Suchtgeschichte
Ich bin Gerhard, 48 Jahre.
Schon als Kind mit ca. 7, 8 Jahren begann bei mir das übermäßige Fernsehen. Anfänglich waren Elter und Oma dagegen. Opa hat es immer erlaubt. Mit den Jahren wurde der Fernseher mehr und mehr meine Zuflucht vor der Realität. Ich hatte als Kind keine Freunde. Der Beste Freund wurde der Fernseher. Später mit 21 jahren lernte ich meine jetzige Exfrau kennen. Habe Geheiratet, ein Kind kam. Je mehr Programme der Fernseher bekam, umso mehr lebten wir uns auseinander. Tagsüber habe ich gearbeitet, und nachts Fern gesehen, oft die dreiviertel Nacht durch. Alles Mögliche. Dann kam Trennung und Scheidung. Weiter dauerfernsehen. Bis dann im Jahre 1996 ein Bekannter kam, der einen gebrauchten Fernseher suchte. aus einer Laune raus habe ich ihm den Fernseher dann verkauft, und bis zum heutigen tag auch keinen mehr gekauft. Damals dachte ich, das Problem Mediensucht ist damit behoben.
Jahre später kam dann der PC. Zuerst nur Mail versenden - empfangen. Später dann dann über You Tube Filme downloaden, und damit fing eigentlich das Suchtproblem wieder an. Bald darauf kam dann noch Facebook und Farmville (ist ein Browserspiel) dazu. Es ging dann soweit, dass die nacht zum Tag und der Tag zur Nacht wurde. Immer mehr verschoben sich auch die Essens - und Schlafzeiten, bis dahin, dass ich Diabetiker wurde.
Mittlerweile habe ich meinen Router anders konfigurien lassen. So das You Tube, Facebook und Erotikseiten geblockt sind. Bin in einer Selbsthilfegruppe, sowie in therapeutischer Behandlung.
Glückwunsch
Hallo Gerhard,
da hast Du ja wahrlich durch eine Radikallösung (Fernseher weg, Problemseiten geblockt) einen mutigen Schritt aus eigener Kraft vollzogen. Dazu gratuliere ich Dir. Es ist gut, dass Du Dich nach diesen leidvollen Jahren in therapeutische Behandlung begeben hast, denn nur das Symptom zu beseitigen, reicht längerfristig sicherlich nicht aus. Durch die Therapie wirst Du an die Wurzel der Ursachen herankommen und diese seelisch so gut bearbeiten, dass Du diesen Suchtkreislauf endgültig durchbrechen kannst. Auch die Selbsthilfegruppe wird ihr Übriges tun und Dir, so hoffe ich für Dich, auch aus Deiner Isolation heraus helfen.
Ich drücke Dir fest die Daumen, dass Du auch weiterhin die Kraft hast, diesen guten Weg zu gehen.
Herzlichst, Merle
Weiter so!
Moin Gerhard,
ich gratuliere. Es ist mit Sicherheit alles andere als einfach für Dich. Es gehört eine große Portion Mut dazu, sich den Versuchungen zu widersetzen und daher sage ich: Weiter so! Mit einer positiven Einstellung packst Du das, da bin ich zuversichtig.
Die Mauer der Isolation musst Du immer wieder versuchen zu durchbrechen, da man ansonsten in alte Verhaltensmuster zurückfallen kann. Diese Muster begünstigen dann eine Rückfallgefahr. Nach knapp 1,5 Jahren Zwangfreiheit bin ich nicht auf der sicheren Seite und kämpfe jeden Tag erneut gegen "meinen inneren Schweinehund" an. Hier bietet diese Webseite eine Lobby für uns, und das ist unbezahlbar.
Versuche den Menschen, die Dir nahe stehen, deine Situation zu erklären und oft sind sie verständnissvoller und hilfsbereiter als man zuerst glaubt. Das hat bei meiner Onlinerollenspielsucht (3 Jahre WoW, bis zu durchschn. 18 Std. pro Tag Dauerzocken) sehr geholfen.
Freunde oder Familie können Dich sehr bestärken.
lg
Kay
PS: Ach so. Habe ich schon erwähnt, dass man sich ohne diese Rollenspiele frei fühlt?! Doch hatte ich, aber das musste nochmal raus
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