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        Ich weis nicht mehr weiter...

Ich weis nicht mehr weiter...

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linnea84

(Dienstag, 24.Aug 2010, 10:37)
Herr der Ringe online und Folgen..
Hallo,
Angefangen hat alles 2007... Meine Ehe war schon auf einem Tiefstand, mein Mann hing ständig vor seinem Command and Conquer und ich fühlte mich abends schwer alleine trotz Zweisamkeit.
Der Realise von Herr der Ringe stand kurz vor der Türe und da mir die Bücher und der Film so gut gefiel, dachte ich " Hey das wäre was für mich".
Das ich zu diesem Zeitpunkt das Ende meine Ehe besiegelte, hätte ich doch nicht wissen können...

Ich fing dieses dämliche Game an, lernte Leute kennen und bekam schnell Bestätigung die mir im realen Leben fehlte.
Irgendwann hin ich nur noch davor.. und mein Mann fand das Spiel irgendwie auch interessant und wechselte somit das Game..
Am Anfang war es noch lustig.. ich war Sippenanführerin und Raidleiterin überall bekannt und geachtet und mein Mann ... ja der fand das irgendwie garnicht so lustig, dass ich dort besser war wie er.
Es kam immer häufiger zum Streit und irgendwie drehte sich nur noch alles ums Game.

Meine Sucht erkannte ich noch nicht aber zufrieden war ich auch nicht mehr, nur noch Gerede und Streit wegen dem Game. Als Frau wurde ich nicht mehr gesehen nur noch als Konkurrenz. Freundliche Worte sowie Komplimente bekam ich von anderen.

Auf einmal merkte ich, das alles einfach nur komplett in die Falsche Richtung lief... bettelte darum mal einen gemeinsamen Urlaub zu machen, die Accounts doch zu löschen... einen zweisamen Abend vielleicht?? Nöö nix!
Ja da machte ich dann einen riesen Fehler.. er will mich ja nicht... aber da ist einer der nett und freudlich ist... Komplimente macht... mich als Frau sieht.
Wo das hingeführt hat, kann sich glaube ich jeder denken... aber bezahlt habe ich dafür... wir leben nun seid Zwei Jahren getrennt.

Nicht wegen dem Seitensprung... nein den konnte er mir verzeihen. Nein er konnte ihn mir viel zu schnell verzeihen hauptsache wir zocken weiter. Eigendlich war es ihm völlig egal und aus diesem Grunde bin ich dann gegangen auch wenn es jetzt immer noch schwer ist.

Tja ich selbst habe daraus gelernt und das einzige was ich vielleicht mal am Pc zocke ist Solitäre. Doch mein Noch-Ehemann?
Nun er hat die Sippe übernommen ist Raidleiter und spielt zusätzlich zu seinem auch meinen Account.

Alle zwei Wochen hat er unseren nun 6 Jährigen Sohn bei sich. Er holt ihn freitags um 19 Uhr ab rast nach Hause und setzt das Kind vor den Fernseher. Denn er hat um 20 Uhr einen Raid... zocken bis 4-5 Uhr morgens. Der Kleine macht sich alleine Frühstück und den Fernseher an, Papa steht dann so um 12 halb 1 auf... kaffee Fluppe Herr der Ringe online... mal sehen was im AH so los ist... schnell einkaufen, am liebsten noch ne neue DVD für den Kleinen damit er schnell ruhig gestellt ist wenn man wieder am PC sitzt. Der Sonntag läuft genauso.. dann schnell wieder nach Hause bringen, denn Sonntags hat er auch nen Raid.
Der Höhepunkt war letze Woche .. die Einschulung... Wochenlang vorher haben wir oft zusammen gesessen um den Tag zu planen, wie was läuft wer alles kommt, was kommt in die Schultüte.. das WE vorher, war er nicht zu erreichen... angeblich Akku leer ( ich glaub eher das seine 18 jährige Gamefreundin da war, dies ist nämlich seine Neue zu dem 20 Jährigen Altersunterschied kam nur die Aussage:" im Game verschwimmen halt die Grenzen"
Wer war nicht da? Wer hat die Einschulung seines Sohnes vergessen? Und tat total geschockt, als ich ihn dann endlich erreicht hatte? Tja der Papa natürlich!

