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Montag, 7.Feb 2011, 17:35

Shadowless Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 6
Mitglied seit: 07.02.2011
... blickt der Abgrund auch irgendwann in dich hinein.

Hallo erstmal,

ich bin die Shadowless, bin weiblich, 25 Jahre alt und habe vor ca. 5,5 Jahren den größten Fehler meines Lebends begangen. Ich habe mich durch meinen Ex Freund an WoW heranbringen lassen.

Am Anfang...

... erstellte ich mir einen Krieger auf dem Account meines Ex Freundes. Ich spielte den Charakter immer dann wenn er keine Lust auf WoW hatte, bis ich so ca. Level 30 war. Dann fühlte ich wie mich das störte, dass ich nur dann spielen konnte, wenn er nicht wollte und kaufte mir im Laden WoW Classic und hatte somit meinen eigenen Account.

Durch Reallife Freunde beschlossen wir auf einem PvP Server Horde zu spielen und so erstelle ich mir erneut einen Krieger. Einige Monate vergingen, dann kam Burning Crusade und ich kaufte mir sofort das Addon beim Release, spielte den Krieger auf Stufe 70 und fing an Instanzen zu gehen, später Karazhan zu raiden. Dann jedoch wurde ich plötzlich nicht mehr mitgenommen in die Raids, meine RL Freunde transten heimlich über Nacht weg und mein Ex Freund und ich saßen dort auf einem relativ einsamen Server ohne Gilde, ohne Raid. Danach spielte ich noch bei 2 anderen Gilden, die jedoch kaum oder wenig raideten, danach habe ich demotiviert erstmal 3-4 Monate Pause gemacht.

Nun ging es erst richtig los...

... ich hatte nachdem ich mit meinem Ex Freund zusammen gezogen bin wieder Lust auf WoW. Ich erstellte mir auf einem anderen Server auf der Seite der Allianz meinen Draenei Priester und levelte diesen innerhalb von 2 Monaten auf Stufe 70. Ich merkte wie ich immer mehr und mehr spielte, mein Schattenpriester machte mir Spaß, ich farmte relativ schnell die nötigen epischen Ausrüstungsteile beisammen auf Stufe 70 und konnte dann wenigstens vor Wotlk noch Karazhan raiden.

Schon aufs neue Addon gespannt mit dem Plan ,,richtig durchzustarten" kaufte ich mir Wrath of the Lich King noch im Mitternachtsverkauf. Zu der Zeit besuchte ich eine Schule um Fachabitur zu machen im Bereich Gestaltung und machte nebenbei ein Praktikum im Bereich Grafikdesign.

Ratzfatz auf Level 80 gelevelt, lernte ich massig neuer Leute kennen, ich kam in meine erste richtige Raidgilde und erfreute mich der neuen Erfahrung im Spiel. Ich clearte sehr schnell Naxx, Sath +3, Malygos inc. Speedkill und co. Ich merkte wie ich besser und besser wurde, las immer mehr in professionellen Foren wie SP.com, EJ und co. Ich wollte alles wissen über meinen Charakter und ihn perfekt beherrschen. Ich verbesserte mich stätig bis ich in der 2t besten Gilde des Servers erfolgreich Ulduar inc. Hardmodes sowie PDOK 25 mit 4/5 clearte. Dann zerbrach die Gilde.

In der Zwischenzeit lernte ich einige Spieler kennen. In 2 oder 3 davon hatte ich mich verliebt, wurde fallengelassen, wurde verarscht, betrogen... Ich hatte viele stunden der Freude und viele des Leids. Viele haben Rufmord begangen und mich Gilden und sogar Serverweit geflamed und beleidigt, mich lächerlich gemacht.

Ich wollte nicht länger aufgrund der Tatsache beurteilt werden, dass ich eine Frau bin... also setzte ich mich auf den Arsch und wollte besser als jeder mann spielen. Meine alte beziehung zerbrach, weil mein ex freund so süchtig nach WoW war, dass er dauernd ausrastete und mich sogar schlug. Ich hatte mir einen eigenen PC gekauft, also war meine WoW Karriere gesichert.

