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 Foren zum Thema Mediensucht / Betroffenen-Forum
        Mein Leben mit Angst und Sucht

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Freitag, 19.Mär 2010, 12:50

Resurrection Day Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 5
Mitglied seit: 19.03.2010
Multisucht ? Was tun ?
Hallo,
ich hoffe das ich mit meinem Forumsbeitrag hier richtig bin. Ich habe mir lange überlegt ob ich meine Geschichte hier öffentlich machen soll. Meine Situation lässt mir aber keinen Spielraum. Ich hoffe viele hilfreiche Antworten und gute Tipps zu bekommen. Da der text mehr als 5000 Zeichen hat , habe ich die Geschichte in eine pdf-datei angehängt

Viele Grüsse Angst und Sucht
Anlagen
MeinLebenmitAngstundSucht.pdf   ( 314 x heruntergeladen | 29,3 KB )
Freitag, 19.Mär 2010, 14:45

Team-ch Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 69
Mitglied seit: 07.06.2009
Es wird einen Weg geben
Hallo,
wie du vermutet hast, haben wir den Beitrag ins Betroffenen-Forum umgesetzt.
Es ist gut, dass Du Deine Geschichte aufgeschrieben hast. Wir wollen uns um Hilfe bemühen, gib uns etwas Zeit. Schreib uns bitte per PN Deine Postleitzahl.
Wichtig ist aber erst mal, dass Du die Möglichkeit hier mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, nutzt.

Oft ist es so, dass wir uns viel zu viel Gedanken darüber machen, was unsere Eltern über uns und auch über unser Tun denken, da wir meist viel Gutes berichten wollen, damit sie stolz auf uns sein können. Diese Mechanismen laufen oft viel zu lange mehr oder weniger unkontrolliert vor sich hin.

Hast Du Dir schon mal überlegt, was Deine Eltern sagen würden, wenn Du ihnen die Wahrheit erzählst? Würdest Du denn Deinem Kind Hilfe und Unterstützung verweigern, wenn es mit einer Lebensnot, egal was geschehen ist, zu Dir als liebender Vater kommen würde? Väter und Mütter lieben in erster Linie ihre Kinder, zumindest wenn sie es selbst so gelernt haben.

Dies als erste Gedanken. Bitte bald die PN mit der PLZ schicken.

Vielleicht kannst Du am Wochenende die schönen, schon etwas wärmenden Sonnenstunden nutzen und Dich viel draußen aufhalten und unsere schöne Natur wahrnehmen ?

Vorerst.... liebe Grüße und schenke Dir viel Geduld mit Dir. Es wird einen Weg geben. Wir müssen ihn nun finden....

Team-ch


Eine große Bitte habe ich noch: Wir können an der Zukunft nur arbeiten, wenn wir sie versuchen auch positiv zu benennen. Ein Avatar-Name, auch hier und in der größten Not, ist auch für die Zukunft und nicht nur für die schlimme Vergangenheit gedacht. Vielleicht fällt Dir ja ein neuer Name für die neue Zukunft ein. (Bitte kurz per PN schicken. Ich ändere ihn dann)
Samstag, 20.Mär 2010, 21:27

HappyHour Benutzer ist offline

Benutzer Hat Erfahrung
Anzahl Beiträge: 129
Mitglied seit: 10.11.2009
Ein Anfang ist gemacht...
Hallo "Angst und Sucht",

mit deinem Avatar-Namen beschreibst du dein Problem schon im Ansatz. Aber, ok, du bist süchtig. Nur, Angst brauchst du deshalb nicht zu haben. Sich dieser zu stellen, schon. Die stärksten Menschen im Leben sind gerade jene, die Schwäche zeigen können, DAS ist ihre Stärke. Und dadurch zeigst du, dass doch mehr Potential in dir steckt, als jenes, das du dir zutrausts.

Du analysierst in sehr neutraler Art die Menge deiner Probleme. Versuche die einzelnen Steinchen einmal Stück für Stück zu zerlegen und einen Startpunkt der Bewältigung zu finden. Was bewegt, beschäftigt, macht, dir die meisten Probleme?

