Weile, um zu wirken und sich in uns zu entfalten. Deine Verhaltenstherapie wird ihr Übriges dazu tun, der neue Psychiater und die Seelsorge - alles kompetente Helfer, die Dir zur Seite stehen und Dich auf Deinem Weg begleiten. Die Hauptperson und der Haupthandelnde bist jedoch Du. Es liegt in Deiner Hand, zusammen mit ihrer Hilfe, Schritt für Schritt und mit viel Geduld Dein Selbstwertgefühl aufzurichten und Dir ein Umfeld zu schaffen, das Dir allmählich ein befreiteres Leben ermöglicht. Du hast Deine Situation so klar erkannt und weißt mittlerweile sehr gut, an welchen Punkten Du ansetzen musst. Vertrau auf Dich, dass Du es meistern wirst, auf diesem schweren Weg weiter zu kommen.
Ich wünsche Dir zu Deinem neuen Lebensjahr ganz viele kleine Erfolge, die Dir Mut machen.
Merle



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