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        Spielsüchtig mit 12

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Donnerstag, 28.Apr 2011, 07:19

Leokadia Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 26.03.2010
....ein Jahr später...ein Glücksfall!
Liebe Leserinnen und Leser,

mein Beitrag "Spielsüchtig mit 11" ist nun ein Jahr her und lautet dementsprechend nun leider "Spielsüchtig mit 12". Was ist in dem Jahr passiert?

Mein Sohn hat das Spiel gewechselt von Metin2 zu Crossfire und wieder zurück zu Metin2, nachdem ich Crossfire endgültig verboten habe. Anfangs hat er die Spielzeit mehr oder weniger noch eingehalten. Wie gesagt: Mehr oder weniger. Der Spruch: Nur noch dies, nur noch das, nur noch den Kampf, nur noch das Level hat mir während der vergangenen Monate den Nerv geraubt. Es zog sich und zog sich. Nachdem er vom Gymnasium auf die Realschule gewechselt hat (ganz sicher auch ein Nebeneffekt der Spielsucht) wurde eigentlich alles noch viel schlimmer. Er hat einen Klassenkameraden kennen gelernt, der auch schon lange Metin2 spielt und der sich komplett reinhängt. Es ging so weit, dass er hier um 21:30 abends noch angerufen hat, um mit meinem Sohn über Metin Strategien, Schwerter und Level zu sprechen. Das habe ich dann aber relativ schnell abgeblockt.

Wir sind immer mehr und mehr in Streit geraten über die Computer-Zeit, ja, es gibt eigentlich nur ein einziges Thema: Wann und wie lange darf ich an den Computer. Am schlimmsten ist es, wenn man einen Termin irgendwo hat: Kfo, Nachhilfe oder „hnliches. Dann ist es sehr sehr anstrengend, ihn mitzubekommen und mehr als kräftezehrend.....da ich wie gesagt alleinerziehend bin, bin ich schon lange an meine Grenzen gestoßen. Vom Vater kann ich keine Hilfe erwarten, ihn interessiert das alles nicht, sein Kommentar: Ich habe genug "eigene" Probleme. Mit anderen Worten: Es ist also nicht sein Problem, sondern ganz allein meines!!!! Wenn`s nicht so traurig wäre, müsste man über diesen Spruch eigentlich laut lachen!!! Da er seine Kinder nicht sieht und sehr weit weg wohn und auch kein Interesse an ihnen hat, ist das aber nicht weiter verwunderlich. Macht mich aber wütend - nein, wütend ist nicht das richtige Wort: Sprachlos.

Hausaufgaben werden so gut wie nicht mehr erledigt, was zur Folge hat, dass er dieses Jahr evtl. wieder (!!!) sitzen bleibt. Der blaue Brief ist schon ins Haus geflattert. Er hat wie gesagt auf die Realschule gewechselt (obwohl er hätte auf dem Gymnasium bleiben können, die Lehrer haben ihm in Gespräch noch mal bestätigt, dass er ein helles Köpfchen ist und es schaffen kann), weil er meinte, er käme mit dem Druck nicht zurecht. Nun auf der Realschule schraubt er seine Aktivitäten in Sachen Schule noch mal zurück (warum, denn, Mama, Hauptsache ich komme durch, da reicht doch dann eine 4!!!), eben nur soviel Aufwand wie nötig!

Jetzt gestern hatte meine Mutter - also seine Oma - Besuch von meinen Nichten, also ihren Enkeln aus NRW bekommen. Wir sehen uns also nicht so oft. Jakob wollte nun an den Unternehmungen teilnehmen und war dementsprechend verabredet. NOCH geht er raus und spielt, Gott sei Dank!. Da er nicht zur vereinbarten Zeit zum Gehen fertig war - sondern am Computer saß und sich nicht lösen konnte - wollte ich ohne ihn los, er hätte laufen müssen. Sein Kommentar, gut, dann bleibe ich eben hier und Spiele weiter! Darüber bin ich so in Wut geraten, dass ich ihm den Laptop wegnehmen wollte und dabei das Display zerbrochen ist!!!!!! Wir waren beide geschockt und haben nicht viel gesagt. Er war natürlich traurig. Ist aber dann mitgegangen und hat mit seinen Nichten zusammen einen Ausflug gemacht. Übernachtet hat er auch bei seiner Oma - zusammen mit seinen Cousinen.

