"Wir begrüßen Sie herzlich als Gast beim Netzwerk für Ratsuchende von AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V.
Sie müssen sich registrieren, um in den Foren Beiträge verfassen zu können.
Anonyme und kostenlos. Wichtiger Hinweis: Die Nutzung ist völlig unabhängig von den Interessen
oder den Zielen des Vereins.  (mit-AKTIV werden: Info hier)

Netzwerk für Ratsuchende:  (Aufruf alle Rubriken: www.netzwerk-fuer-ratsuchende.de)
-- 
Sucht- und andere Beratungsstellen     -- Forum Fachberatung
-- Kliniken                                                         -- Ambulanzen, Ärzte, Psychologen, Therapeuten
-- Präventionsangebote                                 -- Präventive Interventionen  (neu)
-- bestehende Selbsthilfegruppen              -- Gründungsgesuche für Selbsthilfegruppen
-- Offline-Alternativen (auch therapeutisch)
-- Netzwerke + Initiativen + Vereine + Forschung + andere Institutionen 

Austausch- und Infoforen:                                                             Pressegesuche
Angehörige / Aussteiger / Alleinerziehende / Betroffene / Partner / Umfrage / News / (Ihre)Termine
allgemeiner Austausch / Fragen zur Mediensucht / Suchtpotenzial anderer Spiele / Prominente



Forum
 Foren zum Thema Mediensucht / Angehörigen-Forum
        Sohn ist Spielsuechtig !

Seite drucken

Samstag, 19.Feb 2011, 19:11

Norman Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 01.02.2011
Spielsüchtiger Sohn
Spielsucht ist in unserer Familie leider schon seit Jahren ein Dauerthema und beeinflußt unser Leben extrem.
Unser Sohn ist 19 Jahre alt macht dieses Jahr Abitur ( ? ) und möchte anschließend Informatik studieren.
Er hat schon sehr früh die Leidenschaft für den PC endeckt und alle anderen Aktivitäten nur pflichtmäßig ausgeführt.
Wir haben schon von Anfang an, weil uns die Problematik bewußt ist, alles versucht um ihm Alternativen aufzuzeigen.
Gespräche, Aktionen, Verbote, Absprachen,Erziehungsberatungsstelle....
Wir sind an einem Punkt an dem wir uns nur noch Ohnmächtig fühlen.
Der letzte Kompromiss war ein Comuterfreier-Tag die Woche und einmal pro Woche Sport.
In den letzten Jahren hat unser Sohn 10 verschiedene Sportarten ausprobiert und hat immer Gründe gefunden damit wieder aufzuhören.
Am Wochenende hat ihn seine aktuelle Fußballmannschaft aus dem Verein ausgeschlossen, weil er nicht zuverlässig ist.
Seine Reaktion ist, dass es für ihn eher befreiend ist.
Wir lieben unseren Sohn und würden alles tun um ihm ein gutes suchtfreies Leben zu ermöglichen.
Es ist so furchtbar schwer ihn in dieser Sucht gefangen zu sehen. Nach Stunden am PC kommt er mir fremd und unerreichbar vor.
Er ist ständig müde, wirkt depressiv und antriebslos. Mein Mann versucht jede Möglichkeit zu nutzen um mit ihm das Haus zu verlassen ( Kino, Badminton,Billard spielen... ) Noch kann er ihn dazu überreden, wir merken aber dass er für uns funktioniert damit wir nicht so entäuscht sind.
Wir können uns nicht vorstellen, dass er in der Lage ist ein Studium zu bewältigen.
Was für uns auch sehr schwer ist, dass wir niemanden finden, der uns unterstützen oder helfen kann.
Vor ca. 14 Tagen hatten wir noch den Schimmer einer Hoffnung als unser Sohn uns zum ersten mal gesagt hat, dass er selber merkt, dass er die Situation nicht mehr im Griff hat und auch bereit wäre mit einem Psychologen zu sprechen. Letzte Woche hatte er einen Termin und ich hatte das Gefühl endlich mal wieder frei atmen zu können. Die Katastrophe folgte. Die Sitzung dauerte etwa 25 Minuten in denen der Psychologe festgestellt hat, das unser Sohn kein Suchtverhalten hat da er ja noch regelmäßig die Schule besuche und auch schon klare Berufswünsche hat. Außerdem haben Jugendliche heute andere Hobbys mit denen sich die Eltern arangieren müssen. Resultat : unser Sohn hat uns erklärt das es bei ihm dann doch irgendwie nicht so schlimm ist.
Zunächst habe ich den Psychologen gebeten mich anzurufen um über diese Diagnose zu sprechen, habe weiterhin Die Suchtberatungstelle und die Jugenberatung in Freiburg kontaktiert. Keiner hat uns zurück gerufen.
Kann uns jemand beraten wie wir mit dieser Situation umgehen können.
Gerade bei uns im Bereich Freiburg finden wir keine Ansprechpartner, dabei wäre für uns der Austausch mit anderen Betroffenen sehr wichtig.

