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Mittwoch, 25.Mai 2011, 13:38

Umpalumpa Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 25.05.2011
Hallo ich bin neu hier und wie man aus dem Titel schon erkennen kann bin ich Onlinesüchtig.

Mit 15 Jahren habe ich das MMORPG World of Warcraft begonnen, und es zog mich sofort in seinen Ban nach und nach spielte ich mehr und mehr
bis ich nahezu 100 Prozent meiner Freizeit in dieses Spiel steckte.
Die Virtuellen Erfolge wurden mir wichtiger als Weltliche Erfolge und so fing ich mit 16 ab und an auch mal an die Schule zu schwänzen um
den ganzen Tag spielen zu können.
Mit 17 wurde dies zu gewohnheit und beinahe habe ich so nichtmal meinen realschulabschluss erhalten weil ich Kunst und Technik einfach Grundsätzlich geschwänzt habe und dort ohne das Wohlwollen meiner Klassenlehrer mit Unbenotet bewertet geworden wäre.
Mit 18 kam ich dann auf die Berufsschule und bin einfach überhaupt nicht mehr hingegangen Resultat ein katastrohales Zeugnis .
Äußerlich verwahrloste ich immer mehr ich spielte nächte lang mit wenig schlaf wachte auf und spielte wieder.
Zum Friseur und allen anderen Aktivitäten ging ich nur noch extrem ungern.
Mein Zimmer verwahrlost immer mehr ich räume nicht mehr auf bis es wirklich Messy mäßig aussieht und dann auch nur Oberflächlich das es halbwegs wieder klargeht.
Nun habe einen Platz um mein Fachabitur zu machen.
Dafür absolviere ich ein Praktikum und ganz im Ernst würden die Leute hier nicht meinen Vater kennen bin ich mir sehr sicher ich wäre bestimmt längst rausgeflogen.
Da ich hierfür um 6 Uhr schon aufstehen muss aber immer bis 1 oder 2 Uhr Nachts erst pennen gehe komme ich oft total übermüdet dort an und da ich jede Sekunde nutze die noch schlafen kann sehe ich auch meist echt ungpflegt aus.
Bewusst war mir das schon sehr viel länger als jetzt doch komischer Weise habe ich das anders Wahrgenommen, als ich vor gut 2 Monaten einen
Bericht von einem ehemals Wow Süchtigen Studenten gelesen habe entdeckte ich Erschreckende Paralellen zu meinem Leben und mir wurde klar du musst was machen.
Also löschte ich meinen World of Warcraft Ordner und kündigte mein Abodement.
Nun stand ich aber vor einem riesigen Problem vorher konnte ich gar nicht genug Zeit haben nun langweilte ich mich da ich nur noch weniege Soziale kontakte habe.
Also begann ich mit einem anderen Computerspiel League of Legends heisst es.
Und es besserte sich nichts ich zocke zwar nun kein WoW mehr sondern LoL.
Nun 2 Monate Später habe ich denke ich verstanden oder auch nicht das ich nicht World of Warcraft Süchtig war/bin sondern das ich Computer Süchtig bin.
Rückblickend wird mir immer mehr klar was ich mir selber damit angetan habe und meinem Umfelt.
Ich habe mein Vater etliche male anglogen nur um in Ruhe spielen zu können, mit meiner Mutter habe ich so gut wie keinen Kontakt mehr mein Bruder hat ebenfalls sein Leben dem Computer gewibmet und seine Leben verläuft ähnlich wie meins nur das er noch ein bisschen mehr Kontrolle über sein Spielverhalten hat und auch mehr Soziale Kontakte.
Auch die endlosen Stunden und die Sorgen die sich meine Eltern gemacht haben müssen all das wird mir langsam klar...... aber ich schaffe es nicht damit aufzuhören.
Ich zocke immer noch mehr als 5 Stunden täglich schlafe wenig bis gar nicht und denke schon auf dem Weg zur Arbeit teilweise über dieses Spiel nach.

Einen klaren Gedanken kann ich nur bei der Arbeit oder bei Freunden fassen den bin ich erstmal zu Hause hocke ich sofort vor meinem Pc verplämpere meine Zeit und denke über gar nichts mehr nach.