Fazit: Der PC ist jetzt kaputt. Und für mich ein echter Glücksfall! Er weiß, dass kein Geld da ist, ihn zu reparieren und ich werde ihm in aller Deutlichkeit noch einmal sagen, dass ich sein PC spielen nie mehr unterstützen würde. Der PC ist kaputtgegangen - er war genauso beteiligt wie ich (das sieht er auch so). Sein Freund rief gestern an und musste leider hören, dass sein Spielpartner nicht mehr "on" kommen kann. Er hat meinen Sohn ausgelacht, der sich allerdings wenig beeindruckt davon gezeigt hat. Wir werde sehen, wie es weitergeht. Heute ist Tag 2 ohne PC!!! Nachher hole ich ihn ab und wir werden sehen, wie er in der "Praxis" auf das fehlende Daddeln reagiert!
Ich werde berichten.

Herzliche Grüße
Leokadia






Dumm ist nur der, der Dummes tut.
Donnerstag, 12.Mai 2011, 13:57

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Leokadia,
in den letzten Wochen war ich so involviert in das lebhafte und turbulente Auf und Ab unserer Familie, dass ich nur wenig Zeit hatte, mich hier im Forum einzubringen. Doch jetzt endlich kann ich Dir auf Deinen Beitrag antworten, der mir wahrlich eine Gänsehaut verpasst hat. Da muss erst ein Display kaputt gehen, damit die Situation sich einschneidend verändert... Ich hoffe so sehr, dass Ihr nach wie vor PC-frei seid und demnach - lass mich rechnen - bereits stolz auf Tag 16 OHNE zurückblicken könnt. Das würde mich so für Euch freuen. In Eurem Fall ist es ja auch nicht schlecht, dass Dein Sohn bei seinen Klassenkameraden sagen kann: "Ich würde ja spielen, aber leider ist der PC kaputt." Denn die Urangst von uns Müttern ist ja immer, dass das Kind gemobbt und ausgegrenzt werden könnte.
Du schreibst sehr anschaulich, dass die Frage: "wann und wie lange darf ich an den Computer?" Euer Leben beherrscht hat. Damit stehst Du nicht allein. Ich will nicht wissen, in wie vielen Familien diese Worte die zentralen Worte eines Nachmittages sind. Vor zwei Jahren gab es bei uns noch die Regelung, dass täglich eine halbe Stunde Gameboy gespielt werden darf. Unsere Kinder (12 und fast 15) kamen heim und hatten noch vor dem "Hallo Mama" die Frage auf den Lippen: "Kann ich jetzt?" Dann kam der Tag, an dem ich von Kopf bis Fuß spürte, dass ich das nicht mehr will. Ich habe meinen Jungs mitgeteilt, dass ab sofort nur noch am Wochenende für 1 1/2 Stunden gespielt werden darf. Und erstaunlicherweise kam kein Protest - null komma null!!!! Seitdem ist es herrlich. Die Jungs kommen heim, wir hocken zusammen, erzählen, essen, ratschen. Es wird gearbeitet und rumgeflackt, viel viel viel musiziert und gelesen. Ihnen fehlt nichts, absolut nichts. Probier das mal aus, Leokadia, und beobachte mal, wie sich Dein Kind dadurch verändert. Im April hatten wir neun Tage Medienfasten (http://www.kep.de/home/aktionen/offline-aktiv-sein/), um mal zu spüren, wie sich das anfühlt, so ganz ohne alles. Es war wunderschön, und unseren Jungs fiel es nicht schwer, weil sie es gar nicht gewöhnt sind, ihre Freizeit vor den Medien zu verbringen.
Erkundige Dich doch mal bei der Freiwilligen Feuerwehr, ob sie wieder eine neue Jugendgruppe eröffnen. Unser 14-jähriger ist seit fast zwei Jahren begeistert dabei und erlebt viele tolle Sachen (http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/461/35/1/abenteuer-pur-jugendfeuerwehr-in-jeder-gemeinde/). Ich kann dies nur wärmstens empfehlen!!!
Bitte schreib uns doch, wie sich alles weiterentwickelt. Ich drücke die Daumen, dass Ihr einen guten Weg gefunden habt.
Liebe Grüße
Merle
Freitag, 4.Nov 2011, 14:01

Lea-Jo Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 04.11.2011
Hallo Leokadia,

bin neu hier, und der Weitergang Deiner/Eurer Geschichte hätte mich auch total interessiert.

Bin gerade am eroieren, ob mein Sohn (15) mediensüchtig ist.... auf jeden Fall wünschte ich mir manchmal, dass die ganzen Geräte (TV, PC, iPod) kaputt gehen!

LG
Lea-Jo
Mittwoch, 9.Nov 2011, 15:33

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 788
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Lea-Jo,
magst Du uns ein bisschen erzählen, wie die Situation bei Euch ist?
Merle


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