Ein guter Plan der Bewältigung ist der erste Ansatz zum Erfolg. Also erstmal das Gewirr entzerren, dazu gehört natürlich auch das Wirrwarr in deinem Kopf.

Ich habe hier im Forum bereits mehrmals geschrieben, dass der "Weg der kleinen Schritte" der eigentliche Pfad zum Erfolg ist.

Du darfst nun nur nicht locker lassen, sondern diesen Einstieg als Chance nutzen, dein Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Sei dir versichert, dass all jene hier dich bei deinem Vorhaben unterstützen, wir haben die "Hölle" alle schon gesehen.

Siehe meine (unsere) Ratschläge immer nur als Hilfe, niemals als "Besserwisserei" oder die Vorschrift zur Handlung.

Aber dur wirst sehr schnell erkennen, wieviel Herzblut und Anteilnahme all jener hier, für das Leiden und die Sorgen der Betroffenen vorhanden sind.

OK, der Einstieg ist geschafft, lass es uns weiter zum guten Ende führen! Es liegt allein in deiner Hand, aber nutze diese Chance!


WIR, sind auf DEINER Seite!

LG HappyHour!


... und denkt daran: die beste Rüstung ist euer Körper, der beste Zauber ist "Phantasie" und eure beste Waffe ist der Verstand!
Sonntag, 21.Mär 2010, 18:52

kleinesMauf Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 70
Mitglied seit: 09.11.2009
Hallo Angst und Verzweiflung,

du hast schon einen kleinen Schritt aus der Sucht geschafft, du hast erkannt das du Süchtig bist und du hast den Weg zu uns hier ins Forum gefunden.
Wir alle hier werden dich auf deinem Weg aus der Sucht unterstützen.

Ich habe in deinem Text eine Frage gesehen, die ich versuchen möchte dir mithilfe meiner Erlebnisse zu beantworten:
Du hast gefragt warum du dir in den 6 Jahren Sucht und ohne Fortschritt in deinem Leben
nie Hilfe gesucht hast.
Mein Problem war am Anfang gewesen, dass ich es gar nicht gemerkt habe, dass ich süchtig bin. Aber dann, später als es mir klar geworden ist habe ich mir gedacht, warum soll ich mir den ganzen schweren Weg aus der Sucht antun, wenn es hier in World of Warcraft doch so schön bunt und bequem ist? Ich habe den riesigen Berg meines Problemes vor mir gesehen und bin bei seinem Anblick lieber davon gelaufen als es zu versuchen, weil es doch viel bequemer ist. So nach dem Motto, vielleicht bau irgendjemand mal in vielen, vielen Jahren eine Seilbahn so dass ich nicht darüber laufen muss.
Aber dann habe ich gemerkt, dass es so auf keinen Fall weiter gehen kann und ich den Sturz nach unten bremsen muss und das möglichst sofort.
Weil das ist kein Leben.

Das soll dich jetzt nicht entmutigen, glaub mir das leben ist schön. Deine Angst wird verschwinden und du wirst dein Leben wieder genießen können. Und wir werden dir dabei helfen.


Ganz liebe Grüße, das kleine Mauf



Wenn man bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte man nicht auch noch den Kopf hängen lassen...
Sonntag, 21.Mär 2010, 21:31
Ich vermute, es hat dich sehr viel Überwindung gekostet, deine eigene Geschichte so offen aufzuschreiben. Es ist beachtlich, wie du dein eigenes Handeln, dein Verhalten versucht hast, zu analysieren. Da steckt jede Menge Arbeit, Kraft und Biss drinne.
Merle hat an anderer Stelle einmal vom ewigen Singsang aller Mütter geschrieben. Das stimmt!!!!!

Mein Sohn hat sich gewissermassen "abgewandt" aus Angst, ich könnte ihn rügen. Weisst du was, es ist schlimmer von seinem Kind angelogen zu werden oder gemieden, weil man Schiss hat, die Wahrheit zu sagen, als zu sagen, was tatsächlich passiert ist.

