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gabi(Dienstag, 27.Jul 2010, 15:52)Angst Hallo, nun versuche ich hier bei diesem Forum etwas unterstüzung zu bekommen. Mein Mann spilet seit ca 9 monaten im internet, es wurde von monat zu monat mehr. unsere beziehung leidet und die kids auch. die sind im pupertätsalter und sehen das alles mit an. nun muß ich mir seine tlw. fiesen aggressionen gefallen lassen, nur weil ich nun weiß, das er spielsüchtig ist. ich würde ihm gerne helfen, komme aber nicht so richtig ran an ihn.andere im internet behandelt er freundlich und nett und hilfsbereit, nur wir zu hause sind nix mehr wert.ich hab angst ihn zu verlieren. ich möchte ihn wenigsten etwas wie früher zurück haben.nun will er weg,hat er gesagt,weil ich versteh ihn ja nicht.wir hätten uns auseinandergelebt, hallo -er nimmt am familienleben so gut wie nicht mehr teil. habt ihr paar tipps für mich. danke |
merle(Montag, 2.Aug 2010, 14:26)nicht weiter aushalten Hallo Gabi, mich macht es jedes Mal so traurig, solche Zeilen wie Deine zu lesen. Wie sehr diese Spiele die Menschen verändern! Und ganze Familien stehen am Abgrund! Manchmal packt mich eine solche Wut, wenn es immer wieder heißt: "Das ist halt heute so" oder "sie machen das ja alle, da kann man nichts gegen tun." Gabi, ich denke, dass es vorerst wirklich besser sein wird für Euch alle, wenn Dein Mann erst mal auszieht. Dann sind die Aggressionen nicht mehr da, denen Ihr ausgesetzt wart, und seit 9 Monaten wurschtelt Ihr ja eh allein herum - da ist es wirklich besser, wenn er gar nicht erst da ist. Nur so besteht die Chance, dass er zur Besinnung kommt und irgendwann tatsächlich begreift, was er da gemacht hat. Deinen heranwachsenden Kindern ist es außerdem nicht weiter zuzumuten, ihren Vater so abstürzen zu sehen, ganz abgesehen vom Vorbild, das er als Vater und Leitfigur eigentlich sein sollte. Laßt ihn erst mal ziehen und versucht, zur Ruhe zu kommen und endlich wieder ein normales Leben zu führen. Du hast Angst, Deinen Mann zu verlieren? Das verstehe ich gut. Aber hast Du ihn nicht bereits verloren? Verloren an das Internet und seine Community? Wenn Du dies weiter aushälst, was er da mit Euch macht, wirst Du auch Dich verlieren und Deine Kinder damit den letzten Halt, den sie noch haben. Vertrau darauf, dass Dein Mann zu Euch zurück findet, wenn er "wach" wird und ihm klar wird, dass die Onlinewelt das, was er an Euch hatte, niemals ersetzen kann... Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, dies konsequent und stark durchzuziehen. Alles Liebe Merle |
butterfly123(Montag, 31.Jan 2011, 17:45)spielsucht darf ich mal fragen liebe gabi was bei deinem thema rausgekommen ist? was hast du getan - welche erfolge hattest duß mir geht es nämlich gerade ebenso u ich bin mit allem am ende - weiß keinen rat mehr lg gabi |
Tina30(Samstag, 5.Feb 2011, 10:32)Hallo Gabi. ich kann dich sehr sehr gut verstehen....... Mein Mann spielt jetzt seit 2,5 Jahren Metin2 einen Rollenspiel, und zieht sich auch aus dem Familienleben zurück , wird akresiv wenn er nicht dran kann , es ist sogar soweit das er morgens 2 std früher austeht damit er zocken kann. ich weiß langsam auch nicht mehr weiter er sieht darin kein Problem, wir haben 2 Kinder die sich das Verhalten ansehen müssen , habe auch angst das sie sich ein Beispiel dran nehmen . Ich setzte alle Hoffnungen daran , weil er sich in physchologische hände begeben hat , habe es verlangt wegen seiner akresiven Art . das der Dog im zu verstehen giebt das er süchtig ist . mein Mann hat mal gesagt ohne sein Spiel keine Ehe mehr ... .heftig oder ?hoffe auch das ich vorschläge von euch bekomme das ich mich nicht zuviel auf in Konzentriere . lg Tina[/highlight] |