An diesem Punkt vernachlässigte ich dann den rest meines realen Lebens... gab Freundschaften auf, meine Schule brach ich ab, den Job beim Grafikdesigner konnte ich knicken, denn ich verschlief jeden morgen nach den langen raidzeiten. Bei meinem Auszug von meinem Ex Freund halfen mir 3-4 leute aus meiner Gilde ( danke ihr wart echt immernoch die besten ) und so lernte ich meinen neuen Freund kennen.

Mein neuer Freund wohnt nun schon 1,5 Jahre bei mir, ohne gemeldet zu sein, das ALG II das ich bekomme teilen wir uns... BISHER - alles nur wegen der scheiss sucht.

In WoW hatten wir einige Probleme eine neue Gilde zu finden. Also wechselten wir die Fraktion und spielten bei der Horde. Dort angekommen raideten wir bei 2 verschiedenen Gilden, immer wieder war die Lust nach mehr da. Am Ende nahmen wir einen free char transfer auf einen anderen Server... auch dort bei 3 verschiedenen Gilden geraidet, immer wieder Ärger, immer wieder war uns der drang nach mehr größer.

Die Wohnung wurd immer unordentlicher, wir schliefen im Wohnzimmer, aufgestanden wurd gegen 16 Uhr, schlafen gegangen erst früh morgends. Die Probleme häuften sich und mehr und mehr auch meine darausresultierende Depression. ich wollte raus, ich wollte weg, ich wollte ein reales Leben. Nicht das was ich hatte.

Wir versuchten es noch einmal aufs neue. Neuer Server, neue Gilde. Spielten World Top 300. Legen Anub Arak 25er Hc, den Lichkönig im 25er heroic mode. Wir erreichten alles was wir erreichen können in Wotlk. Content clear. In Cataclysm dann erster Frust. Wir machten beide Serverfirst Priester 85 ( wir spielen beide Pries
Montag, 7.Feb 2011, 17:50

Shadowless Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 6
Mitglied seit: 07.02.2011
spielten beide Priester...

Naja kaum auf stufe 85 angekommen wurden in der gilde nur die schätzchen mit in heros genommen und auch die ersten raids liefen so ab. Wir saßen da und durften mit randoms losziehen und schauen was wir machen.

Ende Januar hatten wir dann den Cataclysm normalmode content clear... Anfang Februar nun 3/12 HM.

Und ingame ? Ingame langweilten wir uns. 5er Instanzen waren wieder langweilig und abgefarmt, Raids clear und nichts dass Spaß machen könnte. Wir standen in OG und taten NICHTS.

Vor einer Woche oder 2 habe ich angefangen einen Paladin zu twinken, der nun Level 70 ist...

Wir merken wie immer mehr und mehr unzufriedenheit in uns aufkam. Wir fingen an unser RL wieder aufzubauen. Wir putzen nun jeden Tag die Wohnung und achten dass diese ordentlich ist. Ich suche wegen der Depression einen Therapieplatz. Ich bin 6 Monate AU geschrieben wegen meinen Problemen. Mein Freund meldet sich noch diesen Monat beim Amt.

Unterlagen und Briefe die ich seit 2007 nicht mehr abgeheftet habe, sind nun sortiert in Ordnern. Mein Kleiderschrank ist ausgemistet ja sogar den backofen habe ich geschrubbt. Ich kann sagen es hat sich was verändert.

Vor ein paar Tagen das schlüsselereignis. Im Raid wird eine neue Mitspielerin vom Leiter zusammengeschrien, alle sind geschockt und tun dies auch kund. Die heiler schreiben was in ihrem chatchannel, einer petzt und daraufhin weren alle Heiler angeschrien. Als der Boss dann down war, droppte ein Item für mich... als ich darauf bot, wurde ich vom Raidleiter angemeckert und bekam doofe Kommentare dass ich es nur wegen dem Itemlvl mitnehmen würde.

Ich interessierte mich immer mehr und mehr für die Hintergründe von allem. Also unterhaltete ich mich mit 2 Spielern. Der eine war ein Offizier der Gilde und erzählte mir alle hintergrundinfos zum raidleiter. es gab ein 2tes voicesystem wo die member der gilde nicht drauf waren, sondern es war ein platz zum ausrasten und lästern des leaders. Er betrachtete alle nur als Werkzeuge, nicht als menschen nur um an seine itemteile zu kommen.