Okay er kam an dem Tag dann noch, er hatte zwar alles verpasst aber er kam zumindest... das sein Sohn mit ihm nicht sprechen wollte, tat er einfach so ab und drückte ihm einen 20 Euro Schein in die Hand.

Ich habe danach ein langes Gespräch mit ihm geführt, versucht ihm seine Sucht vor augen zu führen.. und er tat so als verstände er!
Die Freitagsraids werden dann nun an Papawochenenden verschoben ec.
Heute habe ich mir dann den Raidplaner angesehen, schließlich steht das Papa-WE vor der Türe, das erste als Schulkind! Und siehe da ich musste feststellen, das seine Sippe in der letzen Woche so gewachsen ist, das nun ein Aufnahmestopp herrscht ( das soll was heissen) und nun die Raids verdoppelt worden sidn damit alle mal ran können... der Freitagsraid besteht natürlcih weiterhin und angemeldet ist er auch!

Also alles Lüge um mich mal wieder zu besänftigen... in unserem Telefonat eben kam der Spruch " Leben und leben lassen" und es mag ja ein gewisses Suchtpotential dahinterstecken aber er kümmere sich doch um den Kleinen.

Nun habe ich eben meinen Account, mit dem er ja auch spielt und am Freitag im Raid angemeldet ist dicht gemacht.. damit kann er nun nicht mehr spielen, doch nun habe ich Angst das er durchdeht und überlege das Rückgängig zu machen..
Nur was soll ich sonst machen? Trotz allem liebt mein Sohn seinen Vater und ich will ja nur, dass er an den Tagen das spielen einschränkt und ihm nicht das Kind komplett entziehen..

Über Lösungsvorschläge würde ich mich sehr freuen

Eure Natalie

HappyHour

(Dienstag, 24.Aug 2010, 12:07)
Rette deinen Sohn!!!
Hallo linnea84,

da lebst du ja in einer nicht zu beneidenden Situation.

Aber viel schlimmer ist dies für deinen Sohn. Dass dein spielsüchtiger Mann (und er IST 100% spielsüchtig) euren Sohn vor die Glotze setzt und ihn anderweitig abspeisst, kann wohl nicht die Lösung sein. Hier sehe ich das grösste Problem. Du selbst hast dich ja schon aus dem Spielebereich entfernt und die Konsequenzen gezogen.

Ausreden deines Mannes wie "Leben und leben lassen" sind hinreichlich bekannt und zeigen nur, wie sehr er schon in die Spielewelt verstrickt ist. Dass es hier auch an Verantwortung seinerseits fehlt, zeigt sich schon am Einschulungstag. Prioritäten werden nach Belieben gewichtet und die Gilde wird immer im Vordergrund stehen. Deinen Mann kannst du nicht retten, dass muss er schon alleine machen und dies auch selbst erkennen.

Du musst euren Sohn retten. Auch wenn er seinen Vater liebt, sieht er als 6-jähriger ihn als Vorbild. Jedoch ein schlechtes! Und eines Tages wird er sich fragen oder erkennen, das er für seinen Vater nur eine Last ist (was ja im Moment aus der Sicht deines Mannes schon so ist, sonst würde der seinen Egoismus nicht so pflegen). Wie schwer es ist (wird) deinen Sohn diesem Umfeld zu entziehen, kannst du dir gut vorstellen. Aber es wird deine künftige Aufgabe sein dies durchzusetzen. Ich wünsche dir die Kraft und die Hilfe von Mitgliedern dieses Forums, die einen besseren Einblick in das Familienrecht haben. Denn das Ganze läuft im Ende doch auf Konfrontation hinaus, stell dich darauf bereits heute ein!

Dir kräftig die Daumen für deine künftigen Aufgaben drücke...

