Spiel- und Mediensucht
Hoffentlich mach ich jetzt nichts falsch: mein erster Beitrag bzw. mein erster Hilfeschrei.
Hallo Ihr da draussen.
Ich bin Single, selbstständig und arbeite Zuhause. D.h. ich habe überhaupt keine soziale Kontrolle in allen Bereichen. Arbeitsbedingt kann ich nicht auf meinen Computer verzichten. Morgens lese ich die Zeitung schon online. Das geht dann so weiter. Weil es jobmäßig grad so locker ist und ich wenig Aufträge habe, fing ich an zwischendurch immer mal wieder ein Spielchen zu spielen. Da gibt es ja so nette Seiten. Es ist sogar so, dass man mit jemand spielen kann und fühlt sich dann auch nicht so ganz allein. Ich spiele Karten, Würfel und Geschicklichkeitsspiele - scheint harmlos - aber ich merke, wie ich mehr und mehr Zeit damit "verschwende". Inzwischen sind es oft 2 Std. täglich - nicht am Stück - aber immer wieder......
und ich hasse mich dafür, merke aber gleichzeitig, dass ich es nicht lassen kann.
Obwohl ich andere Sachen zu tun hätte. Ich nehme mir täglich vor: morgen spiel ich nicht. Aber dann esse ich z.B. anstatt dessen, oder geh Shoppen.....
alles Süchte. Abends läuft dann der Fernseher und ich mach mir ein Bier auf. Alles Süchte.
Es ist schon noch so, dass ich meine Sachen auf die Reihe kriege und auch noch nicht verwahrlost bin....aber ich spüre, dass sich die Tendenzen dazu anschleichen und das macht mir Angst.
Ich war schon bei einer Psychologin, aber die hat mein Problem nicht so ernst genommen: "Sie sind nicht richtig spielsüchtig - sie haben vielleicht eher Depressionen". Das hat mir nicht sonderlich weitergeholfen.
Ich nehme mir jetzt vor, mir einen Plan zu machen, dass ich für bestimmte Sachen feste Strukturen bekomme.
Ich mache eine Liste, was ich alles machen könnte anstatt zu spielen: Joggen, Badewanne, aufräumen, Rasen mähen........
und such mir dann immer eins davon aus, wenn's mich "überkommt".
Oder wie macht ihr das?
Bitte gebt mir eure Tipps und Tricks.
Ist es sinnvoll sich eine bestimmt Zeit SPIELEN zu gewähren und langsam zu reduzieren..... oder.....oder.....oder????
Wenn ihr mehr wissen wollt, dann fragt mich bitte.
Ich freu mich drauf.
Danke
papermoon
Schade
ich hätte mir gewünscht, es kämen ein paar tolle Tipps.
Na ja - vielleicht bin ich zu ungeduldig?!
:-))
Ein bequemes Leben...
Hallo papermoon,
eigentlich hast du dein Problem schon selbst beschrieben, nur nicht erkannt:
Weil es jobmäßig grad so locker ist und ich wenig Aufträge habe, fing ich an zwischendurch immer mal wieder ein Spielchen zu spielen...
Ich weiss zwar nicht was du beruflich machst, hört sich aber an, als wärst du dein eigener Chef. Vielleicht wäre das "Angeln" von neuen Aufträgen eine interessantere Geschichte als zu spielen.
Wenn du jedoch nach Aktivitäten suchst, guckst du hier (kleiner Thread von mir):
http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/308/35/1/freizeitaktivitaeten-macht-doch-mal-was-anderes/
Tja, das mit dem langsamen aufhören oder reduzieren des Spielens klappt leider nicht. Entweder oder! Also spielen bleiben lassen. Suche dir besser ein Hobby, welches dich fesselt! Dazu gehören natürlich auch die von dir erwähnten festen Strukturen. Eigentlich bist du auf einem guten Weg, es fehlt nur noch der letzte Ruck.
Na dann schubs ich dich mal an
LG HappyHour!
... und denkt daran: die beste Rüstung ist euer Körper, der beste Zauber ist "Phantasie" und eure beste Waffe ist der Verstand!
Danke happy hour
Ja du hast vollkommen recht.
Mit allem.
Mehr Aufträge wären schon das gelbe vom Ei.
Aber leichter gesagt als getan.
Ich bin Single und selbstständig zuhause tätig.
