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Hallo zusammen,
wie schon unten (http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/434/130/mein-beitrag/) angekündigt, schreibe ich gerade an einem Buch zum Thema "Online-Abhängigkeit". Etwas eingegrenzter als "Mediensucht", aber etwas weiter als nur "Onlinespielesucht". Ich habe mir Literatur bestellt, Internetquellen gesichtet und die ersten Seiten getippt. Ich möchte hier ein wenig die Entwicklung des Werkes dokumentieren und hoffe auf Eure kritischen Beiträge und Hinweise. Mein Ziel ist es, das Thema möglichst neutral und objektiv, aber auch umfassend, aktuell und wissenschaftlich fundiert darzustellen. Ich bin - wie jeder, der sich damit befasst - Laie. Ich bin spielerfahren und persönlich betroffen. Psychologen sind oft gut ausgebildet, kennen die Szene und die Komplexität der Problematik aber nicht. Die altbewährten Behandlungsmethoden funktionieren nicht. Selbst aktuelle Studien können nicht zwischen Online-Sexsucht, Online-Chatsucht, Online-Glücksspielsucht und Online-Spielsucht ohne Glücksspiel unterscheiden. Auch muss man innerhalb der Online-Spielsucht zwischen MMORPGs, Shootern, Strategiespielen, Simulationen und anderen (Browser-)Games unterscheiden.
Meines Erachtens liegt der große Fehler der neueren Studien darin, dass
a) die Wissenschaftler wenig Praxiserfahrung haben
b) das Phänomen immer noch aus den bewährten Erfahrungen zu stoffgebundenen Süchten und Glücksspielsucht abgelteitet wird
c) daher die Behandlungsmethoden nicht auf die Probleme passen
d) die Erhebungen nur sehr geringe Stichproben (200-500 Personen) umfassen und nicht repräsentativ sind
e) die Erhebungen nach verschiedenen Kriterien erfolgen, um eine Online-Abhängigkeit zu diagnostizieren
f) die Studien zu stark auf Jugendliche ausgerichtet sind und die Erwachsenen zu sehr ausblenden
g) nicht in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, um Entwicklungen aufzuzeigen, insbesondere den Zugang zum Internet, aktuelle Spiele (2003: Second Life, 2005: WoW, alle Studien davor kann man plötzlich vergessen)
Ich versuche, diese Lücken zu schließen. Wie gesagt, ich bin Laie. Weder Psychologe noch Pädagoge noch Soziologe noch Biochemiker. Das Thema ist komplex, da spielen viele Faktoren mit, man muss das differenziert sehen. Ich gebe mir beste Mühe, hoffe aber auf Euer Feedback. Daher stelle ich das Werk in Abschnitten hier zur Diskussion. Die erste Leseprobe wird - wenn ich den Plan einhalte - Anfang nächster Woche kommen, bis dahin will ich das erste Kapitel fertig haben.
Über's Wochenende will ich mich weiter mit Lektüre und Recherche befassen, werde dann voraussichtlich etwas über meine Bücher erzählen, die ich bestellt habe. Es gibt endlos viel Literatur zu der Thematik, vieles ist unbrauchbar, weil zu pauschal und nicht hinreichend differenziert. Ich werd das alles kritisch sichten, so wie ihr mich kritisieren dürft und sollt.
Als weiterer Teaser hier mal einen Entwurf für den Titel:
Wie versprochen steht Kapitel 1 in der Rohfassung (siehe oben im ersten Post, Anhang ist ausgetauscht). Das erste kleine Teilziel ist erreicht, weiter geht's
Ich hoffe, es ist nicht allzu kompliziert geworden. Das Thema ist nicht einfach und ich will es nicht nur oberflächlich streifen. Außerdem will ich ja auch Hinweise auf weiterführende Informationen liefern, falls jemand sich näher mit bestimmten Aspekten befassen will.
