Browserspielsucht meiner Gattin
Hallo alle miteinander,
ich, bzw. meine Familie hat eines riesen Problem. Meine Gattin ist süchtig nach einem Browserspiel. Unsere Kinder und ich leiden sehr unter dem Zustand der schon seit April 2010 vorhanden ist. Sie hängt am Tag zwischen 7 und 10 und noch mehr Stunden vor diesem verdammten Spiel. Die Kinder werden vor dem TV oder PC geparkt, damit sie auch ja nicht stören, ein Beziehung zu ihr ist aus meiner Sicht fast nicht mehr möglich. Die Kinder werden einfach vertröstet wenn irgendwas ist oder sie werden angemault, wenn sie stören. Ich hab schon vieles versucht aber das geht immer wieder von vorne los. Jetzt ist es mittlerweile sogar schon so weit, dass sie extra ins Internetcafe deswegen geht und sich einen UMTS Stick gekauft hat, dass sie das Notebook überall mitnehmen kann zum spielen.
Ich weiss nicht mehr was ich tun soll. Hat jemand eine Idee oder besser eine ganze Horde an Ideen? Reden habe ich alles schon versucht. Sie ist natürlich nicht dran schuld und sie würde ja gar nicht soviel spielen wie es aussieht, würde da mehr chatten etc. Allerdings lügt sie da im Chat das sich die Balken biegen. Ich war ja echt schon mal am überlegen ob ich ihren "Chatgefährten" da mal die Wahrheit schreibe.
Sie führt sich auf wie eine pupertierende 15 jährige anstelle einer Mitte 30igerin.
Ich bin soweit zu sagen, dass entweder ich und die Kinder oder das Spiel ihr auf die Brust setze. Aber sie ist dermassen fanatisch, dass sie sich sicher für das Spiel entscheiden würde. Sobald ich nur von dem Thema anfange, bockt und blockiert sie wie eine 6 jährige. Es ist echt nicht mehr auszuhalten. Wir streiten uns deswegen mittlerweile fast jeden Tag.
Ich bitte um Rat!!!! DRINGENST
Besonnene Schritte...
Hallo Arno,
deiner Beschreibung nach ist deine Frau eindeutig spielsüchtig und schon in den Strudel der Abhängigkeit geraten. Auch wenn du im Moment sehr verzweifelt bist, erfordert deine künftige Vorgehensweise Fingerspitzengefühl und Geduld.
Da du im Moment der einzig klardenkende Erwachsene innerhalb deiner Familie bist, müssen zuerst deine Kinder aus diesem Dunstkreis gerettet werden. Sie leiden ja nicht nur unter dem Liebesentzug ihrer Mutter, nein, sie werden sicherleich auch unterversorgt (Essen, waschen, Kleidung, Weiterbildung, Sozialwesen u.v.m.). Eine Rolle, die du in nächster Zeit so oder so verstärkt übernehmen musst.
Ich weiss nicht wie du beruflich gebunden bist, aber wenn es die Wochenenden ermöglichen, widme dich deinen Kindern!
Kommen wir nun zu deiner Frau: eine Therapie scheint hier unumgänglich. Sie muß dies jedoch aus eigenen Stücken wollen. Hier liegt das grösste Problem. Mit Verboten oder Gewaltaktionen wirst du nichts erreichen, eher das Gegenteil. Gespräche (wenn anfänglich auch nur kurze) sind der Einstieg. Der Weg der "kleinen Schritte" könnte hierzu eine Grundlage bilden. Wie beschwerlich dein Weg werden wird, kannst du dir noch nicht so richtig vorstellen. Versuche aber so gut es geht einen ruhigen, sachlichen Ton in dein Vorhaben zu legen. DU musst entscheiden und regeln, versuchen in die richtigen Bahnen zu lenken.
Auseinandersetzungen im rauhen Ton sollten, wenn überhaupt, abseits der Gegenwart der Kinder sein. Diese sind sehr sensibel für die Situation, auch wenn sie nichts dazu sagen.