LG HAppyHour!!!

linnea84

(Dienstag, 24.Aug 2010, 20:54)
Guten Abend,

Heute hatte ich wieder ein schwieriges Telefonat mit meinem Ex... er drehte natürlich durch weil der Account gesperrt war und somit kam ich in den Genuss eines Anrufes!
Nach meiner Zusicherung ihn wieder zu öffnen, beruhigte er sich und ich nutzte die Chance über das Wochenende zu reden.
Ich verstehe einfach nicht warum er auf die Wochenenden besteht! Und auf meine Fragen warum kamen nur unnachvollziehbare Antworten!
Ich schlug ihm auch vor, er könne den Kleinen gerne jeden Samstag mittags abholen, einen schönen Tag mit ihm verbringen und ihn abends zurückbringen. So könne er ausschlafen und hätte auch keinen "Störfaktor" bei seinen Raids! Davon wollte er garnix hören, er würde ihn am Freitag abholen und ich solle aufhören so zu tun als wäre er gemein gefährlich! Ausserdem habe ich ihm nicht vorzuschreiben womit er seine Zeit verbringt! Er drohte mir mit dem Anwalt wenn ich das Kind weiter gegen ihn aufhetze!

Warum denken die Jugendämter nur, diese WOW-Kultur wäre eine reine Jugendproblematik?

HappyHour

(Dienstag, 24.Aug 2010, 23:07)
Lesen bildet...
Hallo linnea84,


wer lesen kann ist im Vorteil! Du wolltest Hilfe, ich schrieb dir meine Meinung dazu... omg!!


Nun gut, wenn du das alleine regeln möchtest, ok, aber dann frag hier nicht. Deine Reaktion war genau so wie erwartet. Hallooooo, wach doch mal auf!


Scheuklappen weg und rette deinen Sohn!!! Das ist hier kein Heul-Thread, sondern Leben pur! Zeige Aktion.... ich habe vorher dir schon beschrieben wie es kommt.

Also auf, wir packen das zusammen!!!!!!!


LG HappyHour!!!

linnea84

(Mittwoch, 25.Aug 2010, 08:44)
Guten Morgen,

HappyHour ich habe schon klar und deutlich herausgelesen worauf du hinaus möchtest und ich habe nicht vor mich hier nur auszuheulen, selbst wenn ich natürlich sehr aufgewühlt bin und auch versuche meine Gefühlslage deutlich zu machen.

Ich versuche Lösungswege zu finden! und meinem Verstand ist schon mehr als bewusst, dass dies alles auf einen Sorgerechtsprozess herausläuft.

Nur ist dies erstens nicht mehr ganz so einfach als Mutter da die PRO-Vaterlobby zur Zeit ziemlich stark ist ( was ich natürlich begrüße ) und zweitens ist den meisten ältern Generationen nicht wirklich bewusst was diese Rollenspielsucht eigendlich bedeutet, was die Dame vom Jugendamt ja klar bewiesen hat!

Genau aus diesem Grund habe ich mich an ein Forum gewannt, was sich dieser Krankheit klar bewusst ist, sich damit auskennt und mir bei meiner weiteren Vorgehensweise helfen kann.

Ich darf zur Zeit meinen Sohn nun mal nicht einfach einbehalten, ausser er sagt selber: Mama ich will nicht! Schmeckt mir das?? Nein, natürlich nicht!
Du sagst: Rette deinen Sohn" und glaube mir nix anderes habe ich vor!
Dafür bin ich hier, dafür suche ich Menschen, die sich damit auskennen und mir Ratschläge geben können wie ich nun am besten vorgehe!