So, mit Kapitel 2 habe ich angefangen, leider muss ich dazu doch noch mehr lesen als ich dachte. Hab mich auch in meiner Fachhochschule mal nach weiterer Lektüre umgesehen und ein paar Quellen gefunden, die ich momentan leider nicht ausleihen kann, weil der einzige Mensch, der den Bibliotheks-Computer bedienen kann, grad krank ist. Eine sprudelnde Quelle ist auch die Online-Bibliothek der Fernuni Hagen, wo ich parallel eingeschrieben bin. Darüber komme ich an (mir bisher unbekannte) Fachzeitschriften. Material habe ich also satt, muss mich nun nur noch da durch wühlen.
Habe mir auch schon überlegt, das Werk später nicht nur als freies E-Book zu verteilen, sondern ggf. auch drucken und binden zu lassen und zum Selbstkostenpreis zu vertreiben. Der Gedanke ist präsent, aber noch nicht zu Ende gedacht. Erst mal sehen, wie ich vorwärts komme und ob ich zwei Wochen, nachdem ich "fertig" bin, immer noch zufrieden bin - das kommt bei mir selten vor, ich finde immer Fehler und Verbesserungsbedarf.
Als Zeitmarke peile ich grob den Sommer an. Mitte Juni gehen meine Prüfungen los und Mitte August habe ich die letzte mündliche Prüfung. Das wird mich in meinem Eifer sicher etwas bremsen. Aber ich will am Ball bleiben und kontinuierlich weitermachen. Wenn ich jeden Tag nur eine Seite schaffe, sollte ich in vier Monaten fertig sein. Auf jeden Fall werde ich fertig, bevor meine Frau in Therapie geht... Die Wette steht.
Für Kapitel 2 plane ich etwa 20-25 Seiten ein, wovon sicher schon 15 für die möglichen Folgen von Online-Sucht draufgehen. Eine Lücke zu dem Thema: in nur ganz wenigen Werken habe ich etwas zu privater Internetnutzung am Arbeitsplatz gelesen. Es gab mal Prozesse gegen Kündigungen in den USA, wo sich der gekündigte Arbeitnehmer auf seine Krankheit berief weil er ja nichts für sein Verhalten könne. Ich werde mir mal die Sache im Lichte des deutschen Arbeitsrechts ansehen. In der Juristerei fühle ich mich eher zuhause und bin auch wesentlich fitter als in Psychologie, Medizin oder Chemie.
Auch die volkswirtschaftlichen Folgen sind bisher wenig beleuchtet worden. Nicht nur die immensen Behandlungskosten sind da ein Thema. Wer in jungen Jahren anfängt, sich selbst wegzusperren und zu betäuben, kommt in Schule und Ausbildung nicht gut voran. Da wird "Humankapital" (ich mag das Wort nicht) verschwendet, Leistungspotenzial nicht genutzt. Und wieder zur privaten Internetnutzung am Arbeitsplatz: das bedeutet einen enormen Produktivitätsverlust, ich habe Studien gesehen, dass bis zu 56% der täglichen Arbeitszeit einer Bürokraft für privates Surfen drauf geht.
Wer erstmal ans Netz gefesselt ist, erledigt soviel er kann darüber: illegaler Download statt Kino, Google Earth statt Urlaub, Pizzadienst statt Essen gehen, Flashgames statt Bowling und Billard. Da wiederum wird Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen und wahrscheinlich an verschiedene Betreiber in USA, China, Taiwan, Korea transferiert, die die Angebote haben, die der Abhängige sucht.
Je mehr ich lese, desto größer wird das Thema.
Bert Theodor te Wildt schrieb mal: "Vieles spricht dafür, dass wir es hier langfristig nicht mit psychischen Problemen klinischer Relevanz, sondern mit soziologischen (Fehl-)Entwicklungen zu tun haben, Entwicklungen allerdings mit den Ausmaßen eines Paradigmen-Wechsels." (Lober, Virtuelle Welten werden real, S. 75)
Herr te Wildt mag damit seine Zuständigkeit verleugnen, aber so wie es aussieht, kommt da was richtig Dickes auf uns zu. Und was immer es ist, wir sollten was dagegen tun. Ob es nun in die Zuständigkeit der Psychologen, Psychiater, Pädagogen, Soziologen oder Politiker fällt.
Charmanten Abend,
Chris.
