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Sonntag, 27.Feb 2011, 17:43

Chance Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 27.02.2011
wie hillft man jemandem, der keine Hilfe will?
Unser Sohn, 24, Jahre alt, ist seit Jahren mediensüchtig. Er kifft täglich mehrmals, pro Tag ein Gramm. Er ist als schwerer Fall einzustufen.

Das ganze WOW-Programm: soziale Kontakte nur noch mit sechs gleichgesinnten, schleichende Verwahrlosung, kein eigener Antrieb, verläßt sein Zimmer nur noch sehr selten, der Gesundheitszustand wird aufgrund der Kifferei jährlich erbärmlicher. Die Ernährung ist unsäglich, er verhungert vor dem vollen Kühlschrank, bei 192 cm Größe wiegt er nur 60 kg.

Die eigene Wohnung wurde kürzlich aufgegeben, jetzt sucht er (eher wir als Eltern) eine neue Wohnung.

Um sein ererbtes Vermögen zu schützen, ist er mein Betreuungsfall geworden, mit weitreichenden Vollmachten.

Therapieversuche wurden abgebrochen, da er die Voraussetzung, kein Drogenkonsum, nicht erfüllen will.

Wir haben natürlich schon viel hinter uns: Androhung von Suizidversuchen, bis hin zu einem Besuch bei dem er blutübersträmt an unserer Tür geklingelt hat.
Bei Gesprächen über staionäre Aufenthalte wird er agressiv, sein Leitsatz lautet: ich werde mir nie wieder etwas vorschreiben lassen.

Besonders problematisch scheint mir zu sein, dass er in der realen Welt wohl kaum die Anerkennung und den Status erreichen wird, wie in WOW.

Eine Zwangeinweisung durch mich halte ich für sehr wenig erfolgversprechend.

Wie bekomme ich den Kerl dahin, dass er seine Situation erkennt, möglichst verändern möchte?
Welche Berater/Therapeuten kennt jemand für diesen Fall?
Freitag, 4.Mär 2011, 10:06

Cem Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 13
Mitglied seit: 07.02.2011
Hallo Chance,

ganz ehrlich bei so einem gravierenden Fall kann ich wenig sagen schon allein aus Sorge etwas falsch zu machen.
Gehen sie zur nächsten Suchtberatungsstelle oft von der Caritas oder der evangelischen Kirche unterhalten. Machen Sie Druck beim Termin indem sie Schildern was sie auch hier geschrieben haben.
Bei einem Therapeuten sollten sie auch gezielt danach fragen ob dieser auch Erfahrung mit Onlinespielsucht hat (die meisten haben es nicht können dann aber oft auf eine andere Stelle verweisen).

viel Erfolg
Sonntag, 6.Mär 2011, 09:49

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
fachliche Unterstützung
Hallo Chance,
ich bin erschüttert, was Du von Deinem Sohn schilderst, und kann gut nachvollziehen, wie verzweifelt Du bist. Du solltest in jedem Fall fachlichen Beistand suchen, denn so schwerwiegend wie sich die Situation Deines Sohnes darstellt, kannst Du das in keinem Fall aus eigener Kraft stemmen. Die Gefahr, hier etwas falsch zu machen, ist viel zu groß. Suche Dir dringend Unterstützung von kompetenter Seite. Wenn Du uns Deine Postleitzahl schickst (gerne auch über PN), können wir Dir eine Beratungsstelle heraussuchen, die Dich dann weiterleitet an die Institutionen, die Dein Sohn braucht.
Bitte lies Dir doch auch Folgendes einmal ausführlich durch: http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/meldungen/1/65/rollenspielsucht-und-betreuungsrechtliche-massnahmen/ In Deinem Fall wäre es durchaus in Erwägung zu ziehen, ob Du diesen Schritt wagen solltest....
Ich wünsche Dir ganz viel Mut.
Herzlichst, Merle


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