Ich bin nichts gegen WoW für meinen Freund
Hallo,
mir geht´s dermaßen mies.
Obwohl ich eine jahrelange Sucht-Odysee meines Partners hinter mir habe, um genau zu sein, 4 3/4 Jahre, haut mich das nun um.
Als ich ihn kennenlernte, spielte er keine Online Spiele, war jedoch oft in vielen Foren zugange.
Schon dort hat er sich während unserer damaligen Fernbeziehung immer mal wieder seinen Selbstwert von diversen weiblichen anderen Forenteilnehmern aufpolieren lassen, entweder in Internet, oder sogar im realen Leben.
Es war für mich der Schock meines Lebens, als ich durch einen zufälligen Anruf Samstag abends einer seiner "Kontakte" damals überhaupt erst die Tragweite mitbekam, wie weit er Kontakte zuließ (er traf sich einfach mit denen in deren Wohnung, "Käffchen trinken"

. die mädels wollten dann teilweise mehr und er wunderte sich. Ich würde sowieso alles viiiiiel zu eng sehen.
Nunja, ... und dann kam er durch eine alte Bekannte an WoW. War im Januar 2007.
Da wir 300km entfernt voneinander wohnten, machte er mir den Vorschlag, daß auch ich anfange mit spielen, und wir ein gemeinsames hobby damit hätten.
Ok, gemacht.
Es ging nur ein paar Tage gut, ich mußte erst mal lernen, in dem Spiel geradeaus zu laufen, war viel langsamer in allem wie er,
Er saß manchmal bis aufs Schlafen Tag und Nacht im Spiel.
Mit mir spielte er nur mal ausnahmsweise, wenn ich nicht weiterkam, ... oder seine Gilde gerade nichts vorhatte.
Für mich war es ein netter Zeitvertreib, ich habe es mir recht mühsam angeeignet, ...
Im nachhinein hab ich mich wie ein kleines Hündchen dort bewegt, dass seinem Herrchen treudoof hinterherhechelt.
Nach ca. einem Jahr bekam ich nur durch Zufall mit, daß er sich extra in einer Singlebörse angemeldet hatte, um ein Bild von einer seiner Gildenkolleginnen anzuschauen.
Ab da ging es rapide bergab mit meinem Vertrauen in ihm.
Während ich meiner Arbeit nachging, spielte er. Er ging leidenschaflich gerne raiden, TS war immer an.
Er warf mir manchmal vor, ich würde ihn ja nicht verstehen, mit den Leuten dort hat er dann über unsere Probleme geredet.
Manchmal log er mich an, er würde nicht im Ts sein, sein Micro wäre kapputt. Nur um mich zu beruhigen.
Und wir bekamen zunehmend Probleme.
Durch seine Spielsucht kam alles zu kurz. Seine beiden kleinen Kinder, die zu dieser Zeit noch bei ihm lebten, hatten rein gar nichts von ihm, .. wurden dadurch nicht leichter im Umgang.
Das bekam ich dann wiederum als vorwurf von ihm zurück, als ich das ansprach und an seine vernunft appellierte.
Ich würde seine Kinder nicht akzeptieren/mögen.
Er hat in all den Jahren nicht gearbeitet, einmal ein halbherziger Versuch in der Firma seines Schwagers. 3 Wochen lang, dann hatten sie sich verkracht.
Nach 2 Jahren zog er dann hier in meine nähe, in eine eigene Wohnung mit seinen beiden Kleinen.
Er meinte, er ziehe wegen mir um, ... ich denke bis heute, ... ihm stand damals das Wasser bis zum Hals dort, Ärger mit dem Vermieter, keine Miete mehr gezahlt, .. Gerichtsvollzieher, .... mit der Familie verkracht. Das war im
Sommer 2008.
Wir haben beide schwierige Jahre hinter uns.
Meine Tochter zog mitten in ihrer Pupertät zu ihrem Vater
Anfang Dezember 2009 , was mir den Boden unter den Füßen wegriß.
Ab da konnte ich mich gar nicht mehr mit seinen sucht und spielproblemen mehr befassen, ... ich brauchte all meine Kraft, um selbst wieder auf die Reihe zu kommen (habe hier noch meine beiden Söhne 8 & 19Jahre).
Aus Selbstschutz habe ich ihn das ganze Jahr 2010 sehr auf Abstand behalten, so wie einen guten Bekannten.
Ich habe ihm so oft vermittelt in all den Jahren, ... ohne Arbeit, mit dieser Sucht gibt es keine gemeinsame Zukunft für uns beide, ... von der er doch so sehr oft spricht.
Im gleichen Jahr
(Sommer 2010) hat er seine beiden Kinder seiner Exfrau zurückgegeben, da er merkte, es wächst ihm alles über den Kopf, er wird ihnen in keinster Weise mehr gerecht.