Nun ja, ein erster Schritt für dich: versuche herauszufinden, was sie fesselt. Ist es das Spiel und das Belohnugssystem oder eher die Personen im Spiel, mit denen sie sich unterhält (ich gehe davon aus dass sie ein Headset hat und viel chattet). Wie heisst das Browserspiel eigentlich? Dann kann ich mir eine bessere Vorstellung über dessen Hintergrund machen.
In diesem Sinne: tief Luft holen und los geht´s!!!
Ich drücke dir die Daumen!
LG HappyHour!!!
... und denkt daran: die beste Rüstung ist euer Körper, der beste Zauber ist "Phantasie" und eure beste Waffe ist der Verstand!
Ich kann Happy nur zustimmen. Du brauchst vor allem Geduld und Ausdauer allerdings immer unter dem Aspekt, das dein Leben und das eurer Kinder dabei nicht aufgerieben wird.
Falls das doch passiert, ist eine vorläufige Trennung vllt. doch ein Punkt um ihr zu zeigen, was sie gerade anrichtet. Denn dein und das Wohl der Kinder geht im Notfall vor.
Meine Freundin trennte sich auch mal von mir, da sie es nicht mehr mit sich und unseren Kindern vereinbaren konnte so weiterzuleben. Das war das erstemal, das ich wenigstens mal anfing nachzudenken, was gerade mit mir passiert und was um mich herum vorgeht.
Das Problem bei einer Sucht ist, das der Kranke es selbst erkennen und von allein eine Behandlung wollen muss. Bei ihr muss es klick machen. Und bis es soweit ist kannst du nur versuchen durchzuhalten und versuchen auf einen Ahaeffekt hinzuarbeiten. Leider gibt es für diese Art Sucht noch keine Möglichkeit einer Zwangseinweisung.
Da sich bei jedem die perönliche Situation anders darstellt, kann man leider keine universellen Tipps und Ratschläge geben, aber es gibt hier im Forum genug Hilfestellungen. Sei es durch Berichte von Aussteigern oder durch Profihilfe von Merle und TeamCH. Schau einfach mal nach. Ich empfehle dir die Aussteiger Seite, da man dort viele verschiedene Ansichten hat die sich aber doch alle irgendwie gleichen und du dadurch vllt. Schlüsse für deine weitere Vorgehensweise ziehen kannst.
Wer den Wal hat, hat keinen Fisch.
Durchblick...
Hallo Arno,
ich denke es ist für dich auch wichtig zu verstehen, was im Moment gerade bei euch abgeht. "Spielsüchtig" wird vielleicht durch das Wort "Spiel" abgewertet, es handelt sich jedoch wirklich um eine Sucht, vergleichbar mit Alkoholabhängigen. Die Droge (das Spiel) muß permanent zu sich genommen werden, um den "Glückslevel" aufrecht zu erhalten. Droht Entzug, wird mit allen Mitteln versucht die Droge wieder zu erlangen.
Dies geht mit den üblichen Ausreden einher. Wie du ja selbst siehst, steht ihre Argumentation auf sehr wackligen Füssen ("Ich spiele nicht so viel, ich chatte ja nur..."

. Das wäre ungefähr so, als ob ein Alkoholiker zu dir sagt: "Ich trinke garnicht soviel Schnaps, eigentlich doch eher Wein!"
Diese kleine Scheinwelt des Spielens drängt immer mehr in den Mittelpunkt des Abhängigen, ist er hier doch von jeglicher Verantwortung (ausser jener im Spiel) entbunden. Dies geht mit körperlicher Trägheit und Unlust zu alltäglichen Tätigkeiten einher. Eine "Ist-mir-egal"-Einstellung macht sich breit, denn der sichere Hafen wartet ja bereits im Spiel selbst. Argumente gegen das Spielen kommen einem Angriff auf die Spielewelt gleich. Entsprechend fallen die Reaktionen der Abhängigen aus: Gereiztheit, Agression, bis hin zu körperlicher Gegenwehr. Wird der Druck zu gross, werden sofort Maßnahmen zur Flucht ergriffen. In deinem Fall die Flucht ins Internetkaffee und eine örtliche Unabhängigkeit durch einen Laptop mit W-Lan-Stick. Dies kann für die Abhängigen unter Umständen soweit gehen, dass ein Ortswechsel (Umzug zur Freundin oder Eltern) in Betracht gezogen wird. Hauptsache man kann in Ruhe spielen.