Hab keine Angst. Sag deinen Eltern, wie besch..... es dir geht und dann such dir professionelle Hilfe. Du schlaues Kerlchen ..... du hast doch noch so tolle Jahre vor dir!

Fang an und meister diese Krise. Die Idee mit einem neuen Nick, der Mut für eine neue Zukunft macht, finde ich super!

Hoffe.... ein Sonnenstrahl hat am Wochenende deine Nase gekitzelt.

Montag, 22.Mär 2010, 11:34

Team-ch Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 69
Mitglied seit: 07.06.2009
Namens-Veränderung
Hinweis: "Angst und Sucht" hat unsere Anregung aufgenommen und hat um die Änderung seines Avatar-Namens gebeten.
Deswegen steht jetzt dort "Resurrection Day" (Übersetzung = Tag der Auferstehung).
Wir finden das großartig.

Team-ch
Montag, 22.Mär 2010, 11:52

Resurrection Day Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 5
Mitglied seit: 19.03.2010
Wie sieht der Weg aus ?
Ich bin überrascht, wie viele Leute auf meinen Forumsbeitrag geantwortet haben und bin sehr dankbar dafür ! Ich möchte auf die gestellten Fragen eingehen und ein Erklärungsmodell meines Verhaltens aufstellen.

Frage 1: Wie könnten meine Eltern auf die Wahrheit reagieren ?

Ich befürchte, dass meine Eltern glauben, dass ich ihre Güte und Liebe nur ausnutze, ausgenutzt habe und nichts für mein Leben machen möchte, faul bin, dass ich das Studium abbrechen muss und irgendein Job zu machen um davon zu Leben,aber das stimmt nicht.So sehr sie mich auch lieben, sie können oder wollen nicht mehr für mich Sorgen, da sie erschöpft sind und ihre Rente geniessen möchten.
Andererseits könnte Pornosucht ein Ablehnungskriterium für meine Eltern sein wie dass im Fall von Homosexualität, Piercing,Tattoos, Aufgabe der Staatangehörigkeit oder der Religion sicher wäre zumindest was meinen Vater betrifft.

Frage 2: Was bewegt,beschäftigt,macht mir die meisten Probleme ? --> Erklärungsmodell

Nach 22 Jahren Angst und 6 Jahren Sucht kann ich gewiss sagen was das Problem ist und welche Entwicklungsbremsen existieren. Seit 2 Jahren habe ich mein Leben tiefer analysiert und bin zum folgenden Erklärungsmodell gekommen !

Berufliche Situation:

Job:

Gestellte Anforderungen in Stellenanzeigen sind zu hoch für mich ,da ich denke ich habe keine Berufserfahrungen,fehlende Sozialkompetenz, geringes Selbstvertrauen, was dazu führt dass ich mich unruhig, traurig und verärgert fühle. In mir entseht eine innere Ablehnung in dem ich z.B. zu mir selbst sage "ich bekomme den Job eh nicht" und "Ich kann diesen Job nicht machen" und ich fühle mich wütend wegen dieser Inneren Wahrheit. Verhalten:Keine Kontaktaufnahme, keine Bewerbung. Angst der Ablehnung und deshalb Vermeidung.
Um diese negative Gefühle auszugleichen -> Ablenkung duch Onlinespiele

Studium:

Ich denke dass ich schlecht präsentierer kann, und keine Seminararbeiten schreiben kann sowie dass ich keine Ahnung von wisssenschaftlichen Arbeiten hab.
Dabei fühle ich mich unruhig,wütend und verärgert. Meine allwissende Gedanken sagen mir dass ich Anforderungen nicht erfülle und nicht nachholen kann. Das führt dazu dass ich denke, dass Selbst mit guten Abschlusszeugnis keiner mich nehmen will da ich diese Anforderungen nicht erfülle. Verhalten: Die Folge ist dass ich nicht lerne, da Studium sinnlos weil Kernkompetenzen fehlen. somit fehlt die Motivation zum lernen, keine Herstellung von Kontakten zu potentiellen AG, keine Bewerbung /Praktikum.
Um diese negative Gefühle auszugleichen: Ablenkung durch Onlinespiele