Susi
Samstag, 19.Feb 2011, 19:33

Cem Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 14
Mitglied seit: 07.02.2011
Hallo ich schreibe mal als jemand der selbst von der Sucht betroffen ist und jemand der sich dadurch viel im Leben verbaut hat.

Mich wundert es nicht, dass der Psychologe nicht zurückgerufen hat er unterliegt immerhin der Schweigepflicht und würde sich Strafbar machen sollte er etwas weitergeben. Für mich persönlich wäre es auch unmöglich nocheinmal zu einer Vertrauenperson zu gehen die mit meinen Eltern über meine Gedanken spricht. Denn genau deswegen sucht man ja eine externe Person auf, um mit jemand in neutrale Postition sprechen zu können auch Dinge die man vielleicht den Eltern nicht erzählen würde.

Zum Rest fällt es mir schwer einen Rat zu geben, ich war wohl ähnlich in diesem Alter wenn ich auch noch Regelmäßig SPort getrieben habe die richtige Suchphase kam bei mir erst im Studium.
Meiner Ansicht nach muss er es selbst erkennen und wollen, von außen kann man nur Druck ausüben so dass er die Konsequenzen seines Handelns schneller erkennt. Das ist denke ich jedoch schwer, solange er die Anforderungen an Schule und Studium erfüllt.
Hat er denn schonmal versucht eine Woche auf das Internet komplett zu verzichten ? Das war bei mir auch ein Aha Erlebnis als ich festgestellt habe wie schwer es für mich war. Wenn er sich nicht auf ein solches Experiment einlässt weiß ich auch nicht weiter, das sind denke ich andere Ansprechpartner hier im Forum erfahrener.

Viel Erfolg
Samstag, 19.Feb 2011, 20:38

Norman Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 01.02.2011
Re: Sohn ist spielsuechtig
Danke für die spontane Reaktion.
Das mit der Schweigepflicht und dem Vertrauensverhältnis zum Psychologen habe ich so noch nicht gesehen.
Aber das können dann wohl Betroffene wie du wirklich besser beurteilen.
Als Eltern ist man es gewohnt immer Verantwortung zu übernehmen und dann wird dein Kind 18 Jahre und gillt als Erwachsener.
Plötzlich ist man irgendwie ausgeschlossen obwohl man das Gefühl hat er ist doch irgendwie immer noch ein Kind.
Das Projekt eine Woche Computerfrei wollen wir jetzt in den Faschingsferien anregen, würde Sinn machen den danach hat er Abiprüfungen.
Habe jetzt schon Angst vor der Konfrontation, weil ich weis das dann absolute Leere da ist.
Mich würde sehr interessieren in welcher Situation du dich befindest. Wie viel du spielst,was du spielst und wie du dein Studium auf die Reihe bekommst.
Ich hoffe ich bin nicht zu direkt aber ich würde so gerne erfahren was die Faszination von diesen Spielen ausmacht und ob du die reale Welt blöd findest.