Liebe Grüße
Natalie


merle

(Dienstag, 31.Aug 2010, 19:07)
Hallo Natalie,
Deine Situation geht mir sehr nahe. Wenn ich mich in Dich hineinversetze, wäre meine erste spontane Reaktion, meinen Sohn nicht mehr zu seinem Papa zu lassen. Aber gleichzeitig ist mir auch klar, dass das natürlich rein rechtlich gesehen überhaupt nicht funktioniert. Die Frage ist: was ist schwerer zu gewichten - die Medienverwahrlosung, die im Bezug auf das Kind bei Deinem Ex stattfindet und Euren Sohn nachhaltig prägen und belasten wird, oder die Tatsache, dass der Vater-Sohn-Kontakt unglaublich wichtig ist, egal wie die gemeinsamen Tage ablaufen? Deinem Kind den Vater zu entziehen, kann nicht die Lösung sein, aber vielleicht gibt es doch eine Möglichkeit, zu erwirken, dass Dein Ex während der Vaterwochenenden nicht spielt. Auf welchem Weg Du dies erreichen kannst, hängt sicherlich ganz davon ab, inwieweit Ihr Euch noch soweit gut begegnen könnt, dass Ihr einander zuhört. Deshalb kann ich durchaus verstehen, dass Du den Konfrontationskurs meidest, trotzdem hätte ich den Account in gar keinem Fall wieder geöffnet. Da solltest Du wirklich eine ganz klare Position beziehen und nicht verwaschen reagieren, sonst hat Dein Ex Dich mit seinen Forderungen in der Hand. Lass in diesem Punkt nicht mit Dir verhandeln und beziehe in puncto Herr der Ringe eine glasklare Stellung.
Ich würde an Deiner Stelle in jedem Fall mal eine Rechtsberatung aufsuchen (Pro Familia oder die Caritas bieten günstige Beratungen an), um zu eruieren, ob die Bedingungen, die der Vater seinem Sohn am WE bieten muss, nicht konkreter und präziser festgelegt werden können. Immerhin ist ja klar zu erwarten, dass Euer Kind Schaden nehmen wird, wenn es so bleibt, wie es bis jetzt ist.
Berichte uns doch bitte, was sich weiterhin tut, oder schreibe einfach, weil Dir schwer ums Herz ist. Es tut gut, dass es hier im Forum einen Platz gibt, an dem man einfach mal sein ganzes Herzeleid, seine Ängste und Fragen loswerden kann.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft - für Dich selbst und ganz fest für Dein Kind.
LG Merle

linnea84

(Montag, 27.Sep 2010, 09:38)
Guten Morgen,

Lange habe ich mich hier nicht mehr eingeloggt, doch nun stehe ich vor einem großen Termin beim Jugendamt und versuche es nochmals hier Hilfe zu bekommen, die vielleicht eher produktiv als vorwurfsvoll aufgebaut sind.

Also ich habe in dem letzen Monat selbst 2 Termine beim JA gehabt in der ich meine Situation genaustens geschildert habe und mal wieder auf eine Dame gestoßen bin, die von Rollen-spielsucht null Ahnung hat, aber mich wenigstens etwas ernst genommen hat.
Darauf hin hat mein Ex sein Recht auf Komunikation mit dem Jugendamt wahrgenommen... man höre und staune, dort konnte er mal pünktlich sein und hat sogar seinen Anzug aus dem Schrank gekramt. Sehr beeindruckend!

Nun habe ich kurzfristig MORGEN einen gemeinsamen Termin mit ihm beim Jugendamt!

Ich habe nun alles schriftlich zusammen gefasst, was so in den letzen Monaten falsch gelaufen ist, sowie meine Punkte die ich geregelt haben möchte.

Gleichzeitig habe ich mir in dem letzen 2 Wochen sein genaues Spielverhalten notiert (Onlinezeiten) soweit es mir möglich war und einen Auszug des Drogenberichtes welches die Spielsucht betrifft.

Ich versuche den Termin so gut durchdacht wie möglich anzugehen und muss es morgen schaffen der Dame im Jugendamt klarzumachen, dass es sich hier nicht nur um ein Hobby handelt und das sehr wohl hier eine Kindesgefährdung vorliegt, davon ist sie nämlich nicht wirklich überzeugt schließlich ist mein Ex ja soo charismatisch!

sollte also jemand ein wenig erfahrung haben wie man dort beim Jugendamt am besten argumentiert wäre ich für schnelle Hilfe sekr dankbar!

