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 Foren zum Thema Mediensucht / Betroffenen-Forum
        Bin seit 5 Jahren Rollenspielsüchtig

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Montag, 7.Feb 2011, 20:50

Cem Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 13
Mitglied seit: 07.02.2011
Hallo, ich bin neu hier und wie der Titel sagt seit 5 Jahren Rollenspielsüchtig.

Wie stark mich dieses Problem wirklich im Griff hat habe ich erst seit ein paar Wochen bemerkt, beziehungsweise mir eingestanden.
Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin wusste ich wohl schon bedeuten länger wie gravierend mein Problem ist aber ich wollte es mir nicht eingestehen.
Mein Hauptcharakter hat 121 Tage Nettospielzeit insgesamt dürften es wohl 250-300 sein,

Höchstwahrscheinlich habe ich mir auch mein Studium dadurch ruiniert. Jedoch bin ich Moment an einem Punkt an dem ich selbst weiß, dass ich durchaus noch eine Chance habe vielleicht etwas neues zu beginnen. Ich weiß jedoch 100 % dass ich erst mein Problem in den Griff bekommen muss sonst ist alles was ich versuche zum scheitern verurteilt. Ich weiß auch, dass ich es nicht allein und vor allem nicht ohne professionelle Hilfe schaffen kann.

Eigentlich dachte ich es schon im Griff zu haben bis ich vor drei Monaten rückfällig wurde. Bis dahin wurde mein Leben besser der Rückstand im Studium war aufzuholen wenn auch nur schwer ich habe meine Freunde wieder öfters gesehen und auch mit den Mädels klappte es wieder besser.
Dann weiß ich eigentlich nich wirklich wieso ich wieder angefangen habe erst nur kurz ein paar alte Bekannte auf dem Server wiedersehen. Das neue Addon kurz anschauen und natürlich nur Abends nur für ein paar Stunden.
Kurz darauf hatte es mich wieder voll im Griff ich habe meine Freunde nicht mehr so oft gesehen die Ausblidung vernachlässigt und auch mich selbst sowie meine Wohnung. Es war so obwohl ich es besser wusste, sobald ich jedoch in die Spielwelt eintauchen konnte waren die Sorgen und die Angst wie weggeblasen verdrängt. Ich habe lang gespielt um Abends im Bett nicht nachdenken zu müssen.

Vor drei Wochen war dann der Lüfter meines Laptops hinüber und bei der Reperatur habe ich wohl für noch mehr Schadne gesorgt.
Das war eine Rettung, auch wenn sie wahrscheinlich zu spät kam. Aber irgendwie musste ich wohl am Abgrund stehen bevor ich endlich aufwachen konnte.
Diese Seite hier wurde mir schon vor einiger Zeit von meinen Eltern empfohlen, damals dachte ich noch ich könne es allein schaffen und ich bräuchte keine Hilfe obwohl ich es in meinem inneren wohl damals schon besser wusste.

Das schlimmste ist ich habe meine Eltern entäuscht und belogen, ich habe mich selbst belogen mich zumindest Zeitweise um meinen beruflichen Erfolg gebracht, Freunde verloren und belogen Zeit im Leben verloren.

Das alles vor allem für ein Spiel und der Auslöser war wohl Angst das Spiel eine Flucht.
Zuerst die Angst vor sozialem Misserfolg vor dem Abgelehntwerden, dann die Angst vor schulischen Versagen, dann die Angst sich und den Eltern dieses Versagen einzugestehen. Die Angst wurde nur nie besser sondern es wurde immer mehr.

Seit drei Wochen spiele ich jetzt nicht mehr seit einer Woche lese ich hier im Forum. Ich habe bemerkt, dass es nicht nur das Spiel ist sinder allgemein ein Problem mit dem Konsum von Medien (Internet, Filme usw.).
Seit zwei Tagen habe ich mir vorgenommen das Internet nur noch Abends zu nutzen es ist unglaublich wie schwer es mir fällt wie lang die Abende sind, wie lange die Tage sind.
Ich versuche im Moment in die Uni zu gehen und den Tag über zu lernen auch wenn es wohll keine Hoffnung mehr gibt aber dort kann ich mit Freunden Mittagessen gehen und habe wenigstens eine Aufgabe.

Gerade eben habe ich eine Mail an eine Suchtberatungsstelle geschrieben die ich aus diesem Forum habe und hoffe dort bald einen Termin zu bekommen. Was mich etwas verwirrt ist das der Onlinesucht auf der Homepage dieser Beratungsstelle eigentlich kein Raum eingeräumt wird, ich hoffe dort wird man dennoch ernst genommen.