[Edit:]
Hm, Merle, Du hast meine positive Einstellung betont. Ja, im Grunde geht es mir gut, aber es ist erschreckend, dass meine Frau seit über zwei Jahren abschmiert und einfach nicht die Kraft findet, einfach mal die Hand zu heben und leise "hilf mir" zu flüstern. Sie muss nicht viel tun, ich und andere kümmern uns schon, sie muss nur wollen. Und nochwas: ich finde die Arbeit an dem Buch zwar spannend und interessant, aber es ist auch belastend. Wenn man erstmal soviele Informationen verarbeitet, was da in ein einem abhängigen Menschen passiert, wie schwer es ist, davon loszukommen, wie teuer das ist, wieviele betroffen sind, wie die Firmen sich goldene Füße verdienen. In der Masse ist das nahezu unerträglich. Es bestärkt mich in dem Kampf gegen den Mist, aber es ist echt kraftzehrend.
so langsam verliere ich die Übersicht. Das Buch war als persönliches Coping, als Beitrag für die themenbezogene Arbeit, als Aufklärungsmedium gedacht, aber es verselbständigt sich immer mehr. Ich fange an, an allen möglichen Ecken zu schreiben, zu verbessern, zu erweitern, ein paar Absätze zu tippen und dann woanders weiterzumachen. Gut, dass ich gleich am Anfang die Grobsruktur gelegt habe, das hält mich einigermaßen im Rahmen.
Aber momentan läuft es echt aus dem Ruder. In die bio-chemischen Prozesse bin ich für ein allgemein gehaltenes Werk schon zu tief eingestiegen, Begriffe wie "präfrontaler Kortex" oder "mesolimbisches System" könnten einige Leute abschrecken. Auch vertiefe ich wohl zu sehr die Diskussion, ob der Mensch überhaupt einen freien Willen haben kann oder ob er trotz Evolution und Bewusstsein nicht doch fremdgesteuert ist. In Kapitel 2 habe ich außerdem Unterpunkt 2.5 "Co-Abhängigkeit" ergänzt.
Insgesamt komme ich gut vorwärts, bin nun bei über 50 Seiten, wenn man Inhaltsverzeichnis, Literatur, Vorwort, Glossar und Index mitzählt, inhaltlich also etwas über 25 Seiten. Aber es ist echt schwer. Das Thema ist nicht nur unheimlich komplex, nein, auch persönlich tut es immer weh, sich dem Problem zu widmen. Ich möchte Hilfe anbieten, Lösungen aufzeigen, aber ich weiß nicht, ob ich meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden kann.
Ich lenke mich ab, indem ich ein paar Zeichnungen und Abbildungen erstelle. In Worten zu erklären, wo der Nucleus accumbens sitzt ist zu schwer. Aber ich denke, es ist notwendig, auch diesen Mist zumindest oberflächlich zu erklären, weil man sonst nicht versteht, was der Suchtstoff in unserem Kopf anstellen kann.
Morgen kommt eine neue Lieferung Bücher, mehr Literatur auszuwerten. Ich glaub, ich lass den Karton erstmal ungeöffnet in der Ecke, helfe meinem Kumpel beim Umzug und falle danach erschöpft ins Bett. Ein bisschen Pause von dem Problem und dem Thema tut mir vielleicht gut.
Die Flut an Informationen (Studien, Aussteigerberichte, Bücher, Forschungsergebnisse, TV-Reportagen, Aufsätze, Foreneinträge, Gespräche mit Freunden, eigene Erfahrungen, die ich mir in Erinnerung rufe...) ist echt hart. Ich möchte einfach nur schreien. Ich sehe mich mit einem persönlichen und einem gesellschaftlichen Problem konfrontiert, das unaufhaltsam auf mich zu rollt. Ich schreie und es hört mich niemand. Um mich herum sind nur Zombies, gefressen von einer Kunstwelt, bestehend aus Einsen und Nullen, alle nur auf der Suche nach dem Stoff.