Der nächste gravierende Schritt sind u.U. auflaufende Kosten. Wer in diesen Spielen zur Spitze (und der damit verbundenen Anerkennung) gehören möchte, kann dies nur über erheblichen Zeitaufwand oder der Investition von viel Geld erreichen. Hast du schon mal ausgerechnet oder weisst du überhaupt, wieviel Geld in dieses Spiel bis jetzt gelaufen sind? Ich kenne Fälle, dar war dies locker ein 4-stelliger Betrag im Monat!
So hart es klingt, sei dir darüber im klaren, dass du im Moment nur Wohnungs, Essens- und Geldgeber bist, eben Mittel zum Zweck. Aber so hart dies auch für dich sein mag, analysiere es in Ruhe. Sieh den Tatsachen in die Augen und erarbeite daraus deine folgenden Schritte, aber diese niemals überhastet oder emotional belastet. Dass dir der Kopf raucht ist mir klar, aber vielleicht helfen dir unsere Tipps ein klein wenig den Mut zurück zu gewinnen und einen kleinen Silberstreif am Horizont zu erkennen.
Also Kopf hoch!
LG HappyHour!!!
... und denkt daran: die beste Rüstung ist euer Körper, der beste Zauber ist "Phantasie" und eure beste Waffe ist der Verstand!
Lass Taten folgen
Hallo Arno,
da wird Dir ja momentan viel auf die Schultern geladen. Dein Hilferuf erschüttert mich und ich wünschte, ich hätte einen schnellen und sicheren Lösungsweg für Dich. Natürlich sind Besonnenheit und klares Denken in Deiner schwierigen Situation unabdingbar, aber es ist auch absolut zu verstehen, dass Du vorerst nicht mehr drüber hinaus siehst. Du bist emotional frontal betroffen, und was das Ganze besonders schwierig und heikel macht, sind die Kinder, die dem allen wehrlos ausgeliefert sind.
Mein spontanes Gefühl dabei ist, dass zuallererst eine Situation geschaffen werden müsste, die die Kinder aus dem allen heraus nimmt. So wie es jetzt ist, ist es für Euch unzumutbar, und wenn sich da nichts verändert, geht ihr alle daran kaputt. Deine Kinder brauchen Dich jetzt verstärkt. Im Grunde ist es so, dass ihre Mama vorerst nicht mehr für sie sorgen kann, weil sie schwer krank ist - ob dies nun eine rein physische Erkrankung ist oder eben eine psychische, eine Suchterkrankung, ist für die Kinder der gleiche Ausgangspunkt, denke ich.
Siehst Du eine Möglichkeit, dass Deine Frau für die nächste Zeit woanders unterkommt, dass Ihr vorerst getrennte Wege geht, um die Kinder mit ihrer Pc-Sucht nicht weiter zu konfrontieren? Dies könnte auch die Möglichkeit beinhalten, dass Deine Frau anfängt, nachzudenken und ihre Situation begreift. Wenn alles beim Alten bleibt und nur verbal ausgefochten wird, werdet Ihr Euch im Kreis drehen und den Ist-Zustand noch fester zurren. Lass Taten folgen, ganz konkret. Setze den Stein ins Rollen und gehe den ersten Schritt zu einer klaren Veränderung.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und dass Du es schaffst, für Deine Kinder ein fester Halt und Fels in der Brandung zu sein.
Merle
Hi Zusammen und vielen Dank für die Antworten. Ich bin Softwaredesigner und Freiberuflich. D.h. ich habe das Glück mir meine Zeit für meinen Kinder nehmen zu können. Ich habe auch gestern von jemand gelesen der das gleiche Problem hat. Dessen Frau spielt auch dieses dämliche Spiel und redet sich mit "Ich spiel ja nicht viel ich chatte ja nur" raus - das diese Frau in diesem Fall auch die Familie damit zerstört ist ihr auch egal. Sie spielt übrigens ein hirnloses Browsergame names Dragosien. Ich hab ja nichts gegen spielen aber wenn man dabei seinen Ehemann und seine Kinder vernachlässigt, dass ist schon eindeutig Sucht. Ich melde mich morgen dazu. Gibt viel neues zu berichten.