Ich kann jedem der Überlegt mit World of Warcraft anzufangen nur davon abraten den auch wenn nicht jeder süchtig wird so habe ich in fast 5 Jahren Spielerfahrungen eines gelernt... du bist nicht der einzige ich kannte Leute die noch mehr als ich gespielt haben und ich war schon sehr nah an meinem überhaupt denkbar möglichen maximum an Spielzeit.
Ich will nicht so weiterleben und kann es auch nicht ich möchte da raus kommen, ich möchte wieder mehr Soziale Kontakte haben, ich möchte eine Freundin haben auf den Punkt gebracht ich möchte die Online Welt wieder gegen die Echte eintauschen.
Das Problem was ich dabei habe ist wie fange ich damit an.
Mir ist klar das ich um den Pc konsum einzuschränken etwas anders dafür machen muss zB sport aber
es ist schon komisch ich habe keine anderen Interessen außer Computerspiele.. allerdings habe ich auch noch nicht viel ausprobiert muss ich gestehen.
Deswegen frage ich hier einmal um rat wie komm ich da wieder heraus wie würde der Weg aussehen nachdem nichtmehr spielt den ich habe soetwas ähnliches wie Angst den elementaren bestandteil meines Daseins aufzugeben in dem ich zB das Internetkabel zerstöre .
Ich bitte um eure hilfe
Lukas

Donnerstag, 26.Mai 2011, 12:52

loca64 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 9
Mitglied seit: 26.05.2011
Gut gemacht!
Lieber Lukas,
ich habe mich gerade erst angemeldet und lese mich durch die beiträge.dabei bin ich auf deinem gestossen.erstmal-du hast es gut und richtig gemacht!du hast deine sucht erkannt und bist im begriff etwas zu verändern.das finde ich absolut super von dir!!!
ich habe mich hier angemeldet,weil ich das selbe problem wie du, mit meinem sohn habe.er ist spielsüchtig und er will es ändern.ich versuche mir wissen anzueigenen um zu verstehen und zu helfen.also bleib dran und vielleicht können wir uns ja gegenseitig helfen!!!
liebe grüße
loca
Donnerstag, 26.Mai 2011, 14:35

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
Du hast es in der Hand
Hallo Lukas,
das ist sehr mutig, was Du da vorhast: "einen elementaren Bestandteil Deines Daseins" aufzugeben. Und Du kannst ganz sicher davon ausgehen, dass Du nicht der Einzige bist, der in dieser Situation steckt, nicht der Einzige, der plötzlich vor der Frage steht: "Was habe ich denn noch außer meinem PC?" Drum herum ein schwarzes Loch, eine Welt, die in all den Jahren quasi ohne Dich weitergegangen ist, verlorene Freunde, die sich in ihrem jungen Leben bereits eingerichtet haben mit einem klaren Ziel vor Augen. Damit will ich Dir sagen, dass es ganz viele Menschen gibt, die auch plötzlich an diesem Punkt standen wie Du - mit dem starken Wunsch, da heraus zu finden, doch ohne auch nur die geringste Ahnung, wie das je gehen soll. Lies Dir möglichst erst einmal alle Aussteigerberichte durch, die Du in diesem Forum und auch bei www.rollenspielsucht.de finden kannst, um Dir die Kraft und Zuversicht zu holen, die Du jetzt brauchst. Andere haben es geschafft und warum solltest Du es nicht auch schaffen?
Betrachte es einfach mal so:
Heute ist Tag 1 OHNE. Und heute wirst Du erst einmal ganz gründlich und tiefgreifend daran gehen, Dein Zimmer Stück für Stück und Zentimeter für Zentimeter wieder in Ordnung zu bringen. Nicht irgendwie und eben mal schnell, nicht einen Haufen und Stapel nach rechts verschieben und den zweiten nach links. Nein, Du wirst jedes Teil, das herum liegt, in die Hand nehmen, sichten, was weg soll und was seinen festen Platz bekommen darf in einem - Deinem - neuen Leben.
Morgen ist Tag 2 OHNE. Und morgen wirst Du da weitermachen, wo Du gestern angefangen hast, und dies wahrscheinlich auch an Tag 3 und an Tag 4, so lange, bis es gut ist. Gestalte Dein Zimmer neu, streiche die Wände, kaufe Dir schöne Pflanzen, hänge Dir ein paar schöne Bilder oder Poster auf.
Nach ein paar Tagen kommt Tag x OHNE und Du wirst einen alten verlorengeglaubten Freund anrufen und ihn fragen, ob Ihr Euch treffen könnt. Erzähle ihm, wie es Dir ergangen ist in den letzten Jahren und bitte ihn um Hilfe und Unterstützung.
An Tag xy OHNE wirst Du Dich in einem Sportverein oder Fitnesscenter anmelden und Dir einen Plan machen, an welchen Abenden Du ganz eisern und diszipliniert dort hin gehst - vielleicht auch schon zusammen mit einem Freund?
Du hast die Wahl, Lukas: Entweder Du machst so weiter wie bisher, oder Du greifst es an, aktiv, voller Willensstärke und Kraft. Du hast es in der Hand, ab jetzt etwas aus Deinem Leben zu machen. Das Internetkabel zu zerstören wäre sicherlich ein radikaler Weg, aber wenn Du wirklich alles, was Dich verführen könnte, in den alten Trott zurück zu fallen, beseitigen willst, dann tue es. Wichtig ist, über diese ersten Tage und Wochen der scheinbaren Leere hinweg zu kommen, es auszuhalten, mit Dir selbst konfrontiert zu werden. Lerne Dich neu kennen als einen Menschen, der es aus eigener Karft schafft, aus diesem Loch heraus zu finden.
Ich wünsche Dir sehr, dass Du in diesem Forum von möglichst vielen Seiten Unterstützung bekommst. Halte uns auf dem Laufenden, wie es Dir geht.
Ich drücke Dir ganz sehr die Daumen!!!
LG Merle
Freitag, 27.Mai 2011, 08:58