merle(Montag, 7.Feb 2011, 13:21)setzt Euch zur Wehr! Hallo butterfly, hallo Tina, es ist traurig, was da in so vielen Beziehungen abläuft. Bei uns häufen sich die Briefe von verzweifelten Partnern. Die Öffentlichkeit ist nach wie vor der Meinung, dass diese Problematik nur bei Kindern und Jugendlichen zu finden ist, und keiner ahnt, wieviele Ehen durch die Onlinesucht zerbrechen. Die heranwachsenden Kinder, deren Väter an den PC verloren gehen, bleiben orientierungslos zurück und versuchen vielleicht, die innere Leere, die durch diesen Verlust entsteht, selbst mit Flucht in die virtuelle Welt auszufüllen. Ein Teufelskreis. Ihr solltet dafür sorgen, dass Ihr und Eure Kinder daran nicht kaputt geht. Solange Ihr die Stellung haltet und Euren Partner weiterhin rundum versorgt, wird sich an der jetzigen Situation nichts ändern. Stellt Euch auf die Hinterfüße und setzt Euch zur Wehr! Lasst Euch nicht gefallen, dass Euer Familienleben Euch in den Händen zerbröselt. Schützt Eure Kinder. Es ist in jedem Fall ein guter Weg, eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen. Dort kann man Euch helfen, dort könnt Ihr die Zusammenhänge besser verstehen lernen und Kraft bekommen für die nächsten erforderlichen Schritte. Gerne könnt Ihr uns Eure Postleitzahl schicken (über PN), dann suchen wir Euch eine Stelle in Eurer Nähe heraus. Werdet aktiv und haltet dies alles nicht einfach aus. Folgendes Buch kann ich Euch für Eure Männer empfehlen: "Spielsucht bei PC/Konsolen- und Onlinegames" - angelockt und abgezockt, von Chris Wolker ISBN 978-3-8423-3263-8, Paperback, 184 Seiten, DIN A5 für 15,90€ ist ein Ratgeber für den Ausstieg. Es hält dem Spieler vor Augen, wie er sich manipulieren lässt durch die suchtfördernden Mechanismen im Spiel, und macht auf einfachste Weise deutlich, wie wenig die virtuellen Erfolge dem realen Leben nützen. Legt Ihnen das Buch einfach mal hin und vertraut darauf, dass sie es irgendwann zur Hand nehmen. Letztendlich ist nämlich jedem Süchtigen im tiefsten Innern klar, dass er ein Problem hat... Vielleicht könnt Ihr ja auch miteinander telefonisch Kontakt aufnehmen, um Euch gegenseitig für weitere verändernde Aktivitäten zu stärken? Ich grüße Euch herzlich. Merle |
Sam(Sonntag, 20.Mär 2011, 23:17)Hallo! Ich möchte kurz meine Erfahrung mit spielsüchtigen Partnern schildern. Nun ist vor kurzem bereits meine zweite Ehe aus diesem Grund gescheitert. Aus der ersten Ehe entstand meine große Tochter, aus der zweiten Ehe meine 2 kleinen Kinder. Mein erster Ehemann hatte damals schon alle Spielkonsolen, die es auf dem Markt gab und er freute sich schon wie ein kleines Kind, wenn wieder eine neue Konsole auf den Markt kam. Diese wurde dann wieder ausgiebig gezockt, sämtliche Spiele dazu gekauft. Das Familienleben interessierte ihn irgendwann kaum noch. Wenn er nicht zockte, starrte er stundenlang in sein Aquarium. Er wirkte beinahe befreit, als ich ihm eröffnete, dass ich mich trennen möchte. 6 Jahre lang hat er dann in seiner 2-Zimmer Wohnung die Nächte durchgezockt, auch wenn unsere Tochter am Wochenende bei ihm war. Sie kam teilweise heim und hatte Augen- und Kopfschmerzen vom vielen Zusehen. Nun hat er eine neue Freundin mit zwei Kindern aus erster Ehe. Ich kann es schlecht beurteilen, aber so wie ich es mitbekomme zockt er nun kaum noch. Es schmerzt, dass er es damals nicht wegen uns aufgegeben hat. Dann lernte ich meinen zweiten Mann kennen. Er sagte damals, er spiele nur hin und wieder mal. Kein Grund zur Beunruhigung. Er wusste, welchen Hass ich inzwischen auf die Spielerei entwickelt hatte. Die Jahre vergingen, wir kauften uns ein Häuschen, bekamen zwei süße Kinder, ich blieb in Elternzeit, danach war er 2 Jahre in Elternzeit und ich arbeitete voll. Seine Spielerei schlich sich immer mehr in unser Familienleben. Wir stritten