Hallo liebe Mitkämpfer und Leidensgenossen,
nach langer Zeit melde ich mich wieder. Mit einem wirklich schlechten Gewissen. Weil ich mich zurückgezogen habe, als ich dachte, ich hätte mein Problem überwunden und nicht mehr für andere da war. Es tut mir wirklich Leid, aber ich wollte mit der ganzen Problematik nichts mehr zu tun haben. Dabei war sie weiterhin da, bei mir und bei vielen anderen auch.
Für die, die meine Vorgeschichte noch nicht kennen:
http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/thema/289/5/1/frau-durch-onlinerollenspiel-verloren/
Kurzer Abriss der letzten 12 Monate:
Ich habe den Thread seinerzeit sperren lassen, weil sich unser Leben schlagartig verändert hat. Meine Frau wurde schwanger von einem Kerl, den sie übers Spiel kennen gelernt hat. Sie ist nicht wirklich fremd gegangen, war eher eine Vergewaltigung. Wir waren daraufhin zum ersten Mal im Urlaub, war sehr schön. Und haben unsere Liebe wieder entdeckt.
Die Monate mit dickem Bauch waren turbulent, ich musste mit mir selbst ins Gericht. Ich habe beschlossen, weiterhin zu ihr und zu dem Würmchen zu halten. Das Spiel-Problem hatte sich in der Zeit wirklich erledigt. Johanna ist nun fast ein halbes Jahr alt und ich liebe sie wirklich über alles. Dieses Kind ist ein Geschenk des Schicksals und ich bin wirklich froh, dass wir ihr die Chance gegeben haben, zu leben. Ich bin ein stolzer glücklicher Vater und bin gern für
meine Tochter da. Johannas zweiter Vorname ist übrigens
Niniël ...
Meine Frau hingegen hat in den letzten Wochen/Monaten wieder einen extremen Rückfall erlitten. Sie ist seit Herbst 2010 zuhause (erst Krankheit, dann Mutterschutz, dann Elternzeit) und hat viel Zeit, die sie nicht sinnvoll nutzen kann. Sie verzockt Tag und Nacht, die Hausarbeit bleibt an mir hängen. Mit der Kleinen geht sie nur vor die Tür, wenn sie wirklich muss.
Die letzten Wochen lebten wir wieder neben einander her. Keine gemeinsame Zeit. Kurz: die selbe Schei** wie damals, nur diesmal mit Kind. Die Ehe ist mal wieder am Abgrund, meine Frau vorhin mal wieder zu ihren Eltern abgehauen, erstmal für einen Tag. Sie traut sich nicht zu einem Psychologen, will Hilfe oder auch nicht, ist mit sich und ihrem Leben unzufrieden, kann aber nichts ändern. Eine Sackgasse. Ihre Eltern sind übrigens auch und immer noch kaputt. Soweit auch nix neues.
Ich hätte so gern eine intakte Familie, aber so geht das nicht. Nach derzeitigem Stand steht die Trennung bevor und die Kleine kommt wohl in eine Pflegefamilie. Ob ich die Vaterschaft anfechte, weiß ich noch nicht. Allein kann ich nicht für sie sorgen, meine Frau kriegt nicht mal ihr eigenes Leben geregelt.
Naja, nur mal so als Zwischenstand.
Viele liebe Grüße,
Chris.