Beziehung,Partnerschaft,Sexualität

Freundschaft:

Ich denke ich werde falsche Freunde kennerlernen, die meine Schwächen ausnutzen werden und bin dem Gruppenzwang ausgeliefert Dinge zu machen ich nicht will. Ich habe Angst vor der Verantwortung und der Zeit die dann dafür reserviert ist, weil ich Angst habe Freude zu verlieren wenn ich mir die Zeit nicht nehme. Es fühlt sich demütigend über meine Lebensumstände zu reden und auf Unverständnis zu stossen.Ich fühle mich wütend, unsicher, verärgert und demütigend. Dabei befürchte ich negative Ereignisse zu erleben und enttaüscht zu werden.
Verhalten: keine Kontaktaufnahme, keine soziale Aktivitäten, keine Freundschaften.
Um diese negative auszugleichen:Ablenkung durch Onlinespiele

Partnerschaft/Liebe:

Ich denke ich kann die hohen Erwartungen einer Partnerschaft nicht erfüllen, ich schäme mich über meine Lebensumstände zu reden, kein job ,süchtig etc.
Habe Angst ausgenutzt zu werden und Angst vor der Verantwortung einer Beziehung,Enttäuschungen vom Partner, weil man Vorstellungen nicht entspricht.
Ich fühle mich Unwohl, unruhig und unsicher. Befürchtung von Ablehnung und nicht akzeptiert werden sowie Angst vor Verantwortung.
Verhalten: keine Kontaktaufnahme,keine Partnerin --> Einsamkeit
Um diese Unzufriedenheit und das Unglück auszugleichen: Ablenkung durch Pornofilme Masturbation

Ich denke damit wäre mein Verhalten ausreichend erklärt und ein Zusammenhang zur Sucht hergestellt !
Die Frage ist nun wie ich mein Verhalten ändere, bei so tiefsitzenden und Langzeitproblemen?


Viele Grüsse Resurrection Day (ehemals Angst und Sucht)







Montag, 22.Mär 2010, 13:42

kleinesMauf Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 70
Mitglied seit: 09.11.2009
Hallo Resurrection Day,
sei nicht so kritisch dir selbst gegenüber. Ich weiß das ist leichter gesagt, als getan.

Aber überlege mal was der Grund für dein Problem ist:

du redest dir ein, dass du Angst hast, dass du es nicht kannst das du zu schlecht bist. Aber das stimmt doch nicht. Wieder möcht ich dir ein Beispiel aus meinem Leben erzählen: als kleines Kind bin ich mal in einem rostigen Gitter eingebrochen. Ab da hab ich immer einn Bogen um Gitter gemacht. Nicht weil ich Angst hatte, sondern weil ich mir eingeredet habe, dass ich Angst habe. Verstehst du wie ich das meine?

Ich denke da solltest du anfangen.

das sind jetzt alles nur Gedanken von mir und das ist kein professionelle Rat...

Ich hoffe ich konnte dir helfen.


Das kleine Mauf











Wenn man bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte man nicht auch noch den Kopf hängen lassen...
Montag, 22.Mär 2010, 14:29
Na DER Name passt doch .... es ist bald Ostern ! ;-)

ZITAT>>> Die Frage ist nun wie ich mein Verhalten ändere, bei so tiefsitzenden und Langzeitproblemen?<<<

ANTWORT>>> Indem du deinen obigen Text noch einmal überarbeitest und jeglichen Pessimismus abpuderst und auch wenns dir unmöglich erscheinen sollte, die Sätze mit Optimismus aufmöbelst..
Dann liest du dir den Text noch einmal durch und überdenkst, ob da doch einige Lichtblicke sind, die du mutig ansteuern könntest.

Im Übrigen: Mein Dad war auch erzkonservativ. Ja denkst denn duuuu , dass ich alles detailgenau berichtet habe? Never... *s.