Jeden Abend habe ich Sorgen und Zweifel, morgens stehe ich aber auch wieder voller Kraft auf - ich bin der Phönix. Ich hoffe, morgen wird es auch so sein. Ich glaube, der freie Tag heute hat mir zu viel Zeit gegeben, zu recherchieren, zu lesen, zu schreiben. Auf Dauer geht das nicht. Daher erstmal ein wenig Pause. Kapitel 2 folgt also wohl erst Ende nächster Woche.
Dein erstes Kapitel
Hallo Christian,
ich wollte mich schon viel früher genüsslich ans Lesen Deines works in progress machen, aber zur Zeit kommt soviel Arbeit rein und stehen so viele Termine an, dass ich nur langsam vorwärts komme mit all dem, was ich schaffen will. Doch in den nächsten Tagen will ich mich ran schwingen. Ich bin sehr gespannt auf Deine Arbeit und finde es beeindruckend, dass Du Dich so tief in diese Problematik hinein kniest. Hoffentlich bekommst Du ganz viel feedback aus dem Forum.
Dein Titelbild gefällt mir schon mal ausnehmend gut. Ich würde nur die Schrift unten noch ein kleines bißchen nach links verschieben, damit es nicht so abgeschnitten aussieht.
Liebe Grüße
Merle
Das Baby lernt langsam laufen, muss nur gucken, dass es nicht davon rennt. Kapitel 2 ist komplett umgebaut, die Folgen der Sucht werden ein eigenes Kapitel. In Kapitel 2 hab ich ein anderes Unterkapitel eingefügt, die anderen umsortiert. Kapitel 1 wurde ergänzt. Insgesamt habe ich ein paar Grafiken und Schaubilder und Zitat-Boxen wie im Vorwort eingebaut, um den Lesefluss aufzulockern.
Als ich anfing, stand das wissenschaftliche Arbeiten im Vordergrund, aber je mehr ich lese, desto mehr merke ich, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann und das mit den anderen Informationen verbinden kann. Daher finden sich auch bald mehr Stellen, wo man flüssiger lesen kann und nicht von Fußnoten und Fachbegriffen erschlagen wird.
In den letzten Tagen habe ich eher wenig geschrieben, nur ein bisschen Textkosmetik, Layout und Absatz-Schieberei betrieben. Aber besser jetzt als zum Schluss, dann würde ich komplett den Überblick verlieren. Ob ich bis Sonntag das 2. Kapitel fertig bekomme, kann ich nicht versprechen. Die "Co-Abhängigkeit" macht viel Arbeit. Obwohl ich persönlich davon enorm betroffen bin, muss ich mich auch entsprechend einlesen. Zu dem Thema gab es in meinen bisherigen Quellen nichts, habe mir also erstmal neue erschließen müssen.
Naja, ich bleib dran.
Entspannt Abend,
Chris.
PS: warum ist es in den letzten Tagen hier im Forum so still? Wo sind die "alten" Hasen plötzlich alle hin? Hab irgendwie das Gefühl mit mir selbst zu reden. Und die wenigen Neuen, die hier schreiben, werden mit Schweigen begrüßt. Schade ich finde.
Gesucht wird...
Ja, das stimmt. Es ist momentan sehr still hier im Forum. Seid Ihr noch da alle? Happy? Knackpunkt? Mauf? Bitte melden, bitte melden. Auch die Neuen brauchen Euch.
Merle
ich hab mal probehalber, quasi als Versuchskaninchen oder Testballon, ein anderes Werk von mir bei einer Books-on-Demand-Druckerei in Auftrag gegeben. Möchte einfach mal wissen, wie das geht, wie das Teil später aussieht, wie die Druck- und die Papier-Qualität ist. Sind 120 Seiten zum Preis von 7,50 EUR. Finde ich akzeptabel. Bei höherer Auflage (ab 10 Stück) gibt es Mengenrabatt.
Mein Ansatz ist, das Werk in einer Testauflage von etwa 30 Stück drucken zu lassen, wovon dann etwa 20 Exemplare als Geschenk an Familie Hirte gehen, die das dann auf ihren Veranstaltungen und Vorträgen verteilen kann. Den Rest verteile ich selbst.
Bei entsprechender Resonanz würde ich dann an den Markt heran treten und das Ding richtig mit ISBN zu veröffentlichen, so dass man es im "Verzeichnis lieferbarer Bücher", in der Deutschen Nationalbibliothek und bei einschlägigen Buchhändlern wie Amazon sowie Google Books finden kann.