Ein zweiter mitspieler erzählte mir von den plänen der gilde. Sie wollten mich und meinen Freund grundlos kicken nur damit der raidleiter besser an sein gear kommt und weil er uns nicht leiden kann. geplant war es uns noch 3-4 wochen als werkzeug zu benutzen, danach hätte ein anderer priester seine uniprüfungen hinter sich gehabt und dann wären wir gekickt worden. Wir dachten nun 2-3 Tage darüber nach.

Dann kam die Entscheidung.

ENDE.

Vorgestern clearte ich meine Chars, räumte sie auf, machte ein paar screens und machte sie verkaufsfertig. danach deinstallierte ich WoW von meinem PC. Heute abend werde ich kurz vorm raid bei meinem freund am PC noch ein letztes mal einloggen um mich von ein paar leuten zu verabschieden und danach ist ende.

Geplant ist den Account für ca. 600-700 Euro zu verkaufen und davon mit ein paar anderen Ex WoWlern in den Urlaub zu fahren

So far, the Story ends...

PS: Ich denke im moment oft an WoW. Es ist schwierig extrem schwierig. Wenn jemand ne idee hat, wie man zurück ins leben findet, bitte melden -.- denn ich hab keine Freunde mehr und hobbys auch keine in die ich wieder einsteigen könnte. meine familie wohnt eine autostd entfernt und ich habe kein auto -.-

Werde ab und an meine Gedanken hier niederlassen es tut gut es zu schreiben.

LG Shadowless
Montag, 7.Feb 2011, 21:00

Cem Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 13
Mitglied seit: 07.02.2011
Hallo Shadowless, ich schreibe einfach mal.

Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du wie du wohl aus Beitrag im Forum entnehmen kannst.

Ich kann dir zumindest den Tipp geben sorg dafür, dass du keinen Zugriff mehr auf deinen Acc hast, dass war ein Fehler denn ich gemacht habe und nicht wieder machen werde. Ich weiß für mich das ich keine Chance mehr haben darf irgendwie an meine Zugangsdaten zu kommen.

Wie man Freunde und Bekannte findet ist eine gute Frage die beste Möglichkeit sind meiner Ansicht nach Freunde und Bekannte über die man sie kennelernt, der Arbeitsplatz oder ein Hobby wie eine Sportart. Wenn einem die ersten beiden Möglichkeiten nicht offen stehen braucht es eine Portion Mut sich einfach zu einem Sportverein o.ä. zu begeben aber das ist denke ich die beste Möglichkeit.

Alternativ kannst du ja versuchen dich bei ein paar alten verloren geglaubten Freunden zu melden, viele freuen sich wenn man wieder auftaucht zumindest ging es mir so nach meiner ersten exzessiven Spielzeit.
Mittwoch, 9.Feb 2011, 19:50

Knackpunkt Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 96
Mitglied seit: 29.10.2009
Als aller erstes Respekt vor der Entscheidung WoW aufzuhören. Gerade im Highendcontent denke ich, ist das besonders schwer. Da kommt man ja nicht mal ebendso hin und guckt so in die Ini ob man es nicht vllt. doch zu dritt schafft .
Ich wünsche dir, das du auch die Kraft hast dich entgültig davon loszureißen und wieder ins "normale" Leben zurückfindest. Das das möglich ist, siehst du ja hier im Forum an genügend Bsp., mich einbezogen. Auch ich hatte nen Priester und Twinks und blablabla. und auch ich denke heute noch an WoW, aber mit Abstand und Erinnerung an eine Zeit in der nicht alles schlecht war aber ebend nicht befriedigend und gflücklichmachend.
Wichtig ist, das dir bewusst wird, das du nicht alles von Heut auf Morgen ändern wirst und kannst. Es braucht seine Zeit. Ein gängiger Spruch dazu ist: "Solange wie du in der Abhängigkeit warst und dich darein manövriert hast, solange brauchst du auch, um aus der ganzen Misere wieder rauszukommen."
Ich bin jetzt ca. 2 Jahre Abstinenz und kann dir sagen, das ich schon vieles geschaft habe aber nachwievor mit Folgen und Reaktionen aus der damaligen Zeit zu kämpfen habe. Das reale Leben ist ebend kein zuckerschlecken und es gibt keinen Geistheiler usw usw..
Aber du bist jung und wirst merken das das Leben noch viel mehr zu bietebn hat, als das was uns Blizzard da so vorgauckelt.
Jetzt aber gleich mal ne kritische Frage. Was machst du, wenn dir deine Chars niemand abkauft? 600 Euro sind ne Menge Geld und ob das mal ebend so über´n Ladentisch geht ist fraglich. Und da viel Herzblut in deinen Chars steckt, hoffe ich, das du sie nicht wieder benutzt wenn du sie nicht loswirst. Da versteckt sich ne ganz große Gefahr! Du kannst es ruhig einmal versuchen aber die letzte Konsequenz ist, sie zu löschen wenn du sie nicht verkaufst.