Susi
Samstag, 19.Feb 2011, 21:32

Cem Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 14
Mitglied seit: 07.02.2011
Ich kann euch gut verstehen. Ich denke die wenigsten sind auch mit 18 schon voll erwachsen ich hab mich zumindest erst deutlich später so gefühlt (:
Liegt vermutlich auch daran, dass man als Abiturient und nach dem Zivildienst relativ lang in sehr geordneten Bahnen lebt und nur wenig Verantwortung übernehmen muss.

Die Woche Computerfrei wäre mal interessant wenn er sonst nichts zu tuen hat also eben nicht stattdessen aufs Abi lernt nach dem Abi wäre interessant.
Wie er mit wirklich freier Zeit ohne Computer klar kommt. Das ist mir total schwer gefallen der Pc und Spiele waren miene Freizeitbeschäftigung seit ich 14 war wenn auch nicht so intensiv wie as dann während des Studiums wurde.
Deswegen ist es mir in der letzten Woche auch schwer gefallen mal was komplett ohne Pc zu machen auch wenn ich durchaus noch einen guten Freundeskreis habe sind es doch viele freie Stunden.

Mit meinem Studium sieht es im Moment eher schlecht aus die Beratungstermine deswegen habe ich erst noch. Mein problem war ich bin in einem sehr lockerem Studiengang und ich hab genug auf dem Kasten damit ich zumindest einen Teil mit sehr wenig aufwand schaffen konnte. Aber letztendlich ist ein Studium nicht zu schaffen wenn man zeitgleich viel spielt egal wie talentiert man in der Richtung ist.
Es wäre auch schade so ein Studium zu beginnen denn gerade in der Anfangszeit beginnt irgendwie ein neues Leben, man lernt einen komplett neuen Freundeskreis kennen, ist wahrscheinlich in einer neuen Stadt mit einer eigenen Wohnung.
Ich persönlich habe erst im 3. Semester angefangen mit dem Spielen und das war naja eher aus Flucht nicht vor dem Studium aber aufgrund von Mißerfolg in einer Beziehung. Danach kam der Mißerfolg im Studium schleichend und langsam aber im Spiel geht es einem ja gut.
Dort ist Erfolg sehr leicht und man meint viele SPieler gut zu kennen auch wenn es keine echten Freundschaften sind zumindest meistens nicht.
Am Spiel selbst hat mich vor allem die Organisation gefesselt. Ich war immer jemand der sich häufig ehrenamtlich engagiert hat im Spiel hat dazu auch Gelegeheit sei es in der Gilden oder Raidleitung. Das war immer der Punkt der mir am meisten Spass gemacht hat zu organisieren und dann gemeinsam Erfolg zu haben.
Ich für mich habe jedoch rausgefunden das es vor allem bei den Onlinespielen eine 1 oder 0 Entscheidung ist. Ich kann diese Spiele nciht kontroliert spielen deshalb spiele ich sie gar nicht mehr und habe gerade auch nur noch einen sehr Leistungsschwachen Netbook als Internetrechner.
Ich glaube die meisten Spieler belügen sich selbst über ihre Sucht und deswegen fällt es auch leicht anderen etwas vorzumachen denn man glaubt ja wirklich daran zumindest war es bei mir so.
Wie viel ich gespielt habe es waren ca 280 Tage Netto in 4-5 Jahren also ziemlich viel wenn man es auf Stunden umrechnet. Das kam aber auch erst im Studium wie gesagt da hab ich erst richtig mit den Onlinespielen angefangen.
Problematisch wird es meiner Ansicht nach wenn die Spielzeit die Zeit eines normalen Hobbys überschreitet und das dürften wohl in etwa 10 Stunden die Woche maximal sein (2-3 Mal Fußballtraining + Spieltag)

So war ziemlich viel ich hoffe du kannst etwas damit Anfangen.
Mittwoch, 23.Feb 2011, 15:52