Montag, 22.Mär 2010, 14:37

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
Gedankenkraft

Hallo,
ich freue mich so, dass Du Deinen Namen verändert hast und damit ganz klar zum Ausdruck bringst, wie es ab jetzt läuft. Es gibt einen ganz wunderbaren Satz, an den ich immer wieder denke, wenn Sorgen und Ängste auf mich einstürmen: "Die Energie folgt den Gedanken." Wenn Du verzagt bist und davon ausgehst, dass eh nichts klappen wird weil Du es nicht kannst, verwendest Du Deine gesamte Energie darauf, dieses negative Bild zu untermauern. Wenn Du jedoch positiv denkst, geht auch all Deine geistige und seelische Energie in diese positive Richtung.
Da denken wir doch Deine neuen Zeilen mal um:
Aus Gestellte Anforderungen in Stellenanzeigen sind zu hoch für mich, da ich denke ich habe keine Berufserfahrungen,fehlende Sozialkompetenz, geringes Selbstvertrauen wird Ich werde die Anforderungen in Stellenanzeigen meistern, werde mir Berufserfahrung draufschaffen, meine Sozialkompetenz und mein Selbstvertrauen stärken.
Und aus Ich denke ich werde falsche Freunde kennenlernen, die meine Schwächen ausnutzen werden wird Ich werde Freunde finden, die meine Stärken unterstützen.
Darauf konzentriere all Deine Energie, und deshalb ist es auch ein großartiger Schritt, dass Du Dir einen positiven Namen ausgesucht hast. Lass Deine unerschöpfliche Energie Deinen kraftvollen Gedanken folgen.
Ich glaube ganz fest daran, dass Du diese schwierigen Schritte hin zu einem lebenswerten Leben meisterst.
Merle
Montag, 22.Mär 2010, 15:34

HappyHour Benutzer ist offline

Benutzer Hat Erfahrung
Anzahl Beiträge: 129
Mitglied seit: 10.11.2009
Ich denke, also bin ich...
Hallo Resurrection Day,

wie ich aus deinen Zeilen ersehe, hast du dir da große Mauern aufgebaut. Allerdings steht hier spekulatives Denken im Vordergrund.

Du weisst nicht, ob es so kommen wird, aber du gehst davon aus, dass es wahrscheinlich so wäre. Ich mache hier einmal aus "Auferstehung" -> "Aufstehen". Vielleicht mal etwas riskieren. In dem Spruch "No risk, no fun" steckt schon etwas Wahrheit. Dafür ist auch etwas Initiative gefragt. Die Welt der Online-Spiele saugt dir eher das Leben aus, als das sie die Lösung der Probleme bereitstellt.

Die Stärkung des Selbstbewusstseins sollte hier im Vordergrund stehen. Aber wie erreicht man dies? Stelle dir zuerst eine leichte Aufgabe, sagen wir z.B., du versuchst eine bestimmte Strecke in einer vorgegebenen Zeit zu laufen. Dies sollte dir beim ersten Mal nicht gelingen, ab vielleicht nach dem 10. Mal. Ein kleines Erfolgserlebnis, das nach einer weiteren Herausforderung schreit! Erweitere Stück für Stück deine an dich gestellten Aufgaben und erreiche deine Ziele. Dann bist du schon ein klitzekleines Stück aus deinem Teufelskreis getreten. Aber das Heft in die Hand nehmen musst du selbst.

Ich drücke dir die Daumen für die ersten Schritte...

LG HappyHour!



