Hallo Franz,
aus eigener Erfahrung kann ich Dir folgende Ratschläge geben:
1. Fang an, Dir die Wahrheit über dich und Deine Sucht zu sagen
2. Rede offen mit Deiner Mutter über Deine Sucht, Deine Ängste und Probleme und halte den Kontakt zu ihr aufrecht
3. Gehe zur Suchthilfe und nimm professionelle Hilfe in Anspruch, am besten bei jemanden, der sich mit Onlinesucht auskennt
4. Sorge dafür, daß Du keinen Zugriff mehr auf das Suchtmittel hast - wenn es nicht anders geht, melde das Internet ab
5. Bleibe stark, die Zeit des Entzugs ist schwierig und das Verlangen groß
6. Sitze nicht einfach da und sinniere über Dein Verlangen zu spielen - beschäftige Dich stattdessen mit sinnvollen Dingen
7. Mache Dir immer wieder die negativen Seiten des Spielens bewußt und das was die Sucht aus Dir gemacht hat
8. Schreibe einen Abschiedsbrief an das Spiel - wie an eine verflossene Liebe, die Dir nicht mehr gutgetan hat
9. Gehe kleine Schritte zurück ins Leben: Unternimm was, kontaktiere Freunde, hast/hattest Du Hobbies?
10. Halte jeden Abend vor dem Schlafengehen Rückschau auf den Tag - was hast Du heute Sinnvolles getan?
11. Gründe oder besuche eine Selbsthilfegruppe
12. Besuche einen Yogakurs. Warum Yoga? Weil Yoga auf wunderbare Weise Bewegung, Entspannung, Meditation, Körpererfahrung und Selbstbewußtsein miteinander verbindet (und die Krankenkasse zahlt in der Regel sogar die Kosten dafür - und nein: Yoga ist nicht "nur was für Frauen"

13. Wofür interessierst Du dich? Was wolltest Du schon immer mal machen? In welche Richtung könnte es beruflich weitergehen?
Versuche Dich so vielschichtig wie möglich mit Deiner Sucht, ihren Ursachen und den Alternativen dazu auseinanderzusetzen.
Eine einzelne Maßnahme ist wie ein Seil, auf dem Du über einen Abgrund balancierst - die Gefahr abzustürzen ist relativ hoch.
Spann Dir viele Seile und du schaffst Dir ein Netz, das dich sicher tragen wird.
Ich wünsche Dir alles Gute dafür und allen frohe Weihnachten.
Marc