Ich habe Angst meinen Eltern die wahrheit zu sagen aber ich weiß das ich mich meinen Fehlern stellen muss um überhaupt eine Chance zu haben. Vor allem weiß ich, dass ich ohne meine Familie den Absprung nicht schaffen werde.
Ich hab mich entschieden ihnen einen Brief zu schicken, auch wenn ich mir unsicher bin ob diese Art richtig ist. So kann ich jedoch alles schreiben was mich bewegt und auch was mich in den letzten Jahren bewegt hat. Wie sehr ich wirklich in dem Spiel gefangen war mit beinahe einem Jahr Spielzeit ind ca. 5,5 Lebenjahren. Wir hatten schoneinmal über das Thema gesprochen und irgendwie war es Rückblickend ein sehr unbefriedigendes Gespräch wahrscheinlich weil Sie scheu hatte zu tief zu bohren und ich noch nicht soweit war mich ganz zu öffnen und mir selbst alles einzugestehen. Rückblickend bereue ich es diese Chance verpasst zu haben.
Ich schäme mich enorm für alles was ich in den letzten Jahren getan habe.

Ich hoffe ich habe nicht zu wirr geschrieben aber ich schriebe mir gerade einfach ein wenig was von der Seele.



Montag, 7.Feb 2011, 21:04

Cem Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 13
Mitglied seit: 07.02.2011
Was ich noch schreiben wollte ist die Tatsache, dass ich im Moment wirkliche Probleme habe meine Freizeit zu füllen. Seit ich 14 war gehört der Computer zu meine Freizeit vielleicht mit Ausnahme der ersten beiden Studiensemester. Auch wenn es nie so extrem war wie in den letzten Jahren ist da doch eine gewaltige Lücke. Am meisten Angst habe ich im Moment vor dem Wochenende und der freien Zeit am Samstag und Sonntag.
Dienstag, 8.Feb 2011, 19:24

Cem Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 13
Mitglied seit: 07.02.2011
So ein Tag ist rum wenn er auch nicht sehr erfolgreich oder produktiv war.
War mit meinen Freunden Mittagessen konnte mich jedoch nur sehr schwer aufs Lernen konzentrieren. Ich spüre richtig den Drang irgendwas sinnfreies mit dem Computer zu machen. Hätte ich jetzt die praktische Möglichkeit könnte es gut sein das ich mich bei WoW eingeloggt hätte.
Ich habe die Zeit ein wenig verbracht die Beiträge von anderen im Foum zu lesen das hilft zu begreifen wie tief man steckt.
Am Donnerstag gehe ich in die offene Sprechstunde der Suchtberatung kurzfristige Termine gibt es leider nicht. Ich bin gespannt.
Jetzt werde ich nochmal meine mobilen Datenspeicher durchgehen und alles an Spielen löschen und ein wenig meine Wohnung in Ordnung bringen.

Eine Frage ist die Auflistung der Selbsthilfegruppen vollständig ? Oder gibt es auch welche die nicht im Forum gelistet sind, denn scheinbar gibt es in meiner Region nicht trotz einer nicht ganz so kleinen Stadt.
Donnerstag, 10.Feb 2011, 14:48