Was kannst du jetzt machen um wieder ins Leben zurückfinden?
1. Du musst es wollen und auch selber machen. Kein anderer kann dir die arbeit abnehmen. Nur unterstützen.
2. Hier im Forum rumstöbern. Da du leider nicht die 1. und einzige mit diesem Problem bist, gibt´s hier schon ne Menge Beiträge zu dem ganzen.
3. Was hast du denn vor WoW gemacht. Remember the time
4. Hobby´s: wir können dir keine Hobbys aufzwingen und was alles in der Realwelt möglich ist, denke ich weisst du selber. Wenn nicht google mal Hobbys .
Probiere dich aus und ich denke du wirst das richtige für dich finden. Ich bin damals auf Gitarre spielen gestoßen musste aber feststellen das es nicht ganz das richtige für mich ist. Werde mich jetzt mal an nem Bass vergreifen. Mal schauen was es wird.
5. Deine Familie wohnt eine Autustunde entfernt und ihr habt kein Auto. Na dann setzt dich in die Öffentliche und gut ist. Du hast jetzt mehr als genug Zeit dafür!! Da ist kein Raid mehr der auf dich wartet und keine Ini die noch gemacht werden muss. Und als Tipp. Wenn du dann im Zug oder Buss sitzt, guck mal aus´m Fenster. Oder beobachte Leute um dich herum. Was du da alles zu Gesicht bekommst, kann dir kein WoW der Welt bieten. Und die Grafik ist gestochen scharf und nochdazu 3D. Also voll im Trent.

So das war´s mal für´s erste. Ich hoffe ich konnt n bißchen helfen. Wenn nicht macht nix. Gehört zum Leben dazu. Falls doch umso besser für dich, mich und alle die´s lesen


Wer den Wal hat, hat keinen Fisch.
Donnerstag, 10.Feb 2011, 14:11

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
wir feuern Dich an
Hallo Shadowless,
den schwersten Schritt hast Du ja bereits geschafft: Du hast den Vorsatz, mit WoW aufzuhören, in die Tat umgesetzt und bist festen Willens, aus dieser Abhängigkeit heraus zu finden. Dazu gratuliere ich Dir und dafür darfst Du Dir fest auf die Schulter klopfen!!
Jetzt heißt es, Schritt für Schritt jeden einzelnen Tag ohne WoW in Angriff zu nehmen, morgens mit dem Satz: "Ich spiele nicht!" aufzustehen und abends mit dem Satz: "Heute habe ich nicht gespielt" schlafen zu gehen. Denke nicht weiter als bis hin zu diesem Punkt, damit der Ausstieg überschaubar wird und nicht wie ein unüberwindlicher Berg vor Dir liegt. Jeder spielfreie Tag ist ein Schritt weiter zu dem Ziel, irgendwann gedanklich völlig frei zu sein. Schaffe Dir Aufgaben, die Dir helfen, Struktur in den Tag zu bringen, und vermeide in jedem Fall Situationen, die Dich zum Spielen verführen könnten. Rufe "alte" Freunde an, schildere Ihnen Dein Problem und bitte Sie um Hilfe. Hol Dir Zuversicht und Kraft aus den Berichten aus diesem Forum und von den Aussteigern bei www.rollenspielsucht.de Lies Dir auch mal den eindrücklichen Beitrag Good Bye WoW einer erfolgreichen Aussteigerin durch, die sehr anschaulich schildert, wie es ihr während des Entzugs ergangen ist und wie die Welt von WoW tatsächlich im Laufe der Zeit wie in einem Nebel verblasst ist, von Tag zu Tag mehr: http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/meldungen/1/19/goodbye-wow-wb-rl-welcome-backreal-life/ Das wird Dir Mut machen, diesen Weg zuversichtlich und kraftvoll zu gehen.
Wenn es Dir schlecht geht und Du Dich unsicher fühlst, schwankend und gefährdet, dann schreib uns hier ins Forum. Irgend jemand wird Dir mit Sicherheit zeitnah antworten und Dich verbal nach Kräften unterstützen. Wir alle hier helfen mit und feuern Dich an auf Deinem schwierigen und tapferen Weg.
Du schaffst das!!!!
Merle
Donnerstag, 10.Feb 2011, 17:23