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 806
Mitglied seit: 12.06.2009
Beratungsstelle
Hallo Susi,
ich kann Deine Verzweiflung gut nachvollziehen: erst das Licht am Ende des Tunnels durch die Aussicht, dass Euer Sohn sich aus eigenen Stücken zu einem Therapeuten "gewagt" hat, und dann die Diagnose, die ihm grünes Licht gegeben hat, so weiter zu machen wie bisher. Trotzdem kann es Euch vielleicht ein bißchen Mut machen, dass Euer Sohn überhaupt schon einmal an dem Punkt gewesen ist, zu merken, dass ihm sein Leben außer Kontrolle gerät. Offenbar ist ein gewisser Leidensdruck bereits vorhanden, auch wenn er noch nicht ausreicht, die Initialzündung zu einer Veränderung zu sein. Euer Verhältnis scheint trotz seiner Spielsucht nach wie vor recht gut zu sein, und die Tatsache, dass er Euch nicht enttäuschen will, zeigt, dass er emotional noch nicht vollkommen abgestumpft ist. Dass er Dir fremd vorkommt, wenn er lang gespielt hat, antriebslos, stumpf und depressiv, ist eine Folge seiner Sucht und hat mit Sicherheit keine persönlichen Gründe, Euch anbetreffend. Der exzessive Aufenthalt in den virtuellen Welten macht die Spieler unerreichbar und entfremdet sie der Wirklichkeit mehr und mehr.
Kennt Dein Sohn schon unsere beiden Internetseiten? Hat er sich mal die ARD-Dokumentation "Spielen, spielen, spielen...wenn der Computer süchtig macht" von Anja Reschke angeschaut? http://www.rollenspielsucht.de/ARD_Doku.html Lasst nicht nach, ihn mit diesen Fakten zu konfrontieren und legt ihm vielleicht auch mal folgendes Buch in sein Zimmer: "Spielsucht bei PC/Konsolen- und Onlinegames" - angelockt und abgezockt, von Chris Wolker ( ISBN 978-3-8423-3263-8, Paperback, 184 Seiten, DIN A5 für 15,90€ . Dieses Buch ist ein Ratgeber für den Ausstieg und hält dem Spieler vor Augen, wie er sich manipulieren lässt durch die suchtfördernden Mechanismen im Spiel. Es macht auf einfachste Weise deutlich, wie wenig die virtuellen Erfolge dem realen Leben nützen. Vielleicht erkennt Euer Sohn sich in dem einen oder anderen wieder....
In Freiburg können wir Euch folgende Beratungsstelle für Computersucht empfehlen: http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/297/69/1/79100-freiburg-levelupberatungsstelle-fuer-computerspielsucht/ Ihr könnt Euch auch gerne in unserem Netzwerk für Ratsuchende in der Rubrik Selbsthilfegruppen (Gründungsgesuche) eintragen. Vielleicht findet Ihr auf diesem Wege Gleichgesinnte zum Austausch. Solltet Ihr Probleme beim Eintragen haben, wendet Euch bitte an uns.
Ich wünsche Dir viel Zuversicht, liebe Susi, und grüße Dich herzlich.
Merle
Mittwoch, 23.Feb 2011, 20:08

Norman Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 01.02.2011
Liebe Merle

danke für deine Reaktion und die entsprechenden Tipps
Wir sind für jede Anregung dankbar.
bei der Beratungsstelle in Freiburg waren wir bereits letztes Jahr und haben nicht wirklich eine Unterstützung erhalten.
Dies soll keine Psychologenschelte werden, nur waren die Gespräche nicht wirklich hilfreich.
Die Psychologin kannte die Spiele nicht die unser Sohn regelmäßig konsumiert und sie fand ihn auch schon zu alt um in einem Projekt aufgenommen zu werden.
So hangeln wir uns von Hoffnung zu Hoffnung und geben nicht auf bis wir professionelle Unterstützung finden.
Vor drei Wochen habe ich selbst eine Psychotherapie angefangen, weil ich den Druck kaum noch ertrage und finde die Gespräche sehr gut.
Die Psychologien nimmt mich sehr ernst und ist bemüht für uns Hilfe zu finden. Sie sagt aber auch das es schwer ist im Bereich Spielsucht einen geeigneten Therapeuten zu finden.
Heute ist wieder so ein ganz übler Tag. Unser Sohn hat meinem Mann versprochen heute mit ihm ein Fitnesstudio anzuschauen und mal ein Probetraining zu vereinbaren. Er hat uns mitgeteilt das er da jetzt doch nicht hin will, weil ihm das viel zu langweilig ist.
Inzwischen ist es wirklich so das er alles was nicht mit dem Spiel zu tun hat langweilig findet.
Manchmal möchte ich den PC aus dem Fenster werfen tue es nur nicht weil ich glaube er würde dann auch springen.
Der Gedanke ist unglaublich traurig.