Liebe Grüße

Linn

merle

(Montag, 27.Sep 2010, 13:55)
Forenbeiträge ausdrucken
Hallo Linn,
Du scheinst Dich ja offenbar sehr gut vorbereitet zu haben auf diesen wichtigen Termin, und ich drücke Dir alle Daumen, dass Du für die Punkte, die Dir wichtig sind, Gehör findest. Vielleicht könntest Du noch alle Partnerbeiträge hier aus dem Partnerforum ausdrucken und sie der Dame beim Jugendamt vorlegen? So wird ihr in jedem Fall klar werden müssen, dass sie es nicht mit einer einzigen hysterischen, rachedürstenden Ex zu tun hat, sondern dass es sich hier tatsächlich um ein ernst zu nehmendes Problem handelt, das viele getrennte Familien und vor allem die leidtragenden Kinder massivst betrifft. Hier herrscht dringender Informationsbedarf und Du solltest der Sachbearbeiterin in jedem Fall unsere beiden Internetseiten (auch www.rollenspielsucht.de) ans Herz legen. Du kannst Dir unter http://www.rollenspielsucht.de/resources/Visitenkarte-rollenspielsucht.pdf und http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/dateidownload/42/ unsere beiden Visitenkarten ausdrucken, um sie ihr mitzugeben (Du kannst auch vorder- und rückseitig bedrucken). Vielleicht kannst Du sie gleich reihum im Jugendamt verteilen...
Hast Du mal darüber nachgedacht, einen Mitarbeiter einer Suchtberatungsstelle zum morgigen Termin mitzunehmen? So hättest Du fachliche Unterstützung und wärst nicht ganz allein auf Dich gestellt.
Ich denk an Dich morgen und bin gespannt, was Du berichtest.
Ganz viel Kraft wünsche ich Dir!!!
Merle

linnea84

(Montag, 27.Sep 2010, 14:26)
Hallo,

ich habe mir einige Berichte sowie Artikel von eurer Seite schon herunter geladen und ausgedruckt und werde morgen eine dicke Mappe dabei haben. Auch die Visitenkarten habe ich soeben gedruckt... ich hoffe inständig morgen ernst genommen zu werden.
Wir werden sehen, mein Vertrauen in das Jugendamt ist ziemlich dünne...

Liebe Grüße
Natalie

linnea84

(Dienstag, 28.Sep 2010, 12:06)
Hallo zusammen,

nun der Termin liegt nun hinter mir und eins kann ich vorab sagen : Die Jugendämter sollten so langsam mal aufgeklärt werden! Sie haben in Richtung Onlinesucht überhaupt keine Ahnung!!

Okay sie sieht die Problematik der Unzuverlässigkeit und das ein geregelter Ablauf für den Kleinen geschaffen werden soll... am Ende lief es darauf hinaus, dass mein Sohn nun Samstag mittags vom Papa abgeholt wird ( nun jeden und nicht im 14 Tage Rythmus) und abends zurück gebracht wird, dies wurde für 4 Wochen festgelegt. Diese Zeit soll der Papa nutzen um das Vertrauen seines Sohnes wieder zuerlangen um dann nach diesen vier Wochen wieder zum Wochenende mit Übernachtung zurück kehren zu können. Von einer Therapie als Auflage ist abzusehen, denn dass muss er ja selber wollen.. und wenn er doch sagt, dass er nicht mehr spielt wenn der Kleine da ist...! Zumal so schlecht sieht der Herr... ja nun auch nicht aus ich solle mal nicht unter die Gürtellinie gehen!
Tja was halte ich davon?
Die Samstage ansich sind eine gute Idee, da ich 50 Kilometer weiter weg wohne, wird er nicht mit meinem Sohn zu sich nach Hause fahren, er wird in der Zeit hier in der Nähe etwas mit dem Kleinen unternehmen, ob er nun wirklich pünktlich und zuverlässig hier her kommt bleibt abzuwarten.
Diese Regelung nur für 4 Wochen zu haben und nicht mal im Ansatz darüber nachzudenklen, ob nicht vielleicht eine Therapie oder ähnliches mit in die Vereinbahrung einzubinden finde ich absurd... ich weiss das er als Vater funktionieren will ich weiss auch das er sein Kind liebt.. aber etwas wollen und etwas können sind nun mal zwei verschiedene paar Schuhe! In vier Wochen soll alles anders sein? Ist er in vier Wochen kein Sippenchef mehr? Kein Raidleiter?
Ich glaube daran nicht! Okay die Hoffnung stirbt zuletzt... nur soll ich nun in den nächsten vier Wochen Hoffen und beten?