Ich finde die Möglichkeiten sehr spannend. Allerdings will ich nichts daran verdienen. Bei Vermarktung greifen sich der Verlag und andere Stellen genug Geld ab. Ich werde allenfalls den Marktpreis glatt aufrunden, um meine Vorfinanzierung wieder einzuspielen, Gewinn aber will ich nicht machen.
Auch wenn man im Netz allerlei Informationen finden kann, so bin ich mit einem echten Buch doch glücklicher. Man kann reinkritzeln, Eselsohren knicken, auf dem Klo lesen oder einen wackeligen Tisch damit stützen.
habe es dann doch endlich geschafft, Kapitel 2 in der Rohfassung fertigzustellen. Ist umfangreicher geworden als geplant, obwohl ich ja schon die "Folgen" in Kap. 3 ausgelagert habe. Den bisherigen Stand findet ihr wieder oben im Anhang des ersten Posts.
Lebt denn der alte Holzmichel (Happy) noch?
Hallo Christian,
... ja er lebt noch!
Wie ich bereits im anderen Thread beschrieben habe, mache ich im Moment den "Gartenzwerg", daher eher etwas weniger Response meinerseits.
Finde ich ja wirklich super, die Arbeit die du dir da zur Zeit machst. Darum sei dir die Pause gegönnt (das Wetter passt ja hierzu wie die Faust aufs Auge).
Ich bin aber auf das Endprodukt sehr gespannt und wünsche mir, dass du damit die richtigen Leute erreichst.
LG HappyHour!!!
... und denkt daran: die beste Rüstung ist euer Körper, der beste Zauber ist "Phantasie" und eure beste Waffe ist der Verstand!
danke für die Motivation. Ich habe ja auch inzwischen meinen "grünen Daumen" entdeckt und staune, wie langsam mein Balkon zu blühen anfängt. Das schöne Wetter, das ich diese Woche erwartet, wird mich sicher mal nach draußen treiben. Da ich mein Netbook wieder aktiviert habe, muss ich zum Schreiben nicht unter Kunstlicht in der Bude hocken. Da nun auch endlich das WLAN auf dem Klapprechner läuft (unter Linux immer etwas Tüftelei), kann ich also ganz entspannt in der Sonne liegen, frische Luft ans Hirn lassen und hoffen, dass ich was getippt bekomme.
Aber wie gesagt, erstmal etwas Pause. Donnerstag und Freitag habe ich zum Glück frei, da werde ich dann weitermachen.
Heut war ich viel auf dem Balkon, zum Teil auch "oben ohne", war einfach genial warm und sonnig hier. Klapprechner geht auch bei Sonneneinstrahlung gut, man kann was lesen. Geschrieben hab ich nix, nur gelesen und Notizen gemacht. Muss den Kram mal strukturieren, bastle daher an "Mind-Maps", so Wolken, wo Linien von abgehen und man seine Gedanken miteinander verknüpft.
Ich bin wohl zu leichtfertig ran gegangen. Bei anderen Arbeiten hab ich Tabellen gebaut, wo ich Titel, Autor und ein paar Stichpunkte eingetragen habe, quasi eine Zusammenfassung. Wenn ich was suche, finde ich es so sehr schnell.
Bei diesem Werk bin ich eher konventionell. Liege viel auf dem Sofa, lese, klebe Post-Its rein, arbeite mit Bleistift und Textmarker. Aber gut, ich habe etwa 15 Bücher plus ein paar Online-Quellen, da geht das. Bei juristischen Arbeiten muss man mal für eine Arbeit von 30 Seiten etwa 100 Gerichtsentscheidungen, zwölf Kommentierungen und 40 Zeitschriftenaufsätze auswerten, das ist etwas schwieriger zu verwalten. Auch das Vorgehen ist ganz anders, weniger strukturiert. Ich lese, schreibe, lese, was ich geschrieben habe, lese andere Bücher, schreibe weiter, verbessere/erweitere das bisherige. Ist sehr organisch, nicht so mechanisch, wie ich bisher gearbeitet habe.