Da hab ich alle Freiheiten der Welt und keine soziale Kontrolle.
Das mit den festen Strukturen habe ich mir vorgenommen und mache gerade Pläne:
Freunde regelmäßig einladen, kein Essen am Computer, mehr Sport, Volkshochschule, etc. pp.
Ich bin ein sehr kreativer Mensch - langweilig ist es mir eigenltich nie -
aber manchmal fehlt als halt an Disziplin.
Sonst wär es doch nicht so weit gekommen.
Ich habe jetzt seit 2 Wochen nicht gespielt.
Aber manchmal erwisch ich mich dabei, dass ich dann halt länger in ebay gruschtle.....oder sonst viel im Internet bin, was teils sinnvoll ist für mich, aber auch .... na ja, du weißt schon, was ich meine.
Trotzdem: ich habe das Gefühl, dass ich auf einem guten Weg bin.
Zumindest ist das Problem erkannt!
Danke für deine Mühe.
Jetzt schau ich mir gleich mal deine Seite an.
Gruß
papermoon
Medientagebuch
....ganz vergessen.
Ich führe jetzt ein Tagebuch über mein Verhalten bezüglich des Medienkonsums.
Also wie gesagt, es sind knapp 14 Tage dass ich nicht mehr spiele und ich schreibe auf,
wie es mir dabei geht: was ich denke was ich fühle.
Ich schreibe auf wieviel Zeit ich vor diesen Kisten (Computer, Fernseher) verbringe.
Das hilft mir auch - nicht mehr zu spielen - weil es mir vor mir selbst peinlich ist......
Vielleicht ist das auch ein guter Tipp für die anderen.
Gruß
papermoon
super guter Weg
Hallo papermoon,
wir sind erst seit ein paar Tagen wieder aus dem Urlaub zurück, deshalb habe ich mich so lange nicht mehr im Forum bemerkbar gemacht. Es gab auch erst mal noch sehr viel zu tun, bis alles, z.B. die gesamte Urlaubswäsche, wieder am rechten Fleck war... aber das kennst Du ja sicher auch von Dir.
Jaaa, genau die Dinge, die Du schon ganz von Dir aus für Dich zu leisten versuchst, hätte ich Dir als hilfreiche Tipps mit auf den Weg gegeben. Du bist so weit mit Dir, hast das Problem erkannt und den Vorsatz gefasst, da rauszufinden. Auch dass Dir Dein früheres Verhalten jetzt fast peinlich ist, ist ein ganz wichtiges und hilfreiches Gefühl. Ich finde es toll, wie kraftvoll und motiviert Du an die Sache herangehst. Und dass Du ein so kreativer Mensch bist, kann Dir jetzt von Nutzen sein. Eine sinnvolle Beschäftigung zu finden, die Dir Spaß macht, die Dich fordert und in Beschlag nimmt, ist der allerwichtigste Punkt, denn "ein bisschen spielen" geht meiner Meinung nach überhaupt nicht. So hängst Du letztendlich immer weiter drin und Deine Gedanken werden ums Spielen kreisen und Dich nicht loslassen. Ziehe einen klaren Schlussstrich und entscheide Dich für den Computer als Werkzeug und nie mehr als Spielzeug. Als nächsten Schritt dann richtest Du am Besten Deinen Fokus nicht nur aufs Spielen, sondern auf Deinen Mediengebrauch insgesamt - vor allem Deine Internetnutzung. Denn nicht nur im Spielen kann man sich verlieren, sondern auch im Googeln, in Wikipedia und und und. Da lauert "Gefahr", da rinnen die Stunden wie nix dahin. Meinst Du, Du könntest vorerst auch darauf ganz verzichten? Wenn Dir danach ist (auch nach Fernsehen Schauen), nimm ganz bewusst Deine Liste und picke Dir einen Deiner Punkte heraus, den Du dann statt dessen machst. Im Laufe der Zeit wird Dir dies immer leichter fallen.
Das mit dem Medientagebuch ist eine hervorragende Idee und wird Dir helfen, Dein Medienverhalten besser zu begreifen. Du bist auf einem super guten Weg und ich finde es beeindruckend, wie genau Du weißt, wie Du ihn gehen musst. Halte uns auf dem Laufenden, wie es Dir weiter ergeht, ja?
Liebe Grüße Merle
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