Shadowless Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 6
Mitglied seit: 07.02.2011
Hallo und erstmal danke für die lieben Antworten.

Heute ist Tag 6 und ich denke immernoch oft an WoW. Oft sind es Gedanken wie ich meinen Priester gelevelt habe, nachts träum ich davon wie sie in Orgrimmar steht und auf mich wartet, aber ich nicht wiederkomme. Ich denke an viele Leute, an Raids, an Tage des Erfolgs... Da wo ich war habe ich mich jahrelang hingekämpft.

Oft ist es schwierig sich abzulenken, im Moment spiel ich daher die Siedler online und baue da mein Imperium auf, habe dort weniger Kontakt zur Commu, ansonsten noch League of Legends, das geht immer so 30 Min pro Spiel und man spielt immer mit anderen. Hauptsache ich habe was zu tun was nicht WoW ist.

Oft schreiben mich noch WoWler im ICQ an und fragen nach mir ob ich nicht wieder anfange. Das ist schwer zu managen für mich. Ich versuche ihnen immer klar zu machen das Ende ist. Das ICQ aus machen will ich aber auch nicht. Weil später muss ich auch mit doofen Fragen im RL klarkommen, desso früher ich mich dran gewöhne um so besser.

Wegen alten Freunden.... Ich hatte damals einen gewalttätigen Ex Freund der mich einsperrte. In der zeit endeten alle Freundschaften, die letzte zu meiner ehemals besten Freundin habe ich selbst gekündigt und das nicht wegen WoW... sie selbst studiert sozialpädagogik und psychologie, ist greenpeace aktivistin, vegetarierin, linksradikal und sie ist magersüchtig. Am ende wollte sie mir immer vorschreiben welche musik, hat mich als Übungstherapiestunde missbraucht und wollte mir ihren Lebensstil aufdrängen. Ich denke nicht dass es gut ist wenn ich wieder mit ihr in Kontakt trete.

Die anderen naja... wirkliche Freunde waren es nie. Denn ich war sowieso schon immer mehr die Einzelgängerin. Verständnis für meine Probleme hätten die 100% nicht weil sie sich nur für ihren eigenen scheiss interessieren.

Vielleicht hat ja wer ne Idee über ,,How to find new friends".

PS: Mein Freund ist ja auch am aussteigen. Er ist mehr der Typ der nicht drüber reden will, das machts nicht umbedingt leichter für mich aber ich respektiere seine Entscheidung.

LG Shadowless
Freitag, 11.Feb 2011, 11:05

Knackpunkt Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 96
Mitglied seit: 29.10.2009
Ohje, wenn ich deine Zeilen so lese, merke ich das da noch ne Menge arbeit vor dir liegt, die es aber definitiv Wert ist, anzugehen und sich davon zu befreien.

Tipp 1. mach Sch... ICQ aus! Wozu brauchst du das? Um dir ständig das tolle WoW unter die Nase reiben zu lassen? Die Leute die dich da ständi fragen, wann und ob du wieder zurückkommst haben keine Ahnung davon, was du gerade durchmachst und welchen (besseren) Weg du gehst. Wenn du dir das weiter antust, machst du´s dir a) schwieriger und b) ist die Rückfallwahrscheinlichkeit extrem hoch. Stell dir einen Alkoholiker vor, dem du immer wieder mal nen Schluck anbietest und sagst ".. ach komm schon. willste nich nen Kurzen..." auf Dauer hält man das in so einer frischen Phase nicht durch.
Machs dir nicht schwieriger als es eh schon ist. Reduziere alles was irgendwie mit WoW u.ä. soweit es geht runter oder gar auf Null. Wenn du später stärker bist kannste ja immer noch wieder Kontakt aufnehmen und dann haste aber ein ganz anderes Verhältniss dazu und wirst die Spieler mit anderen Augen sehen und wahrscheinlich auch mal einen Spiegel vorgehalten bekommen.