und stritten. Ich nahm ihm den Internetrouter weg, versteckte ihn, er erklärte mich für verrückt und völlig übertrieben. Es war eine harte Zeit für mich, die Spuren hinterliess. Er wurde immer agressiver, auch den Kindern gegenüber. Verharmloste seine Spielerei. Er wolle doch immer nur mal kurz "was gucken". Ich knackte sein Passwort und schaute in sein Spiel rein. Er war in irgendeiner "Gilde"-Gruppe der Gruppenleiter oder wie auch immer man das nennt. Er wurde hoch angesehen, bekam nette Nachrichten geschickt, half den anderen Mitspielern, irgendwelche Wettkämpfe um ein Amt zu gewinnen, fröhnte sich mit irgendwelchen Adelstiteln. Das war alles so bizarr! Immer wieder drohte ich mit Trennung, nahm fast 2 Jahre lang Anti-Depressiva ein, haderte immer wieder mit mir selbst, wurde selbst Agressiv, weil sich so viel unbearbeitete Wut in mir anstaute, ich schrie die Kinder an, hatte keine Geduld mehr. Wenn ich ihn wieder an seinem Laptop sitzen sah, schnürte sich mir die Kehle zu. Jeden Abend legte ich mich mit den Kindern ins Bett, weil sie ohne mich nicht einschlafen wollten. Er saß gemütlich auf dem Sofa, Fernseher an, Laptop auf dem Schoß. Immer wieder redete ich auf ihn ein, er solle mich doch unterstützen mit dem Ins-Bett-bringen, damit ich auch mal einen Abend für mich habe. Wenige Male hat er den Kindern auch mal ein Buch vorgelesen, herzlose Versuche, die jedesmal scheiterten, denn die Kinder wollten ja mich. Logisch. Auch sie merkten, dass der Papa gedanklich bei seinem Spiel war. Er musste zu bestimmten Zeiten online sein, um "Geschäfte" in seinem Spiel abzuschliessen oder "Aufträge" zu erfüllen. |
Sam(Sonntag, 20.Mär 2011, 23:18)Teil 2 Ich wollte mich tausende Male trennen, hatte aber nie den Mut. Zwischendurch flüchtete ich mich in eine Affäre. Doch meine Familie (Geschwister/Mutter) übten riesigen Druck auf mich aus, erklärten mich für verrückt. Niemand verstand mich in meiner Not. Niemand gab mir Rückhalt. Die Hausarbeit musste ich nach meinem langen und stressigen Bürojob auch noch zum großen Teil übernehmen. Wenn ich heimkam warteten sie schon auf mich. Die Kinder waren unausgeglichen, laut, weinten oft. Der Papa flüchtete sich vor seinen Laptop, war völlig überfordert mit den Kindern, nahm selbst zwischendurch Anti-Depressiva. Die Situation war über viele Monate unerträglich. Ein regelrechter Sumpf. Die Große reagierte mit Leistungsabfall und Isolation in der Schule. In einem Gespräch mit der Lehrerin kamen wir auf die Familiensituation zu sprechen und während ich so erzählte fragte sie mich "Und was tun Sie für sich?". Das war eine Kernfrage, für die ich heute sehr dankbar bin. Ich brach in Tränen aus, konnte mich kaum einbekommen geschweige denn weiterreden. Zu Hause schwieg ich und dachte nach. Einen Tag später trennte ich mich von meinem Mann. Der versteht bis heute nicht, was mit mir los ist. Die Spielerei sieht er als so harmlos an, dass es für ihn völlig absurd wäre, sich deshalb zu trennen. Er lebt jetzt in seiner eigenen Wohnung, wir kommen zeitweise gut miteinander aus, ich kann mit meinen Kindern wieder viel ausgeglichener und entspannter umgehen, die Kinder sind selbst viel harmonischer und glücklicher. Nur wenn ich sehe (ich bin ja neugierig), dass er wieder jeden Tag zockt (diesmal bei Facebook), kriege ich wieder wahnsinnig viel Wut. Und er kann es einfach nicht verstehen, weshalb ich beim nächsten Treffen so "schlecht gelaunt" bin. Er wird es nie verstehen. Doch ich hoffe, ich kann eines Tages meinen Seelenfrieden wiederfinden. |