Von Kapitel 3 hab ich etwa drei Seiten (die ausgelagerten Überreste von Kapitel 2), morgen noch was lesen, dann fix zum Vorstellungsgespräch (nein, ich will die Stelle nicht, muss aber hin), wenn dann noch Sonne da ist, ab auf den Balkon. Und hoffen, dass die Post-Its nicht fliegen gehen. Die Gedanken sind frei.
Meine Vergangenheit ist niedergeschlagen
Und geschickt weggepackt
Aber jedem, jetzt und spaeter, kommt der Gedanke
Weil du immer wartest
Ausgewaehlt zu werden das Spiel zu spielen
Aber wenn dein Name gerufen wird
Findest du einen Platz zum verstecken
Wenn du weisst ich war die ganze Zeit an deiner Seite
Nun, alles war einfach
So suess und unschuldig
Aber meine Daemonen und Engel erscheinen wieder
Verwischen alle Spuren des Mannes der ich dachte zu sein
Besorgt das zu hoeren wovor ich immer Angst hatte
Bleiben so viele Fragen all die ganzen Jahre
Ist dort ein Ort weit weg?
Ein Ort wo alles klar ist
Einfach zum Neuanfangen mit den Liebsten?
Oder wurden wir zurueckgelassen zum wundern?
Jeder alleine, ewig
Aber ist es das was es bedeutet zu sein?
Nein, es ist nicht was es bedeutet zu sein
Nun, sie sagen Liebe ist in der Luft
Nie ist es klar
Wie su es zu dir ziehen und bleiben lassen kannst.
Wenn Schmetterlinge frei sind zum fliegen
Warum fleigen sie weg?
Verlassen mich um mich zu fragen und wundern Warum
warst du es der mich wundern liess ueber das Leben?
Wobei du weisst ich bin immer an deiner Seite!
LG HappyHour!!!
... und denkt daran: die beste Rüstung ist euer Körper, der beste Zauber ist "Phantasie" und eure beste Waffe ist der Verstand!
vom Umfang her ist etwa Halbzeit, mit allem Drum und Dran bin ich bei etwa achtzig Seiten, davon natürlich viel Vor- und Nachgeplänkel. Aber ich mache mir schon Gedanken über die Publikationsmöglichkeiten. Als Verlag habe ich mir epubli rausgesucht, die scheinen günstig und seriös zu sein.
Die bieten drei mögliche Wege an, das Buch auf den Markt zu bringen:
1.epubli-Buchshop: das Buch erscheint nur dort, ist aber auszugsweise über Google Books zu finden mit Link zum Verlag
2.Option 1, zusätzlich über Amazon Marketplace und das Verzeichnis lieferbarer Bücher und die Deutsche Nationalbibliothek.
3.Option 2, zusätzlich gesamter Buchhandel, also auch der Bücherladen um die Ecke und jeder Büchershop im Netz (z.B. libri.de, buecher.de etc.)
Bei Option 1 oder zwei ist das Buch recht günstig, bei der von mir angepeilten Marke von rund 150-180 Seiten etwa 11-12 EUR, über den regulären Buchhandel wird’s richtig teuer, weil die Läden etwa 30-40% auf den Selbstkostenpreis draufschlagen und selbst einstecken. Klar, die machen gute Arbeit und sollen dran verdienen. Dank Buchpreisbindung würde ich ordentlich verdienen, wenn jemand das Buch z.B. über Amazon Marketplace kauft und dafür den normalen Ladenpreis hinblättern muss. Ich will aber nichts verdienen, allenfalls meine Auslagen wieder reinholen.
Naja, jedenfalls hab ich epubli nun mal angeschrieben und gefragt, ob ich zwei Fassungen rausbringen kann, eine mit Option 2 und eine mit Option 3, um den Lesern/Käufern den jeweiligen Preisvorteil weitergeben zu können.
Die nächste Frage an epubli war, ob ich das Werk noch als freies E-Book im Netz verbreiten darf, wenn ich es erstmal veröffentliche und mit denen einen entsprechenden Vertrag geschlossen habe.