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 Foren zum Thema Mediensucht / Angehörigen-Forum
        Sohn 18 Jahre mediensüchtig

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Freitag, 4.Mär 2011, 12:46

marie Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 04.03.2011
Was tun
Hallo Zusammen,

auch mein Sohn ist seit Jahren mediensüchtig , wobei mir erst jetzt richtig klar wird was das bedeutet.
Die Probleme zwischen mir und meinem Sohn begannen mit der Anschaffung eines PC``s.
Ein jahrelanger Kampf begann...den ich als alleinerziehende Mutter habe austragen müssen.
Nicht an eine Absprache oder zeitliche Begrenzungen der Spieldauer hat mein Sohn sich gehalten.
Keine Strafen und Konsequenzen haben eine Veränderung bewirkt.
Seit einem guten halben Jahr ist er jetzt in der Ausbildung (Programierer) .
Immerhin hat er trotz schlechten Leistungen in der Schule einen Ausbildungsplatz bekommen und auch noch in seinem " Traumjob".
Seit dem und auch schon im letzten Schuljahr wohnt er unter der Woche bei seinem Vater.
In seiner Freizeit sitzt er auch dort nur vor dem PC.
Er nutz alles was die virtuelle Welt zu bieten hat ( bisher noch kein WOW soweit ich weiß.
Seine sozialen Kontakte werden immer weniger und der Familie über zeigt er sich zunehmend gleichgülig und emotionslos, was ich
am erschreckendsten finde.Wenn er mal einen offenen Moment hat , will er meistens auch etwas von uns.
Wenn er am Wochenende bei mir ist (ohne PC) liegt er von morgens bis abends im Bett und sieht fern.
Wir brauchen Hilfe...
Viel. könnte ich ihn zu einem Beratungsgespräch überreden.
So geht es nicht weiter und ich möchte meinen Sohn nicht aufgeben ....
Gibt es in Kiel (schleswig-holstein) eine Anlaufstelle für uns ?

Vielen Dank im voraus
Marie
Freitag, 4.Mär 2011, 15:12

Mac Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 10
Mitglied seit: 16.02.2011
Hallo Marie,

Wollkommen im Forum (soweit ich geshen hatte bist du ja Neu hier).

Ich möchte dir nur mal meinen Eindruck, bzw meine Erfahrungen Preis geben

Das was du nun mit deinem Sohn erlebst, musste meine Mutter mit mir nicht machen, da die Mediensucht erst "sehr" spät kam. Ich spiele seit geraumer Zeit WoW. Mal mehr mal weniger. Zu spitzenzeiten (während einer phase der Arbeitslosigkiet) nahm der Medienkonsum in Form von WoW, TV und Chatten zu. Allerdings entwickelte sich alles immer mehr zu WoW hin. Ich habe soziale Kontakte abgebrochen und habe meine Fantasiewelt gelebt. Ich habe nur noch gespielt. Gekümmert habe ich mich nur um das nötigste. Ich spiele immernoch WoW, und ich befasse mich auch noch viel mit Medien generell. Ich schaue TV und ich chatte. Allerdings habe ich meinen Konsum deutlich reduziert, WoW und andere Dinge auch. Ich lese jetzt halt mehr. Aber was genau er macht ist ja genrell egal. Ob er alleine Spielt, programmiert oder chattet, das ändert nichts an der Tatsache das er in der virtuellen Welt gefangen ist.

Meiner Meinung nach, kannst du Ihn versuchen zu einem Gerspräch zu bringen, aber (aus eigener Erfahrung) wird er es wenn dann nur unter "zwang" machen. Die entscheidung sich helfen zu lassen, das muss seine Idee sein. ER muss aufhören WOLLEN, bzw das Maß etwas runterschrauben. Ich musste die erkenntniss auch selbst machen. Viele haben mich gewarnt und versuch mich aus meiner virtuellen Welt zu reißen. Doch das schafften sie nicht. Warum? Ganz einfach, weil ich es nicht wollte, weil ich keinen bedarf gesehen habe was zu ändern.