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
Nur die Wahrheit ist erträglich
Hallo Cem,
das, was Du von Dir schreibst, hat mich tief berührt. In jeder Zeile spüre ich den Kampf, den Du mit Dir kämpfst und die Not, in der Du steckst. Deine mutigen und schonungslos offenen gedanklichen Auseinandersetzungen mit Dir selbst, zeigen, dass Du jetzt wirklich an einem Wendepunkt stehst und vielleicht den Rückfall gebraucht hast, um endgültig zu begreifen, dass Du da raus musst. Ich kenne das von mir selbst. Wie oft habe ich eine weitere Warteschleife gezogen, wie oft bin ich an scheinbar geschlossenen Türen vorbeigerannt, ohne zu merken, dass ich sie nur aufstoßen muss.
Dass Du Angst hast, Deine Eltern mit der Wahrheit zu konfrontieren, kann ich gut verstehen. Aber letztendlich haben sie - vielleicht nach dem ersten Schock - wahrlich Grund, stolz auf Dich zu sein, denn was Du damit leistest, Dich so wahrhaftig in all Deiner Unvollkommenheit zu zeigen, von Deinen Ängsten zu sprechen und ihnen einzugestehen, dass Du ein Suchtproblem hast, ist ein mutiger und bewundernswerter Schritt. Vertrau auf ihre Liebe zu Dir und vertrau darauf, dass sie Dir hilfreich zur Seite stehen und Deinen Entzug wohlwollend begleiten werden. Du brauchst ihre Unterstützung und das müssen sie wissen. Versuche auch, Deiner Freundin zuzutrauen, dass sie sich nicht abwendet von Dir, wenn Du ihr die Wahrheit gesagt hast, sondern dass sie Dich so sehr liebt, dass sie Dir hilft, dies alles zu schaffen.
Das Problem mit der vielen freien Zeit, die sich plötzlich auftut, wenn die leeren Stunden nicht mehr mit dem PC zugestopft werden, ist das Hauptproblem, das die erste Zeit des Entzugs so schwierig macht. Hier solltest Du ganz bewusst ansetzen und Dir vielleicht aufschreiben, welche Tätigkeiten Dir helfen könnten - notwendige (Putzen, Reparieren, Erledigungen endlich wegarbeiten etc.) und "freizeitliche" (Sport? Musik? Kino? Freunde treffen? etc.) Mach Dir einen Plan und bereite Dich vor allem auf das Wochenende gut vor. Schaffe Dir eine Struktur für den Tag - feste Aufstehzeit , Pflichten, nach draußen gehen, Leute sprechen, lesen. Und schreibe Deine Gefühle auf, führe ein Tagebuch für die ersten Wochen, in dem Du jeden Tag Deine Erfolge (und die gefährdeten Stunden) dokumentierst. So siehst Du schwarz auf weiß, wie gut Du vorankommst und welche Situationen noch "gefährlich" für Dich sind, die es zu vermeiden gilt.
Heute hast Du ja Deinen Termin bei der Suchtberatung. Ich bin gespannt, wie es sein wird. (Übrigens schreiben viele Suchtberatungsstellen auf ihrer Homepage ganz bewusst nichts von Onlinesucht, weil diese ja noch nicht als Krankheit offiziell anerkannt ist. Das muss aber in keinem Fall bedeuten, dass es keinen Mitarbeiter gibt, der sich mit dieser Problematik auskennt...)
Die Auflistung der Selbsthilfegruppen in unserem "Netzwerk für Ratsuchende" ist bei Weitem noch nicht vollständig, denn das Ganze ist ja sozusagen noch im Aufbau. Vielleicht möchtest Du Dich bei der Rubrik Selbsthilfegruppen (Gründungsgesuche) eintragen? Der Austausch mit ebenfalls Betroffenen ist ungemein wichtig und hilfreich. Hier in diesem Forum wirst Du auch viel Unterstützung finden und kannst Dich ja auch jederzeit bei den Schreibern melden.
Ich drücke Dir fest die Daumen für Dein Gespräch mit Deinen Eltern und mit Deiner Freundin. Vergiss nie: "Nur die Wahrheit ist erträglich", und dieser Meilenstein in Deinem Leben, der Ausstieg aus der Abhängigkeit, sollte nicht auf Lügen gebaut werden.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.
Merle
Donnerstag, 17.Feb 2011, 10:19

Cem Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 13
Mitglied seit: 07.02.2011
So nach einer Weile bin ich wieder da.

Der Termin letzte Woche bei der Suchtberatung tat ziemlich gut weil man endlich einmal jemanden gegenüber sitzt dem man einfach alles erzählen kann.
Wir haben uns auch über mögliche Behandlungsmethoden unterhalten, wobei er mir hierzu nur wenig sagen konnte da die Mediensucht eben noch nicht als Suchtkrankheit eingestuft ist.
HIerzu würde ich mich auch freuen ob ihr von irgendwelchen Einrichtungen oder Spezialisten in Bayern wisst.

Den Brief an meine Eltern habe ich jetzt nach einer Woche endlich fertig es tat gut ihn zu schreiben war jedoch auch ziemlich schwer.
Ich habe im Moment alle Spiele gelöscht und werde meinen Eltern meine Zugangsdaten für meine Accounts mitschicken.
Zusätzlich habe ich auf anraten des Suchtberaters meinen Netzzugang gekündigt.
Mein Problem ist einfach, dass ich wenn ich nicht Spiele anderweitigen Unfug um Internet mache oder andere Spiele gespielt habe.
Zusätzlich schreibe ich mir gerade eine Liste mit Tätigkeiten und auch Bekannten mit denen ich noch was unternehmen kann.

Rückblickend betrachtet ist es ziemlicher Wahnsinn was ich in den letzten Jahren getan habe das ging teilweise soweit das ich meinen eigenen Ausreden geglaubt habe. Ich merke aber das ich unbedingt jetzt etwas dagegen tun muss denn im Moment ist der Druck und der Schrecken noch präsent der mich Motiviert etwas dagegen zu tun.