Ich habe den Vorschlag gemacht, er solle sich selbst doch erstmal eine 4 wöchige Pause nehmen in denen er den Kleinen garnicht sieht und sich in diese Richtung nicht verpflichtet. Ich würde ihn in dieser Zeit über alles auf dem laufenden halten und ihn in zu treffende Entscheidungen, sollten welche anfallen, natürlich mit einbinden.
In dieser Zeit könne er sich ja zumindest mal beraten lassen und selbst überlegen wie es mit ihm weiter gehen soll... sich um sich selbst kümmern.
Erst dann könne man mit den Samstagen und dann auch gern jeden Samstag beginnen und anfangen vertrauen und Beziehung wieder aufzubauen... UNBEFRISTET! Erst wenn man wirklich sieht, dass das alles gut funktioniert solle man über Wochenenden sprechen! Ich würde sogar vorher mit ihm das Kinderzimmer, welches einem Sperrmülllager gleicht auf Vordermann bringen und sogar von hier Spielzeug abzweigen was er dann dort reinstellen kann ( ein Mann mit 5000 netto kann sich kein Spielzeug leisten!)
Nein! Er beharrte auf die Wochenenden und ich saß nur noch da und fragte mich ob ich im falschen Film bin!
Nun gut, ich habe nun eine 4 wöchige Schonfrist, das ist dass, was ich heute erreicht habe... nicht mehr nicht weniger!
In meinen Augen irgendwie nix, nee zufrieden bin ich nicht!

Eure Linn

merle

(Mittwoch, 29.Sep 2010, 11:22)
kleine Schritte
Hallo linnea84,
das Jugendamt hat in der Tat großen Informationsbedarf (siehe http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/index.php?p=showtopic&toid=571&high=G%E4rtnerin) und wir würden uns freuen, wenn Du Deine Erfahrungen auch dort veröffentlichen würdest, um andere dazu zu ermutigen, dies ebenfalls zu tun. Du bist wahrlich nicht die Einzige, die sich vom Amt nicht verstanden fühlt, wie man ja am traurigen Schicksal von "Gärtnerin" sehen kann...
Ich kann gut verstehen, dass Du total enttäuscht bist und das Gefühl hast, letztendlich gar nichts erreicht zu haben. Aber vielleicht sind die kleinen Schritte viel besser und tiefgreifender als das schnelle Auffahren schwerer Geschütze. Dein Exmann weiß jetzt, dass Du bereit bist, Dich zu wehren und dass Du keine Mühen scheust, das Beste für Euren Sohn durchzukämpfen. Dies kann ihn durchaus zu einer einschneidenden Veränderung mit sich selbst bringen, und vielleicht gelingt es Dir, diese Möglichkeit nicht von vornherein kategorisch von der Hand zu weisen und mit negativen Gedanken zu belasten.
Liebe linnea, versuche in jedem Fall, Deinen Exmann und Vater Eures Kindes zu achten, trotz allem, was zwischen Euch an Verletzungen passiert ist. Dies wäre das Allerallerwichtigste für Deinen Sohn.
Darf ich Dir ein Buch ans Herz legen, das zumindest für mich unglaublich wichtig war? Eva-Maria Zurhorst: "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest." (Der Titel ist schwierig, finde ich, aber das Buch selbst ist ein Muss!!) Das Kapitel "Kinder der Liebe" hat mich tief berührt und mir eine neue Sicht auf Familie und das Leben mit Kindern geschenkt. Ganz ganz wichtig finde ich die Gedanken zur Trennung. Zurhorst schreibt z.B.: "Machtkampf ist Kinderlähmung" und " Lehnen die Ehepartner etwas am anderen vehement ab, fühlt sich das Kind in einem Teil seines Seins vehement abgelehnt " und "Die tiefste Wahrheit, die unter allen anderen Wahrheiten liegt, ist allerdings, dass es keine Trennung gibt. Wir können uns nur von etwas wirklich befreien, indem wir es annehmen." Ein wichtiges und sicherlich schweres Stück Arbeit.
Ich glaube, dass Du stark bist und dass Du in der Lage bist, Deinen Anteil der erforderlichen "Seelenarbeit" zu leisten, um die Situation, in der Ihr steckt, zum Positiven zu verändern.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Klarheit.
LG
Merle






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