Liebe Grüße an alle die sich leider mit dem selben Thema beschäftigen müssen.

Susi

Deine Buchempfehlung habe ich gleich heute nachmittag bestellt


Donnerstag, 24.Feb 2011, 09:41

Dani Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 24.02.2011
hallo, ich kann eure situation gut nachvollziehen. Auch ich habe einen 19 jährigen spielsüchtigen sohn. Er flog letztes jahr aus seiner ausbildung, weil er ständig zu spät kam und bei der arbeit einschlief. Mittlerweile ist es so schlimm, dass er von nachmittags bis früh morgens spielt. Er ist stark abgemagert, weil er keine zeit zum essen findet und sein zimmer sieht aus wie eine müllkippe. Ich stehe mit einer suchtklinik in verbindung, die aber nur helfen kann, wenn er den weg dorthin antritt. Er selber sieht sich aber nicht als süchtig, spreche ich das thema an wird er agressiv. Ich habe ihm schon die kabel vom pc genommen, da eskalierte es total, er wurde mir gegenüber sogar handgreiflich. Aus dem Internetvertrag komme ich nicht raus. Termine beim arbeitsamt läßt er sausen und post wird gar nicht geöffnet. Mir wurde geraten ihm gar kein geld und keine zigaretten mehr zu geben. Seit dem ist der zustand hier mit ihm unerträglich geworden. Er provoziert mich und meinen lebensgefährten. Geht nachts an den kühlschrank, ißt etwas und es wird nicht zurück gelegt, wurst und käse kann man entsorgen danach. In seinem zimmer liegt alles voller essensreste, kippen, dreckige klamotten. Er schließt sich dort ein. Letztes jahr fuhr er nachts beim ausparken ein fremdes auto an. Er wurde wegen fahrerflucht zu 50 sozialstunden verdonnert, die er nicht antratt. Im märz kommts erneut zur gerichtsverhandlung, danach muss er für 4 wochen in den jugendarrest, darin sehe ich für ihn eine echte chance. 4 wochen ohne pc wird er nicht ertragen, sicherlich wird er dort psychologische hilfe erhalten. Vielleicht zeigt er ja dann einsicht und geht danach in die klinik. Viele suchtkliniken haben bereits, mediensucht mit in ihr programm aufgenommen. Einfach anrufen und nachfragen, selbst bei uns in schleswig-holstein gibt es mittlerweile viele kliniken.
Dani
Donnerstag, 24.Feb 2011, 10:54

Cem Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 14
Mitglied seit: 07.02.2011
@ Norman

