Sucht - Doppelsüchtig
Mein Sohn spielt seit 5 Jahren (wir hatten gerade einen Internetanschluss im Februar 2005) bekommen.
Er ging dann 80 km entferntes Internat und hat immer nur am Wochenende (Quartalsspieler?) gespielt. Ich habe seit Februar 2006 keinen Internetanschluss
mehr, doch mein Vater wohnt neben an und hat dann aus beruflichen Gründen im Frühjahr 2006 Internet im Haus und dort hat mein Sohn auch dann an den Wochenenden und in den Ferien gespielt.Unter der Woche hatte er keine Möglichkeit zu spielen. Allerdings vor zwei Jahren hat er einen Laptop geschenkt bekommen und konnte da dann WOW runterladen.Er hat Ende Juni das Abitur gemacht und ist jetzt seit ca. 2 Wochen bei der Freundin untergetaucht, die gerade jobbt und er ist zum rTeil alleine im Haus. Allerdings kommt der Vater mit Freundin morgen abend nach Hause. Er will leider nicht zu einer Beratungsstelle und meint er könne es selber schaffen. Mein Vater hat ihn regelmäßig nachts um 22.30 Uhr aus dem Haus geschickt. Bei mir hat der dann noch den Fernseher angemacht und ewig ferngeguckt. Leider hat er in diesen Sommerferien auch sich um keinen Ferienjob bemüht. Ich habe jetzt richtig Angst und gleich ein Beratungsgespräch an der Uniklinik in Tübingen absagen müssen (da wollte er absolut nicht hin) und gehe jetzt nochmal zu einer Beratung von der Diakonie alleine. Mittlerweile war er bei einer Raucherentwöhnung (3 x Hypnose) bei einem Psychologen(er raucht jetzt nur noch 2 Zigaretten am Tag und bräuchte noch mal 2 Sitzungen). Schade, dass es keine Hypnose bei der Rollenspielsucht gibt.
Bis heute hat er seinen Führerschein nicht gemacht und sich bis jetzt auch nicht eigenständig beworben (hat Termine bei Arbeitsamt).
Möglicherweise muss er bald zum Bund (dort hat er keinen PC), bis jetzt hat er auch keinen Brief geschrieben, dass er Zivi machen will.
Kann man denn von einer Sucht sprechen wenn er jahrelang nur am Wochenende spielen konnte und wie kann ich ihn dazu bewegen eine Therapie
zu machen. Bin leider durch den Stress etwas angeschlagen.
ihm nichts abnehmen
Hallo Lizzy,
bei Deinem Sohn stellt sich die gesamte Problematik etwas anders dar, weil er ja nicht rund um die Uhr spielt, so wie andere Zocker dies tun. Dennoch sieht es so aus, als ob er keinerlei andere Freizeitbeschäftigung hat und auch was die Gestaltung seiner Zukunft anbetrifft, total passiv ist. Kennt er denn unsere beiden Internetseiten? Es wäre sicherlich gut, wenn er sich die Aussteigerberichte einmal ausführlich durchliest und auch die ARD-Dokumentation über Onlinesucht mal anschaut. (
http://www.rollenspielsucht.de/ARD_Doku.html)
Es wäre wichtig, dass Du ihm die für seine weitere Zukunft notwendigen Schritte nicht abnimmst. Sollte er weiterhin keine Anstalten machen, sich um eine Zivistelle oder um einen Ausbildungsplatz zu kümmern, musst Du dringend einfordern, dass er an der Miete und den Lebenshaltungskosten beteiligt wird. Du musst eine Situation schaffen, die ihn dazu zwingt, auf eigenen Füßen zu stehen, sonst zieht sich der jetzige Zustand möglicherweise über Jahre hin. Dein Sohn ist alt genug, sein Leben zu regeln und darf diese wichtigen Jahre nicht antriebslos und passiv "verspielen".
Ich wünsche Dir viel Kraft und Durchsetzungsvermögen. Vertraue Deinem Gefühl.
Merle
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