Tipp 2. Höre auf zu Spielen, egal was es ist. Was bei dir gerade passiert ist Suchtverlagerung. Du bist immer noch Online und zockst immer noch am PC nur das es nicht WoW ist sondern die Siedler. Hatt nur einen anderen Namen aber der Effekt in deinem Gehirn ist der selbe. Wärend meiner Therapie musste ich sogar mein Handy wegen der inst. Spiele abgeben ^^. Danach wusste ich wieso!

Tipp 3. How to find new Friends? ICQ, Rechner, Internet aus und raus mit dir! Das Leben und die richtigen Leute und später vllt. auch Freunde (man weiss ja nie) wirst du nicht bei ICQ, WoW Facebook , Jappi und wie der ganze Müll heist finden.

Tipp 4. Da kann ich mich nur Merle anschließen. Schafft euch ne neue Tagesstruktur. Nicht mit Kaffee und Kippe vor´m Rechner essen, sondern gemütlich in der Küche, ruhig auch ne Stunde oder noch länger, mit Brötchen, Ei usw. frühstücken. Wie siehts mit nem Hund aus? Der muss raus Gassi geführt werden. Und glaub mir, ne besser "Kontaktbörse" als nen Hund kannste garnicht finden. Da sind sämtliche Kennenlernplattformen ´n Sch... gegen.
Bringt eventuelle Probleme mit Ämtern in Ordnung. Usw. Usw. Usw. Die Liste ist unendlich aber ihr müsst es machen.

Zum Schluß mal ganz unverbindlich und um mal einige profesionelle Tipps, Anregungen und Hilfestellungen zu bekommen, geht doch einfach mal zur Suchtberatung.
Das hat mein Leben vom ersten Besuch an komplett zum positiven hin geändert. Probierts aus und wenn´s nix ist, kannste wenigstens sagen ich habs versucht.

So Buenes Noches y hasta luego


Wer den Wal hat, hat keinen Fisch.
Freitag, 11.Feb 2011, 16:51

Shadowless Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 6
Mitglied seit: 07.02.2011
He Knackpunkt, zu den von dir aufgelisteten Sachen...

ICQ: Das nutze ich nicht nur wegen der Leute von WoW. Nein ich habe auch darüber Kontakt mit ein paar anderen Ex WoWlern die mit mir das gleiche durchstehen und wir feuern uns gegenseitig an.

Desweiteren schreib ich darüber auch mit einem WoWler den ich RL kenne, der auch schon ans aufhören denkt und wir planen gemeinsam mit einer Gruppe von leuten in den urlaub zu fahren.

Die WoWler die mich anschreiben, den sage ich klipp und klar dass ich nichts mehr über das Thema hören will und kann und sage ihnen, was WoW aus mir gemacht hat.

Wegen der anderen Spiele.... League of Legends und Siedler spiele ich nicht durchgehend den ganzen Tag. Siedler schaue ich neben der Hausarbeit immer wieder mal rein und League of Legends spiel ich im Schnitt 2-3 Runden am Tag, danach hab ich kein Bock mehr aufs Spiel und mache es aus.

Nebenbei bin ich im moment mehr auf Suche nach Hobbys, da ich selbst kreativ bin, hole ich mir Ideen von kreativen Arbeiten anderer.

Morgen kommen meine Eltern zu Besuch und ich treff mich wohl mit nem Mädel aus meiner Sandkastenzeit, die ich schon ewig nicht mehr gesehen habe. Hab sie durch zufall auf Facebook wiedergefunden und wir haben ein Treffen vereinbart.

Hund kannste knicken ^^ Wir wohnen in 2 Zi. 45 qm, da ist kein Platz für einen Hund und zudem hab ich einen sehr sehr lieben Kater, der sich wieder am spielen mit mir erfreuen darf.