loca64 Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 9
Mitglied seit: 26.05.2011
Hallo Merle,
ich habe mir gestern ganz viele beiträge durchgelesen und bin total erschüttert wie viele menschen -junge und weniger junge in diesem teufelskreis sind.hätte wir nicht vor ein paar tage einen riesenkonflikt mit unserem sohn gehabt,hätte ich garnicht gewusst das er wirklich und ernsthaft sielsüchtig ist!!!!natürlich hat er viel vor dem pc gehockt aber er geht zur höheren berufsfachschule und er muss viel lernen.das er auch spielt wusste ich aber das es solche total irre spiele gibt die einem so im bann ziehen können,ist für mich einfach nicht vorstellbar.vielleicht weil ich dem nicht verfallen kann und es für mich nicht nachvollziehbar war.aber alles trifft genauso zu wie es in den beiträgen steht.und als wir das internet gekappt haben ist er völlig durchgedreht!Wollte ausziehen seine schule abbrechen,weil er es bei uns nicht mehr aushält!!!
Auf die Frage was genau er nicht mehr aushält hiess es,er käme nicht mehr mit uns klar.
ich dachte einfach nur,dass mein sohn spinnt!freunde hätten ihn irgendetwas ins ohr gesetzt.wir hatten gestern ein gespräch beim jugendamt und anschliessend habe ich mich durchs internet gelesen und bin hier gelandet.dann war es mir klar!Mein sohn hat kein problem mit uns,er wollte nur weg,weil er keinen internetzugang mehr hat und er nicht mehr spielen kann!!!!
er hat sich verbündete gesucht,eltern von seinen freunden die ihn über nacht dabehielten,die meinten,dass es eine erzieherische problematik gebe und sie ihn vor UNS beschützen mussten.
dabei war es ganz klar es war eine,wenn sich das auch ganz dumm anhört"entzugserscheinung".er konnte nicht mehr spielen und er suchte einen platz wo er das konnte!!!!
Ich habe dann gestern abend nochmal mit ihm sprechen können,habe ihn einige beiträge lesen lassen und er hat immer genickt....
heute macht er einen termin bei einer suchtberatung die glücklicherweise in der nachbarsstadt ist und sich mit internet und spielsucht auseinandersetzt.
Ich hoffe alles greift!
Dir liebe Merle danke ich für die Tipps die Du gibst,ich kann das eine oder andere gut gebrauchen.Und ich habe einfach mal einen Anfang!
Liebe Grüße,loca
Freitag, 27.Mai 2011, 23:46