Hm schwere Sache. Habt ihr schonmal versucht euren Internet Anschluß zu kündigen ?
Ich meine wenn euer Sohn nach eigener Ansicht nicht Süchtig ist kann er ja auch ohne Probleme mal drauf verzichten. Ich weiß, dass die Reaktionen darauf hart sein könnten und dies schwerfällt wenn man denjenigen liebt. Aber ich denke gerade weil einem derjenige am Herzen liegt sollte man hier konsequent sein egal wie schwer es fällt.
Das Problem ist wohl folgendes euer Sohn ist nicht finaziell unabhängig, wenn er sein Abitur schafft wird es keine Zivildienst mehr geben deshalb wird er direkt weiter von euch abhängig sein für seine Ausbildung und sein Studium.
Im Gegenzug seid ihr jedoch bis zum 26. Lebensjahr oder bis zum Abschluss einer Ausbildung zum Unterhalt verpflichtet.
Dieser Unterhalt ist jedoch keineswegs Leistungunabhänig d.h. euer Sohn hat durchaus auch die Pflicht Leistung in der Ausbildung zu erbringen und der Unterhalt muss nicht unbedingt in Geld erfolgen sondern kann auch in der zur Verfügung stellen von Wohnung und Essen
mit kleinem Taschengeld erfolgen.
Ich schreibe dies so ausführlich, weil ich denke das Geld it Abstand das beste Druckmittel ist welche den Eltern zur Verfügung steht sie es jedoch nicht unbegrenzt einsetzen können.
Das Problem an der Sache ist, man kann dieses Druckmittel erst einsetzen wenn er beginnt seine Leistung nicht mehr zu erbringen es ist also eher was für die Zukunft nach der Schule.
In der jetzigen Situation halte ich das abstellen des Internets für das beste.



@ Dani

Handgreiflichkeiten gehen gar nicht. Ich würde mich einemal mit einem Arzt einer Klink unterhalten welche Möglichkeiten euch in diesem Fall zur Verfügung stehen.
Was den Jugendarrest angeht wäre ich mir nicht 100 % sicher ob es dort ausreichend und gute psychologische Betreuung gibt. Da würde ich mich vorher informieren im Zweifel direkt bei der Anstalt die Möglichkeiten da liegen. Ich sage das nur aus der Erfahrung heraus, dass in Bayern selbst an Schulen und Universitäten Psychologen ein rares Gut sind.
Das ihr Sohn nich Heranwachsender könnten sie auch die Jugendgerichtshilfe um Rat bitten, die beraten normalerweise auch die Eltern.
Sonntag, 6.Mär 2011, 08:52

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 806
Mitglied seit: 12.06.2009
weitere Adressen
Hallo Susi,
es tut mir Leid, dass ich mich erst jetzt wieder melde, aber die letzten zehn Tage waren bei uns recht turbulent...
Wir haben noch weitere Kontaktstellen in Freiburg für Euch ausfindig gemacht:

Weitere Freiburger Suchberatungsstellen siehe
www.freiburg.de/suchtbeauftragter

Kompetent sind auch "die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen
und -psychotherapeuten"
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=37288,

Erziehungsberatungsstellen und die Kommunalen Suchtbeauftragten sind unter
www.suchtprophylaxe-baden-wuerrtemberg.de zu erreichen.

Weitere Infos im Internet:
www.Freiburg.de/suchtbeauftragter
www.Suchtprophylaxe-Freiburg.de
www.Suchtvorbeugung-BW.de
www.Kommunale-Suchtpraevention.de
www.LAG-Suchtprophylaxe.de

Dass Eurem Sohn alle Auswärtsaktivitäten langweilig vorkommen, ist eine Folge seines dauerhaften Spielens. Die Onlinewelt ist durch die Realität nicht zu toppen, und deshalb ist es für Eltern auch so schwer, Alternativen für den Betroffenen zu finden, die ihm das ersetzen, was er in der virtuellen Welt an Abenteuer und Risiko geboten bekommt. Ein Aussteiger erzählte uns sehr eindrücklich: "Bis heute (zwei Jahre nach dem Ausstieg! ) erscheint mir die reale Welt im Vergleich zur virtuellen absolut farblos, wie ausgebleicht."
Hättet Ihr denn die Möglichkeit, Euren Internetanschluss zu kündigen? Dies Eurem Sohn in einem ausführlichen Gespräch und mit klaren Begründungen rechtzeitig anzukündigen, wäre ein fairer Schritt, bei dem Ihr Euch AKTIV für eine Veränderung einsetzt. So wäre u. U. gewährleistet, dass er seine Zukunft und die dafür erforderlichen Schritte nicht in den Sand setzt...
Dass Du, liebe Susi, selbst mit einer Therapie angefangen hast, ist ein hervorragender Entschluss. Die Sucht eines Kindes greift tief ein in die gesamte Familie und erfordert von allen Beteiligten mutige und entschlossene Seelenarbeit. Indirekt hilfst Du Deinem Sohn, wenn Du für Dich Sorge trägst und darauf achtest, dass Du an all dem nicht kaputt gehst.
Ich wünsche Euch allen viel Kraft.
LG Merle