Suchtberatung hmm.... im groben und ganzen gibt es hier nur eine für Heroin und Rauschmittelabhängige, da ordne ich mich noch nicht soooo krass ein.

Alles in allem nun ist es schon 1 Woche her, dass ich zum letzten Mal in Azeroth unterwegs war. Mittlerweile verspüre ich schon wie es im Vergleich zum ersten Tag zu verblassen beginnt, viele Dinge RL haben sich schon geändert wenn ich meine Wohnung so anschaue und achja... was das Essen angeht... ich versuche im Moment alles neu zu entdecken. Jedes Obst und Gemüse, jeder Geschmack... neue Rezepte. Ich rauche auch deutlich weniger. Vor Weihnachten waren es noch 30 Zigaretten am Tag, nun sind es 6-7 die NICHT am rechner geraucht werden.

Ich versuche nach dem Leben zu greifen.

LG Shadow
Montag, 14.Feb 2011, 13:19

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
keine extra-light Ausstiegsversion
Hallo Shadowless,
ich muss zugeben, dass ich ziemlich erschrocken bin, als ich gelesen habe, dass Du weiterhin spielst - wenn auch nicht WoW, so trotzdem noch andere Spiele. So wird das nichts mit dem Aussteigen, das kann ich Dir jetzt schon voraussagen. Das ist, wie wenn Du mit dem Zigarettenrauchen aufhörst und auf Zigarillos umsteigst, statt Bier nur noch Wein konsumierst, mit Drogen Schluss machst und statt dessen nur noch kiffst. Eigentlich verlagerst Du Dein Problem nur und redest Dir ein, es bewältigt zu haben.
Beim Aussteigen geht es darum, den gesamten Tagesablauf, die ganze Struktur und Gestaltung Deiner Zeit, GANZ ohne Dein Suchtmittel in den Griff zu kriegen. Bei Dir heißt das Suchtmittel SPIELEN. Und es wäre leichtfertig, es nur auf WoW zu beschränken. Du scheinst nach dem, was Du mit Dir selbst erlebt hast, generell gefährdet zu sein, Dich in der virtuellen Welt zu verlieren. Warum sollte es bei anderen Spielen plötzlich funktionieren? Du wirst Dich gedanklich niemals vollkommen befreien können, wenn Du Dich weiterhin in dieser Welt aufhälst, und auch der ständige Dialog mit "Leidensgefährten", der Dich letztendlich weiter an der "WoW-Nadel" hängen lässt, ist absolut kontraproduktiv. Hier hilft nur ein klarer Schnitt, so schmerzlich Dir das jetzt auch erscheinen mag. Mach Dir nichts vor, Shadowless, und weich Dir selbst nicht aus. Du versuchst, Dir den Ausstieg so leicht und schmerzlos wie möglich zu gestalten, indem Du nach wie vor mit dem, was Dich süchtig macht, in Verbindung bleibst. Doch der Entzug wird nicht "extra-light" oder "soft" angeboten, sondern tut weh, ist höllisch schwer und verlangt Dir allen Mut und alle Seelenkraft ab, die Du zur Verfügung hast. Nur dann greift dieser Schritt tief und verändernd in Dein Leben ein und wird am Ende zum Erfolg führen.
LG Merle
Dienstag, 15.Feb 2011, 17:14

Shadowless Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 6
Mitglied seit: 07.02.2011
Da muss ich euch leider enttäuschen, mein Suchtmittel ist nicht SPIELEN, sondern SOZIALE KONTAKTE und der Zusammenhalt den ich WoW hatte. Spielen ist doch total egal. Im Moment mach ich auch wieder grafische Arbeiten am PC, lese jeden Tag Bild Online, Ich schaue im Fernsehen mir Filme an ( Collateral + Matrix z.b. ), Ich zeichne wieder ( 2 Zeichnungen sind entstanden ) und ich spiele auch viel mit meinem Kater.

Fakt ist dass mich nicht die Tatsache des Spielens abhängig gemacht hat, sondern mehr die Leute an denen ich hing, mein Charakter und die erreichten Erfolge auf die ich stolz war.

Ich war jemand in diesem Spiel. Ich war eine der besten des Servers. Die Tatsache gut zu sein, etwas zu sein, jemand besonderes zu sein. Die hat mich abhängig gemacht. Ich war ein Superstar im Spiel und viele mochten mich, ein paar allerdings auch nicht.