Hallo!
Ich wollte Euch ja auf dem laufenden halten.
Wir hatten die letzte Woche einen heftigen Streit wegen der ganzen Sitiuation. Genau wie man es sich denken kann, ist natürlich das alles aus der Sicht meiner Gattin nicht so. Das ist genauso, wie wenn man einem Alkoholiker sagt "Du bist abhängig". Sie sieht ja nicht einmal, dass die Kinder sich total von Ihr entfremden. Unsere älteste Tochter sagt mitterweile auch "Mama, bleib Du an deinem Computer sitzen, ich bin dir ja eh nicht wo wichtig." Sie bekommt das nicht einmal mit und spielt weiter.
Wenn ich nachts (so zwischen 22 und 23 Uhr) ins Bett gehe und "Gute Nacht" sage, damit sie vielleicht mal aufwacht, dann kommt von Ihr die Aussage. "Ich komme auch gleich." Dann bleibt sie noch so 1 - 3 Stunden an Ihrem PC sitzen und spielt weiter. Unsere Ehe besteht mittlerweile nur noch aus im gleichen Bett schlafen - zumindest ab und an - und vielleicht mal ab und an zusammen Mittag zu essen. Zwischenmenschlich oder Beziehungstechnisch existiert nichts mehr. Sie hat nicht einmal bemerkt, dass ich meinen Ehering nicht mehr trage.
Geredet habe ich schon viel. Aber anstatt es einzusehen kommen immer nur wüste Beschimpfungen, Ausreden oder einfach bockig sein. Ich hab auch schon mit diversen Suchtberatungen gesprochen aber da hört man immer nur "Reden, reden, reden". Wenn man das mittlerweile seit so langer Zeit tut wie ich, hat man irgendwann die Nase voll und will nicht mehr. Ich kann mich da stellenweise selbst nicht mehr hören. Zumal ich weiss das ich eh auf taube Ohren stosse.
Genug geredet...
Hallo Arno,
ich habe mir nochmals deine ganzen Posts dieses Threads durchgelesen. Das Verhalten deiner Frau bestätigt leider alles bisher angenommene. Daher stimme ich Merle zu, dass nun Taten statt Worte eine Wende herbeiführen sollten.
Du sagst ja schon selbst, dass du dir den Mund fuselig geredet hast und keine Veränderung siehst. Aber was nun? Mir kam da noch eine ganz andere Idee. Ich weiss nicht wie der Einfluss deiner Schwiegereltern zur ihrer Tochter ist. Haben sie ein gutes Verhältnis? Könnten sie etwas bewegen? Oder würden sie dich als die Ursache allen Übels hinstellen? Fragen über Fragen, aber vielleicht eine Option. Beurteilen musst du dies selbst. Oder vielleicht solltest du deine Frau bei ihren Eltern "Parken", damit diese mitbekommen was so läuft (wenn sie denn überhaupt Verständnis für die Situation aufbringen könnten).
Damit wäre auch das Problem für die Kinder vorübergehend entschärft, wenn Mama mal bei "Opa und Oma" wohnt.
Alles in allem eine kritische Situation wobei ich denke, dass Merle dir hier besser helfen könnte als ich, da sie im Bezug auf "Familienprobleme" doch viel mehr Erfahrung hat und ich nur aus Sicht des "Einzelkämpfers" beraten kann.
Weiterhin dir die Daumen drückt...
LG HappyHour!
... und denkt daran: die beste Rüstung ist euer Körper, der beste Zauber ist "Phantasie" und eure beste Waffe ist der Verstand!
Kurze Info was in der Zwischenzeit passiert ist. Ich habe meine Ex rausgeworfen, sie ist mit ihren leiblichen Kindern also weg, die werden auch jetzt schon an das PC Spielen angelernt. Meine Tochter ist bei mir und ich kämpfe bei Gericht um das alleinige Sorgerecht. Chance stehen sehr gut, da auch das Gericht erkannt hat was los ist. Das 1. was sie sich in ihrer neuen Wohnung besorgt hat war ein Internetzugang ... selbst bevor Waschmaschine, Herd oder sonst was angeschafft wurde.
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