Knackpunkt Benutzer ist offline

Benutzer Anfänger
Anzahl Beiträge: 96
Mitglied seit: 29.10.2009
Die wichtigste Vorrauszetzung um auszusteigen hast du schon in dir Umpalumpa. Du willst aufhören. Das ist das A und O. Denn einen Tipp der immer hilft, um da rauszukommen, gibt es nicht. Nur Vorschläge. Zuerst mal kannste hier im Forum dich ja mal durchwühlen. Hier aben wir schon des öfteren an anderer Stelle beschrieben, was man machen kann.
Wenn du mit allem hier fertig bist, haste schon mal 2 Tage nicht gezockt , denn hier gibts viiiiiieeeeele Beiträge und eine grundsätzliche Gemeinsamkeit ist bei allen Spielern vorhanden, sodas du bestimmt einiges für dich ableiten kannst.
Als nächstes raidest du deine Stadt und suchst den BigBoss der dich bei deinem Raid aus der Sucht unterstützt. (Suchtberatung, Diakonie usw.) Irgendein NPC wird dich schon richtig schicken.
Und dann kann ich dir nur empfehlen WoW zu löschen und Restlos alles was du damit verbindest erstmal zu meiden. Nur das hiflt, meiner Meinung nach.
Ich meide heute noch sämtliche Inetseiten von WoW und MMORPG´s, Zeitungen, PC Spiele Abteilung und das ganze Gedöns, weil ich sofort angefixt bin von dem Kram. Ich merke es immer wieder und mache ab und an mal ne Probe was das in mir auslöst wenn ich mit der "Szene" in Berührung komme.
Und auch nach 2 1/2 Jahren ohne würde ich, wenn ich mich nicht selbst unter Kontrolle halten könnte, sofort rückfällig werden.

So evtl. hab ich dir helfen können. Versuchs und eines musst du wissen. Es geht auch ohne und es gibt genug die es geschafft haben. Warum du nicht auch und der Stolz den du dann hast, es geschafft zu haben, ist auch nicht ohne.


Wer den Wal hat, hat keinen Fisch.
Montag, 30.Mai 2011, 10:07

Umpalumpa Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 3
Mitglied seit: 25.05.2011
Hallo danke für die vielen Antwoten

besonders bedanken möchte ich mich für den link zu dieser Website www.rollenspielsucht.de den durch etwas stöbern auf ihr
fand ich heraus das ADHS den Spielzwang wohl sehr verstärkt und diese Krankheit wurde bei mir als Kleinkind schon diagnostiziert aber
nicht weiter behandelt.

Nun ja mit dem aufhören komme ich aber nur nicht gerade gut voran zocken tue ich immernoch und mein Zimmer sieht auch nicht viel besser aus
ich habe nun mit dem Rauchen aufgehört und gehe täglich 30 min joggen.
Mal sehen in den Beiträgen da im Forum stand, dass es einem leichter fällt mit dem spielen aufzuhören und Ordnung zu halten wenn man sich in
eine Adhs therapie begibt also werde ich mich in den nächsten tagen mal darum kümmern.
Montag, 6.Jun 2011, 14:06

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
in kleinen Schritten
Hallo Umpalumpa,
ja, das ist gut, dass Du Dir einen Therapieplatz suchst. ADSler sind nämlich extrem gefährdet, computerspielsüchtig zu werden und es wird Dir helfen, Dir zusätzlich zu einer eigens auferlegten Tagesdisziplin auch von dieser Seite Hilfe zu holen. Nimm Dir auch nicht zuviel auf einmal vor. Dass Du zuerst einmal versuchst, mit dem Rauchen aufzuhören und täglich zu joggen, ist ein großer Schritt. So kannst Du nach und nach Dein Programm erweitern und bei zunehmendem Erfolg auch die Sicherheit kriegen, dass Du es schaffen kannst. Vergiß nicht, Dir mindestens dreimal täglich auf die Schulter zu klopfen, wenn Du wieder einen kleinen Schritt weiter gekommen bist. Sei stolz auf Dich und glaube an Dich.
Ich drücke die Daumen.
Merle
Montag, 6.Jun 2011, 14:21

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
umfassend informieren
Hallo loca,
das ist ein guter Weg, den Du da gehst: informieren, informieren, informieren. Nur wenn Du genau Bescheid weißt, Dich umfassend mit dieser schwierigen Problematik auseinandergesetzt und beide Seiten, sowohl die der Betroffenen als auch die der Angehörigen, kennengelernt hast, kannst Du Deinem Sohn klar und stark entgegen treten. Es ist wichtig, dass Ihr im Gespräch seid und er auch spüren kann, wie wichtig er Dir ist.
Hat der Termin bei der Suchtberatung schon stattgefunden? Ich bin gespannt, was Du berichtest.
LG Merle


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