Siedler online bin ich am Tag insgesamt noch nicht einmal 15 Minuten online, weil ich da nur jeden Tag meine Felder nachbaue und meine Geologen losschicke. Das mache ich idR. neben meiner Hausarbeit, also zwischendurch immer wieder mal am PC 1-2 Klicks machen und fertig. Das ist keine Sucht. Siedler könnte ich ohne Probleme sofort meinen Account löschen und es würde mir nichts bedeuten.

League of Legends. WOW ein Computerspiel! Eine Runde dauert ca. 30 Min. Davon spiel ich am Abend mit Pausen zwischen ca. 4. Nun kann jeder hier behaupten ich wäre süchtig nach dem Spiel blubb. Aber LoL spiele ich um etwas zu machen. Abends fernsehen läuft meistens nur scheisse und ja - ich habe echt null Interesse mir Hirntot intravenös von der Glotze zu ziehen. Also ist es vollkommen egal ob ich LoL spiele oder Fernseh gucke. Bei LoL würde ich übrigends genauso sofort meinen Account schrotten.

Achja und im übrigen... der Kontakt mit anderen Ex WoWlern tut SEHR gut. Mein Freund ist ja auch ex WoWler.... Und nein wir halten uns nicht bei der WoW-Nadel. Wir sind alle schon seit 1,5 Wochen, 2 Monaten und nem halben Jahr clear. Wir unterstützen uns wenn wir wieder Gedanken ans Spiel bekommen, die Finger vom Account zu lassen und geben uns Freizeittipps um uns erfolgreich neu zu integrieren.

Es hat nichts aber auch gar nichts mit Ausstieg light zu tun. Null. Der Punkt der für mich hart war der für mich das schlimmste und undenkbarste war, den hab ich schon gemacht.... das war der Tag an dem ich mich letzte Mal eingeloggt und verabschiedet habe, von den Menschen die mich teils Jahre begleitet haben, durch finstere und helle Stunden. Der Moment, an dem ich mich von Leuten denen ich was bedeutet habe, verabschiedet habe. 2 von Ihnen sind mir gefolgt. Ins Reale Leben. Das sind auch die 2, mit denen ich noch schreibe und telefoniere.

Dennoch tut mir der Gedanke weh, dass dort soviele Menschen warten, denen ich was bedeute und ich sie immer gemocht habe. DAS ist die Sucht an dem Spiel. Nicht des Spielens wegen. Keiner Questet gerne, Levelt gerne. Sogar Raiden war nach über 1 Jahr ICC nervig. Spielen ist mir egal. Das soziale macht abhängig.
Montag, 21.Feb 2011, 15:39

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
Ganz oder gar nicht
Hallo Shadowless,
ich glaube Du warst richtig sauer auf uns, stimmt`s? So hat sich das zumindest angehört....
Trotzdem nerve ich Dich weiter: Die Sucht nach sozialen Kontakten wird nicht nur durch die social networks, sondern auch durch das Spielen befriedigt. Wenn Du Dir ein Hintertürchen offen hälst und Dein Bedürfnis nach Deiner Community nach wie vor stillst (halt nicht mehr durch WoW, sondern "nur" durch LOL oder Siedler), ist nichts gewonnen. Deshalb wäre der "ganz abstinente" Weg der schwierigste, aber auch ehrlichste und produktivste. Durch den Weg, den Du gehst, hälst Du Deine Sucht ständig weiterhin am Köcheln und wirst nicht wirklich in Dir drin die einschneidende Veränderung in Gang setzen, nach der Du Dich sehnst. In meiner Raucherzeit hatte ich auch versucht, nur abends ab 18 Uhr zu rauchen. Das war vollkommen sinnlos, weil meine Gedanken nach wie vor ums Rauchen kreisten und ich mich mit jeder Faser meines Seins danach sehnte, die erlösende Uhrzeit endlich zu erreichen. Das alles sind halbe Sachen und verlängern nur die Qual. Ganz oder gar nicht, ist meine Devise. Das ist zwar erst mal hart, aber auf Dauer führt es zum Erfolg.
LG
Merle


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