merle(Donnerstag, 31.Mär 2011, 15:10)Hallo Sam, da hast Du ja wahrlich Einiges hinter Dir. Dass Du gleich zweimal in diese Situation geraten bist, ist schier unglaublich. Aber ich bewundere Deine Kraft, dass Du es auch diesmal wieder geschafft hast, Dich und Deine Kinder da raus zu holen. Ich denke, dass es Deinem "Seelenfrieden", den Du Dir wünschst, eher im Weg steht, wenn Du nach wie vor kontrollierst, wie oft und wie ausdauernd Dein Mann online ist. Jetzt, da Du mit dieser ganzen Zockerei nicht mehr unmittelbar konfrontiert sein musst, jetzt, wo Du Dein eigenes und harmonisches Leben zusammen mit den Kindern führen kannst, sollte es Dir egal sein, wieviel Zeit er im Netz verbringt. An diesem Punkt wäre es sicherlich wichtig, loszulassen. Lass ihm sein Facebook, lass ihm seine Chatterei und lass ihm sein Spielen. Wichtig ist, dass es Deinen Kindern und Dir wieder gut geht und dass Ihr es schafft, Alternativen zum PC miteinander zu finden. Nur so können sich auch die Kinder von all dem Erlebten erholen. Wenn sie allerdings bei ihrem Vater sind, solltest Du darauf bestehen, dass Dein Mann nicht zockt, denn an dieser Stelle hast Du wahrlich ein Wörtchen mitzureden. Ansonsten lass ihn sein Leben "verspielen" - es ist seines und nicht Deines. Ich wünsche Dir viele schöne Offlinestunden mit Deinen Kindern. Merle |
Sternschnuppe(Samstag, 5.Nov 2011, 18:28)Warum gibt es kaum Selbsthilfegruppen für Partner? Ich finde es wichtig, dass Merle darauf hinweist, dass nicht nur Jugendliche, sondern auch viele Erwachsene onlinesüchtig sind: "Es ist traurig, was da in so vielen Beziehungen abläuft. Bei uns häufen sich die Briefe von verzweifelten Partnern. Die Öffentlichkeit ist nach wie vor der Meinung, dass diese Problematik nur bei Kindern und Jugendlichen zu finden ist, und keiner ahnt, wieviele Ehen durch die Onlinesucht zerbrechen. " Und es geht nicht nur um Spielsucht, sondern auch um Chatsucht. Ich wünschte mir, dass es endlich Selbsthilfegruppen für die PARTNER ERWACHSENER CHATSÜCHTIGER gäbe, also nicht nur für Eltern von Jugendlichen und Partner von Spielsüchtigen, und zwar flächendeckend, nicht nur in Berlin und Hamburg! |
Team-ch(Samstag, 5.Nov 2011, 18:52)Selbsthilfegruppen überall !!! Hallo Sternschnuppe, auch mein Traum ist es, dass es flächendeckend Selbsthilfegruppen gibt. Wobei ich glaube, dass der erste Schritt, um das Ganze besser verstehen zu lernen, der ist, dass man sich überhaupt erst mal als Angehöriger mit anderen betroffenen Angehörigen trifft, unabhängig davon ob Partner oder Kinder betroffen sind. Erst danach wird es vermutlich möglich sein, weiter aufzusplitten. Selbsthilfegruppen sind nicht einfach da. Sie müssen initiiert und gegründet werden. Viele Selbsthilfezentren oder Kiss-Stellen in Städten sind bei Raumsuche und Werbung, etc. behilflich. Gerne stehen wir (Selbsthilfegruppen Angehörige und Betroffene in München) für Informationen und zur Starthilfe zur Verfügung. Das ist eine ungemein wichtige Arbeit. Deshalb freuen wir uns immer, wenn die Initiative ergriffen wird. Man ist dann damit nicht mehr so alleine. Es gibt ja leider genügend betroffene Angehörige. München: http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/78/28/1/80339-muenchen-shg-ang/ Wichtig aber ist, dass über das Netzwerk für Ratsuchende andere Interessierte wissen, dass ein Gründungswunsch oder bereits eine Selbsthilfegruppe besteht. Dies kann anonym geschehen. Die Kontaktaufnahme erfolgt dann über eine Private Nachricht. Es muss aber jemand mutig den ersten Schritt wagen! bestehende Selbsthilfegruppen: http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/foren/9/vorstellung-bestehender-selbsthilfegruppen-shg/ Gründungsgesuche : http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/foren/17/suche-und-neugruendung-einer-selbsthilfegruppe-shg/ Weitere Infos: Blitzanmeldung Eintragung Forennutzung Kontakt über: info@rollenspielsucht.de oder team@agmev.de Vg team-ch |
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