Versuch es mal, ihn am Wochenende zu überzeugen mit dir was zu unternehmen. Kannst du vielleicht mit deinem ExMann reden das er auch versucht ihn vom PC wegzuholen und was mit ihm zu machen? Er hatte ja bestimmt auch mal andere Hobbys. Vielleicht kannst du versuchen ihn wieder damit in verbindung zu bringen. Ich z.B. nehme das Angeln wieder auf. was ich seit meinem 5. Lebensjahr eigentlich immer gemacht habe. Am Wochenende bin ich sogar mit einem anderen Angler den ich durch einen Arbeitskollegen kennen gelernt habe zum Angeln in Frankreich. Einen Nullschnitt was das Spielen angeht kann ich aus anderen Gründen zur Zeit nicht machen, dazu im PN gerne mehr wenn du möchtest, aber ich versuche nun zu reduzieren. Ich versuche das maß an Zeit was ich im realen Leben verbringe zu steigern und die Zeit in der Virtuellen welt zu senken.

Vielleicht solltest du das versuchen. Weil zu einem Nullschnitt zwingen kannst du ihn nicht, alleine schon wegen der Ausbildung zum Programmierer.

Was die Beratungsstelle angeht kann ich die leider nicht helfen, da ich am komplett anderen ende von D wohne

Lieber Gruß

Mac

Samstag, 12.Mär 2011, 09:16

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
nicht aufgeben
Hallo Marie,
ich kann Deine Verzweiflung gut nachvollziehen. Ich denke, dass der wichtigste Schritt zuerst einmal der ist, dass Du mit Deinem Ex-Mann die Mediensucht anbetreffend an einem Strang ziehst. Ihr solltet zusammenarbeiten diesbezüglich, damit hier eine klare Linie herrscht. Bitte ihn doch einfach, sich mal ausführlich mit unseren beiden Internetseiten zu beschäftigen, damit ihm bewusst wird, dass Euer Sohn tatsächlich ein Problem hat. Es wäre wichtig, dass er gründlich in den Foren herumstöbert, vor allem auch bei www.rollenspielsucht.de in den Rubriken "Ihr Eintrag" (Angehörige) und "Aussteiger". Das Gleiche gilt für Deinen Sohn. Auch für ihn wäre es wichtig, dass er sich mit der Problematik Mediensucht auseinandersetzt und begreift, dass er die Schwelle zur Sucht längst überschritten hat.
Was Mac Dir vorgeschlagen hat - alte Hobbys aktivieren, Unternehmungen planen (vielleicht auch mal eine kleine Reise, damit Dein Sohn mal die Nase über den Tellerrand streckt und sich Euer Verhältnis wieder normalisiert) - ist auf jeden Fall ein guter Weg. Muss denn der Fernseher im Zimmer Deines Sohnes stehen? Könntest Du Dir vielleicht sogar vorstellen, ihn ganz aus dem Haus zu schaffen? Solange die Möglichkeit des unbegrenzten passiven Medienkonsums besteht, wirst Du Deinen Sohn kaum zu alternativen Aktivitäten bewegen können....
Zur Suchtberatungsstelle solltest Du erst einmal ohne Deinen Sohn gehen, um Dich zu orientieren und um Dich ungehemmt erst einmal aussprechen zu können. Vielleicht ist Dein Ex-Mann bereit, zu diesem Termin mit zu kommen - das wäre optimal, allerdings nur, wenn er die Problematik genau so erkennt wie Du. Du kannst Dich in Kiel an folgende Adresse wenden: http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/441/64/1/24103-kielstadtmission-kiel-ggmbh/ Dort wird man Dir mit Sicherheit weiterhelfen.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Nicht aufgeben, sondern kämpfen.
Herzliche Hrüße
Merle


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