... und denkt daran: die beste Rüstung ist euer Körper, der beste Zauber ist "Phantasie" und eure beste Waffe ist der Verstand!
Donnerstag, 30.Sep 2010, 10:37

Resurrection Day Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 5
Mitglied seit: 19.03.2010
Hallo liebes Forum,

nun ist es bald soweit, nach ca. 6 Monaten seit dem ich den Antrag auf Sucht-Reha gestellt habe im April, beginnt für mich am 6.Oktober der Klinikaufenthalt in der Klinik Bad Herrenalb im Schwarzwald. Es hat leider mit Münchwies nicht geklappt,aber ich habe über die Klinik Bad Herrenalb positive Bewertungen im Netz gefunden und ich denke dass die Klinik für mich geeignet ist.
Ich hoffe dass ich durch diese Therapeutische Behandlung es endlich schaffe mein Leben anzupacken und nicht im Schattendasein und in der passivität zu verweilen,sondern anfange das Leben zu leben dass ich mir so sehr wünsche mit Aktivität und einem neuen Selbstbewustsein.
Wenn ich mir überlege dass ich nichts zu Ablenkung haben werden,da in der Klinik wirklich nichts erlaubt ist ( kein Radio, kein Fernseher, kein Handy,kein Internet, kein PC, keine MP3 Player etc.) wird das eine neue Erfahrung für mich werden. Am Anfang werde ich unruhig sein, weil ich nichts haben werde mit dem ich mich beschäftigen kann was ich mit Spaß und Lust in Verbindung bringe. Am meisten mache ich mir Gedanken über die Gruppensitzungen,wenn ich da über meine Probleme und Schwierigkeiten sprechen soll. Bei solchen Sachen sage ich lieber nichts obwohl ich weiss das gefordert dass man sich beteiligt um feedback von den anderen Mitpatienten zu bekommen. Vor allem wenn es um das Thema Sex gehen wird, wäre mir unwohl darüber zu erzählen und auch peinlich.
Ich denke der Erfolg der Therapie wird davon abhängen wie gut es mir gelingen wird, mit Hilfe der Therapeuten, meinen Glauben an das Unmögliche(negative) zu verlieren und den Glauben an das Mögliche(positive) zu gewinnen.Erst wenn das geschafft ist kann was neues entstehen und das wird nicht leicht werden.
Aber da ich keine Ablenkung haben werde, werde ich genug Zeit habe daran zu arbeiten und ich hoffe dass ich die Zeit sinnvoll nutzen werde.

Wenn ich von der Klinik entlassen werde, werde ich mich wieder melden und erzählen wie es so gelaufen ist und was es mir gebracht hat.

VG Resurrection Day
Donnerstag, 30.Sep 2010, 15:32

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
wunderbar
Hallo Resurrection Day,
welch eine Freude, von Dir zu hören!!!! Da läuft ja nun wahrlich der Countdown an für Dich. Ich finde es großartig, dass Du so zielstrebig auf diesen Moment hingearbeitet hast und wirklich von ganzem Herzen eine einschneidende Veränderung herbeisehnst. Du wirst sehen, wenn Du erst einmal da bist, läuft alles wie von selbst. Du kannst sicher sein, dass alle anderen Beteiligten genau dieselben Ängste haben wie Du. Keiner kann sich vorab vorstellen, wie es gehen soll so ganz ohne Medien, sich selbst ausgeliefert, ohne Fluchtmöglichkeit in irgend eine Art von Berieselung. Und keiner kann sich vorstellen, dass er es schaffen wird, in den Gruppensitzungen zu sprechen, sich zu öffnen und auch heikle Themen in Angriff zu nehmen. Dennoch wird irgendwann der "Knopf platzen" und es wird so gut tun, endlich einmal mit Gleichgesinnten, mit ebenfalls Betroffenen, sprechen zu können. Du wirst Dich neu entdecken, dessen bin ich mir sicher, und Du wirst mit allen Sinnen die wunderbare Erfahrung machen, wie köstlich sinnvoll genutzte Zeit sich anfühlt. Du wirst Deinem neuen Namen Resurrection Day alle Ehre machen und "auferstehen". Am 6. Oktober werde ich fest an Dich denken, an dem Tag, an dem Du den ersten Schritt gehst in Richtung Heilung. Schreibe uns gerne vorher, was Du empfindest und welche Ängste Dich u. U. plagen. Vielleicht können wir Dir "in der Warteschleife" bis zum Antritt in die Klinik unterstützend unter die Arme greifen.
Alles, alles Liebe, auch von Team-ch,
Merle
Donnerstag, 30.Sep 2010, 16:35