Morgen oder am Montag bekomme ich einen Termin bei der Studienberatung, um zu sehen was noch Möglich ist und was nicht. Einfach um einen neutralen Blick auf meine berufliche Situation zu haben.

Durch den Verzicht auf das Zocken und surfen schlafe ich auch deutlich früher, was dazu führt, dass ich Morgend deutlich leichter aus dem Bett komme.
Im Moment verbringe ich meine Zeit vor allem um meine Dinge mal zu Ordnen da gibt es einiges zu tun allein was an unsortierten Unterlagen herumliegt.

Das mit der Selbsthilfegruppe werde ich ich beherzigen jedoch muss ich erstmal sehen wie es bei mir mit dem Studium aussieht davon wird wohl auch abhängen in welcher Stadt ich in Zukunft bin.
Montag, 21.Feb 2011, 15:20

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
Frühjahrsputz
Hallo Cem,
richtig Klasse, wie Du das machst. Ich bin gespannt, wie Deine Eltern reagieren werden und bin sicher, dass es da nochmal erdrutschmäßg weiter geht mit Dir, durch die Befreiung, endlich die Wahrheit gesagt zu haben. Wohl wird Dir sein, das kann ich richtig nachempfinden. Und erlöst.
Es ist gut, dass Du es nutzt, dass der Schrecken der vergangenen Zeit noch so nahe liegt. Das gibt Dir die Kraft, weiter an Deiner Veränderung zu arbeiten. Schau Dich in unserem Netzwerk einfach mal um, was Du für Deinen Postleitzahlenbereich an Kliniken und / oder Therapeuten so alles finden kannst.
Dass Du Liegengebliebenes in Ordnung bringst, finde ich großartig. Das hat für mich nämlich auch immer eine symbolische Bedeutung: Aufräumen in Deinem Leben, Deinen Tagesablauf in Ordnung bringen, Unbewältigtes hervorholen, Ballast abwerfen, sich vom Seelenmüll trennen etc. Offenbar ist bei Dir innen wie außen der große "Frühjahrsputz" im Gange. Wenn Du den bewältigt hast, wirst Du sehr stolz und zufrieden auf Deine blitzblanke (Seelen)Stube blicken...
Ich freue mich auf weitere Berichte von Dir.
LG Merle
Donnerstag, 24.Feb 2011, 14:15

Cem Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 13
Mitglied seit: 07.02.2011
So neuer Post neues Glück.

Die letzten Tage waren anstrenged und Ereignisreich.
Ich war bei der Studienberatung dort meinte man die Chancen auf Erfolg sind durchaus noch gegeben uns es gäbe schlimmere Fälle. Irgendwie hatte ich mit dem Ergebnis nicht gerechnet in meinem inneren habe ich schon halb mit meinem Studium abgeschlossen.
Das macht die Entscheidungen die ich zu treffen habe eigentlich deutlich schwerer denn im Moment weiß ich einfach nicht was die bessere Option ist.
Etwas neues zu beginnen oder das alte zu beenden. Egal für was ich mich entscheide vorher muss ich erstmal mein Problem in den Griff bekommen.

Dann haben meine Eltern den Breif erhalten. Die Reaktion war denke ich sehr positiv.
Sie werden mir auf jeden Fall helfen davon loszukommen. Im Moment bin ich auch wieder zuhause in meiner Heimstadt bei meinen Eltern.
Sie hätten mich gerne in den nächsten Wochen ein wenig in Sichtweite. Das kann ich auf jeden Fall verstehen auch mir ist im Moment klar, dass ich ein geregeltes Umfeld brauche und mir vor allem Kontrolle im Moment wirklich nicht schadet. Das schwierige ist die Tatsache das der größte Teil meines Sozialen Umfelds an meinem Studienort ist. Wobei die Entfernung nur zwei Stunden beträgt. Deswegen bin ich etwas hin und hergerissen.
Ich habe auch ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu meiner Heimtstadt und für mich war es eigentlich nie eine Option wieder zurückzukommen.
Im Moment ist einfach die Angst das hier keinen Anschluß zu finden. Das Thema werde ich auf mit meinem Berator nocheinmal Besprechen.
Morgen werde ich einmal zu einem Psychiater schauen denn ich denke das Suchtproblem ist nur ein Teil meiner Probleme vielleicht auch nur das Symptom von anderen Dingen. Am Sonntag/Montag werde ich einen Abstecher an meinem Studienort fahren ein paar Freunde wiedersehen ein weiterer Termin bei der Suchtberatung.
Auch meinen guten Freunden werde ich bald einmal die Wahrheit sagen müssen. Ich habe auch einfach keine Lust mehr weiter wegzulaufen.