Sonntag, 6.Mär 2011, 09:23

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 806
Mitglied seit: 12.06.2009
Betreutes Wohnen
Hallo Dani,
die vier Wochen Jugendarrest könnten tatsächlich eine Chance bedeuten. Die totale Internetabstinenz und eine hoffentlich gute psychologische Betreuung könnten u. U. der Anfang einer Veränderung sein. Ich würde an Eurer Stelle aber in jedem Fall dafür sorgen, dass Dein Sohn nach dem Jugendarrest nicht mehr zu Euch nach Hause zurückkehrt, sondern einen Platz im Betreuten Wohnen bekommt. Euch ist ab jetzt nicht mehr zuzumuten, die Situation mit ihm daheim weiter zu ertragen - darauf müsstet Ihr in jedem Fall bestehen. Bei Handgreiflichkeiten habt Ihr übrigens das Recht (und die Pflicht!), auf der Stelle die Polizei zu verständigen. Wenn Ihr diesen Schritt einmal in die Tat umgesetzt habt, wird Dein Sohn es sich in jedem Fall überlegen, ob er je wieder gewalttätig Dir gegenüber wird... Aber jetzt ist in jedem Fall der allererste und wichtigste Schritt das Organisieren des Betreuten Wohnens. Macht Euch rechtzeitig sachkundig, was zu tun und zu regeln ist, damit nach seiner Haftunterbringung der Übergang in ein Wohnheim problemlos über die Bühne geht.
Ich drücke Euch für all das, was vor Euch liegt, fest die Daumen.
LG Merle
Sonntag, 6.Mär 2011, 20:46
Moin Moin.

Liebe Susi, ich kann mich merle hier nur anschließen und zu konsekventem Handeln raten.

Selber bin ich kein Jugendlicher mehr, aber dennoch kenne ich die Welt der Onlinespiele leider zu gut. Man ist als Onlinespielsüchtiger
kaum erreichbar für Andere und investiert letztlich fast seine komplette Freizeit in das Spiel. Das was einem an diesen Spielen
(bei mir war es überwiegend World of Warcraft, GuildWars, Runes of Magic und VitalSign) so fasziniert, sind oft Dinge, die einem selber nicht bewusst sind als Spieler:
- Es können die virtuellen Erfolge sein, die meist leicht erreichbar sind. Leichter wie hier in der Realität.
- Das Leben im Spiel ist einfacher als das reale Leben. Keine Sorgen, keine Geldnöte, man hat einen Beruf usw.
- Im Spiel ist man ein Held und im richtigen Leben nicht, hier kann Geltungssucht ruhig angesprochen werden. Im Spiel ist man ja wer...
- Diese Spiele basieren u.A. auch auf soziale Zusammenarbeit, man schließt sich in Gilden oder Klans zusammen um gemeinsam stärker zu sein
für Abenteuer. Allerdings ist gerade diese virtuelle Zusammenarbeit für den Spieler so enorm bindend. Man muss zu festen Zeiten einen Gildenraid
(Einen Angriff auf Monster bzw. Dungeons mit vielen Spielern) mitmachen um seinen erkämpften Status innerhalb der Gilde nicht zu verlieren. Oft werden
sogar Mitglieder von Gilden herausgeworfen nur weil sie zwei Wochen in Urlaub fahren und nicht mitkämpfen. Durch Verunglimpfung verliert man
dann auch oft die Möglichkeit wieder in anderen Gilden zu kommen. Vielleicht hat man Angst diesen sozialen (dennoch virtuellen) Anspruch nicht zu
genügen.
- Alle noch so kleine Erfolge, sei es das Plündern eines getöteten Monsters oder Ruf sammeln für Fraktionen, oder oder oder...
Diese Spiele sind vollgepackt mit tausenden von diesen kleinen Erfolgserlebnissen.
Diese Erfolge stimulieren unser Belohnungszentrum im Gehirn und setzen Glücksstoffe frei, zumindest habe ich das einmal in irgeneinem Bericht auf
Youtube gesehen. Ich selber würde sogar weit ausholen und behaupten, das Menschen ohne so ein Belohnungssystem im Gehirn nicht fähig wären
sich Fortzupflanzen, da man einen Geschlechtsverkehr nicht machen würde ohne seine Belohnung - Dem Orgasmus.
Die Spielehersteller sind sich sehr wohl darüber bewusst welche existenziellen Triebe sie am Menschen ausnutzen um sich Geld in die Tasche zu stopfen!
- Während der Suchtzeit gesteht sich übrigens kein eingefleischter Gamer oder Nerd ein, dass er süchtig sei. Es ist gut dass Euer Sohn bereits eine gewisse
Einsicht zeigte indem er sich zu einem Gespräch bereit erklärte.