Knackpunkt Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 96
Mitglied seit: 29.10.2009
Freue dich ...
... darauf, das es endlich losgeht und du Hilfe bekommst und in eine Therapie darfst.
Mir gingen genau dieselben Gedanken durch den Kopf als ich die Therapie anfing aber im nachinein kann ich nur sagen, das es das beste war, was ich machen konnte. Nach 2 Wochen wirst du schon ganz anders darüber reden und denken. Sicher sind die Dinge die du aufzählst erstmal zum "schlucken" aber glaube mir es dient einem Ziel das du verfolgst und das dir helfen wird ein anderes Leben zu führen.

Ich hatte damals mein Handy mit, weil ich damit Musik hörte und als Wecker. Gespielt hatte ich nie mit dem Ding. Trozdem wurde es mir abgenommen. War ich sauer damals und konnte das nicht verstehen. Nach der 1. Woche war´s mir dann schon klarer und nach der 2. Woche war ich froh es abgegeben zu haben. Du glaubst garnicht wie entspannend und befreiend es sein kann, mal nicht in dieser Situation des "mein Handy is wichtig und ständig erreichbaren" zu sein. Nach 4 Wochen bekam ich es dann wieder. Ich habs ausgelassen und in den Schrank gelegt. Auch heute noch. Wenn Feierabend und/oder Wochenende ist, mach ich das Ding aus und gut. Man gewinnt sehr viel wichtige Zeit und bvegreift seine Umwelt anders und intensiver.
Zum Thema Gruppentherapie kann ich dir nur einen wichtigen Rat geben. Überwinde deine "Angst" davor so schnell wie irgends möglich und sprich deine Themen an. Tu´st du es nicht, wirst du es nach jeder Sitzung und am Ende deiner Therapie bereuen. Sprichst du deine Probleme nicht an, kann dir keiner helfen. Sprichst du sie jedoch an, wirst du ganz schnell merken, das fast 9 von 10 Leuten mit dem selben Problem zu kämpfen haben.
Aber verlasse dich nicht auf die anderen, das die evtl. mal das Thema ansprechen und du dann mit einsteigen kannst. Das funzt in den seltenstren Fällen und es wird dir nur inderekt damit geholfen sein.
Und hast du dich erst das einemal überwunden merkst du ganz schnell, wie befreiend und wohltuend es ist, über dein Problem in einer Gruppe gleichgesinnter zu reden. Auch Menschen, mit denen du in deiner Freizeit dort vllt. nicht klarkommst sieht man ganz anders durch solche Gespräche.

Also Respekt vor der Therapie ist ok, ist ja auch ein gewaltiger Schritt, aber Angst brauchste keine zu haben. Am Ende vergeht die Zeit schnelle als man sich wünscht und du wirst in dein neues Leben entlassen. Also nutze die dir gegebene Zeit dort so effektiv wie möglich dann wirst du auch wissen, das es das Wert war.


Wer den Wal hat, hat keinen Fisch.
Freitag, 1.Okt 2010, 14:21

HappyHour Benutzer ist offline

Benutzer Hat Erfahrung
Anzahl Beiträge: 129
Mitglied seit: 10.11.2009
Ziel in Sicht...
Hallo Resurrection Day,


Gratulation dass du endlich einen Termin bekommen hast! Ich denke dass dies für dich DIE Gelegenheit ist, zurück zu einem erfüllten Leben zu finden. Über Therapien kann ich dir nur wenig sagen, aber mein Bauchgefühl sagt mir du solltest auch den Mut hierfür aufbringen. So wie man sich im Sommer nicht traut ins kalte Wasser zu springen und sich dann doch freut, wenn das kühle Nass einen erfrischt.

Ich drücke dir auf alle Fälle feste die Daumen und lass´ uns an deinem Erfolg teilhaben!

LG HappyHour!!!



... und denkt daran: die beste Rüstung ist euer Körper, der beste Zauber ist "Phantasie" und eure beste Waffe ist der Verstand!



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