Im Moment mache ich einfach ein paar Tage Pause bewusste Pause ohne irgendwelche Pflichten, danach werde ich wohl hier ein wenig Arbeiten können um den Tag zu füllen. Man kann zwar sagen, dass ich in den letzten Jahren oft nichts gemacht habe außer Spielen aber es ist ein Unterschied ob man einfach nichts tut mit dem Leistungsdruck im Hinterkopf oder einfach mal nichts tut ohne irgendwelchen Druck.
Im Moment fülle ich meine Tage mit alltäglichen Dingen wie Aufräumen, Einkaufen, liegengebliebene Dinge erledigen (zur Zeit gerade Fotos der letzten Jahre ordentlich sortieren von Erlebnissen mit Freunden).
Die Entscheidung zum Studium haben wir einfach einmal für ein paar Wochen aufgeschoben ich soll erst einmal einen klaren Kopf bekommen.
Ich bemühe mich um eine verlängern der Regelstudienzeit welche normalerweise vom Prüfungsamt in krankheitsfällen gewährt wird. Damit halte ich mir zumindest die Option offen.

Im Moment erwäge ich einen Klinikaufenthalt aber ich bin mir im Moment nicht sicher. Zum einen haben wir in unserem Umfeld schon negative Erfahrungen mit der klassischen Psychiatrie gesammelt. Manche kommen einfach kaputter raus als sie am Anfang waren. Zum anderen sind die Bewertungen der Suchtkliniken sehr durchwachsen und ich traue weder den extrem schlechten noch den euphorischen "alles war toll" Berichten.

Naja ich mach hier mal mit dem sortieren .

bis bald

Cem

Donnerstag, 24.Feb 2011, 16:07

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
die Ruhe vor dem Sturm
Hallo Cem,
was soll ich da noch sagen! Du bist ja unglaublich am "Aufräumen" und gehst all Deine Baustellen präzise und sehr bewusst an. Klasse! Dass mit Deinem Studium doch noch was geht, ist wie ein Wink des Lebens, diese Dir gebotene Chance im zweiten Anlauf sinnvoll zu nutzen. Und indem Du Altes beendest, beginnst Du das Neue.
Dass Du für eine Weile für Deine Eltern in Sichtweite bleibst und auch eine gewisse Kontrolle freiwillig aushalten willst, ist, denke ich, ein guter Schritt - sozusagen ein tiefes Durchatmen, ein Besinnen auf das, was in den nächsten Monaten an Seelen- und Körperarbeit auf Dich zukommt. Sicherlich ist es auch der bessere Weg, als sich jetzt hektisch mit Verabredungen und Aktionen zuzuknallen. Du blickst Dir ins Auge, und das ist mutig und sinnvoll. Das, was Du momentan leistest, ist sehr sehr anstrengend. Da ist ein Innehalten, ein Klären und konzentriertes Nachdenken über die erforderlichen Schritte ganz bestimmt gut für Dich. Ich bewundere Deine unbeirrte Kraft, das Dir gesteckte Ziel zu erreichen: Ausstieg, Rückkehr ins reale, lebendige, wunderbare, schwierige, kraftraubende, glückspendende Leben.
Halte uns weiter auf dem Laufenden, ja?
Ganz liebe Grüße
Merle
Mittwoch, 13.Jul 2011, 20:23

Cem Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 13
Mitglied seit: 07.02.2011
So nach längerer Pause einmal wieder etwas neues ich war jetzt 8 Wochen in einer Klinik für Onlinespielsucht genauer Bericht folgt.

Grus Cem
Donnerstag, 14.Jul 2011, 14:01

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
ich bin gespannt
Hallo Cem,
wie schön, von Dir zu hören!! Ich bin sehr gespannt auf Deinen Bericht und hoffe natürlich, dass er positiv ausfällt. Spann uns nicht zu lange auf die Folter, ja?
LG Merle
Samstag, 16.Jul 2011, 01:34

Knackpunkt Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 96
Mitglied seit: 29.10.2009
Wenn ich daran noch denke, an die Zeit direkt nach der Therapie. Oh ha. Eine Gefühlswirrwar ohnegleichen. Von Euphorisch bis traurig, die komplette Bandbreite. Und dann muss man ja auch erstmal zuhause wieder klarkommen!
Wenn man in die Therapie geht ist man in der Spielwelt.
Kommt man aus der Therapie, erwartet ein das reelle Leben und das muss man erstmal wieder lernen.
Da bin ich auch mal gespannt wie´s dir so geht und was du mitgenommen hast aus der Therapie.



Wer den Wal hat, hat keinen Fisch.


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