Man kann letzenendes bis zu über 18 Stunden pro Tag (Durchschnitt!!) am Rechner verbringen um sich unbewusst seinen eigenen Glückshormonen aussetzen. Selber erlebt. Fast zur Besinnungslosigkeit mit einem burnoutsyndromähnlichem Zustand. Nur müde, nur hundemüde...
Die eigene Grenze findet man selbst als Erwachsener ab einen gewissen Zeitpunkt nicht mehr.
Wichtig ist hier, dass ihr ihm als Eltern eine Grenze zeigen müsst, ihr seid da und er ist nicht alleine. Wenn er erst keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen hat - Dann wirds richtig richtig übel. Zeigt ihm immer, dass ihr konsekvent seit, aber seit unmittelbar nach seinem Ausstieg auch mit einem liebenden Herzen für ihn da. Wenn man aussteigt, ist die unmittelbare Zeit danach die schwierigste, man realisiert wo man ist und fühlt sich alleine. Wichtig ist immer der Kontakt zu Menschen aus Fleisch und Blut, denn hier wird man Erfolge anders erkämpfen müssen.
Ich hoffe sehr, dass Euer Sohn vom Spielen loskommt. Ich bin zuverlässig dass ihr das packt und stehe gerne mit Rat zur Seite.

lg
Kay
Dienstag, 29.Nov 2016, 17:12

Daniel Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 29.11.2016
Spielsucht
Hallo Norman,

ich habe die beschriebene Situation auf der Suche nach Auswegen auf dieser Sucht hier zufällig gefunden. Wir befinden und 1 zu 1 in der gleichen Situation. Unser Sohn hat aufgrund der Spielsucht zwei Studiengänge geschmissen und arbeitet nun als Leiharbeitnehmer bei einer Zeitfirma. Alles war einmal bestens. Er hat den Führerschein gemacht und das Fachabitur. Mit ca. 20 Jahren veränderte er sich total und verfiel der PC-Spielsucht. Nun ist er 24 Jahre alt, von Zuhause ausgezogen und hat sämtlichen Kontakt zu Freunden und Verwanden abgebrochen.

Da dieser Chat nun ja schon mehrere Jahre existiert, würde mich interessieren, ob sich die Situation bei Euch verbessert hat, und falls (hoffentlich) ja, konntet Ihr dabei Euren Beitrag leisten oder konntet Ihr nur hilflos - wie wir - zusehen.

Beste Grüße


Seite drucken  |  Nächstes Thema  |  Vorheriges Thema
 
Gehe zu
 


 Wer ist online?


Benutzer online: 0, Gäste online: 79

 Forum Statistiken


Themen: 1175, Beiträge: 4239, Mitglieder: 2027
Wir begrüssen unser neuestes Mitglied: liny195

 Heutige Geburtstage


Klaus91 (28)