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        Wow, keine Chance dagegen

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Donnerstag, 13.Okt 2011, 13:48

LittleMoon Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 2
Mitglied seit: 13.10.2011
Ich bin nichts gegen WoW für meinen Freund
Hallo,

mir geht´s dermaßen mies.

Obwohl ich eine jahrelange Sucht-Odysee meines Partners hinter mir habe, um genau zu sein, 4 3/4 Jahre, haut mich das nun um.

Als ich ihn kennenlernte, spielte er keine Online Spiele, war jedoch oft in vielen Foren zugange.

Schon dort hat er sich während unserer damaligen Fernbeziehung immer mal wieder seinen Selbstwert von diversen weiblichen anderen Forenteilnehmern aufpolieren lassen, entweder in Internet, oder sogar im realen Leben.
Es war für mich der Schock meines Lebens, als ich durch einen zufälligen Anruf Samstag abends einer seiner "Kontakte" damals überhaupt erst die Tragweite mitbekam, wie weit er Kontakte zuließ (er traf sich einfach mit denen in deren Wohnung, "Käffchen trinken". die mädels wollten dann teilweise mehr und er wunderte sich. Ich würde sowieso alles viiiiiel zu eng sehen.

Nunja, ... und dann kam er durch eine alte Bekannte an WoW. War im Januar 2007.
Da wir 300km entfernt voneinander wohnten, machte er mir den Vorschlag, daß auch ich anfange mit spielen, und wir ein gemeinsames hobby damit hätten.
Ok, gemacht.
Es ging nur ein paar Tage gut, ich mußte erst mal lernen, in dem Spiel geradeaus zu laufen, war viel langsamer in allem wie er,
Er saß manchmal bis aufs Schlafen Tag und Nacht im Spiel.
Mit mir spielte er nur mal ausnahmsweise, wenn ich nicht weiterkam, ... oder seine Gilde gerade nichts vorhatte.
Für mich war es ein netter Zeitvertreib, ich habe es mir recht mühsam angeeignet, ...
Im nachhinein hab ich mich wie ein kleines Hündchen dort bewegt, dass seinem Herrchen treudoof hinterherhechelt.

Nach ca. einem Jahr bekam ich nur durch Zufall mit, daß er sich extra in einer Singlebörse angemeldet hatte, um ein Bild von einer seiner Gildenkolleginnen anzuschauen.
Ab da ging es rapide bergab mit meinem Vertrauen in ihm.
Während ich meiner Arbeit nachging, spielte er. Er ging leidenschaflich gerne raiden, TS war immer an.
Er warf mir manchmal vor, ich würde ihn ja nicht verstehen, mit den Leuten dort hat er dann über unsere Probleme geredet.
Manchmal log er mich an, er würde nicht im Ts sein, sein Micro wäre kapputt. Nur um mich zu beruhigen.

Und wir bekamen zunehmend Probleme.
Durch seine Spielsucht kam alles zu kurz. Seine beiden kleinen Kinder, die zu dieser Zeit noch bei ihm lebten, hatten rein gar nichts von ihm, .. wurden dadurch nicht leichter im Umgang.
Das bekam ich dann wiederum als vorwurf von ihm zurück, als ich das ansprach und an seine vernunft appellierte.
Ich würde seine Kinder nicht akzeptieren/mögen.

Er hat in all den Jahren nicht gearbeitet, einmal ein halbherziger Versuch in der Firma seines Schwagers. 3 Wochen lang, dann hatten sie sich verkracht.

Nach 2 Jahren zog er dann hier in meine nähe, in eine eigene Wohnung mit seinen beiden Kleinen.
Er meinte, er ziehe wegen mir um, ... ich denke bis heute, ... ihm stand damals das Wasser bis zum Hals dort, Ärger mit dem Vermieter, keine Miete mehr gezahlt, .. Gerichtsvollzieher, .... mit der Familie verkracht. Das war im Sommer 2008.

Wir haben beide schwierige Jahre hinter uns.
Meine Tochter zog mitten in ihrer Pupertät zu ihrem Vater Anfang Dezember 2009 , was mir den Boden unter den Füßen wegriß.
Ab da konnte ich mich gar nicht mehr mit seinen sucht und spielproblemen mehr befassen, ... ich brauchte all meine Kraft, um selbst wieder auf die Reihe zu kommen (habe hier noch meine beiden Söhne 8 & 19Jahre).
Aus Selbstschutz habe ich ihn das ganze Jahr 2010 sehr auf Abstand behalten, so wie einen guten Bekannten.
Ich habe ihm so oft vermittelt in all den Jahren, ... ohne Arbeit, mit dieser Sucht gibt es keine gemeinsame Zukunft für uns beide, ... von der er doch so sehr oft spricht.
Im gleichen Jahr (Sommer 2010) hat er seine beiden Kinder seiner Exfrau zurückgegeben, da er merkte, es wächst ihm alles über den Kopf, er wird ihnen in keinster Weise mehr gerecht.


Donnerstag, 13.Okt 2011, 13:48

LittleMoon Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 2
Mitglied seit: 13.10.2011
Im Herbst 2010 (ich hatte eine Kur hinter mir und war seelisch wieder einigermaßen hergestellt und in meiner alten Fassung) näherten wir uns langsam wieder an, .. verbrachten Weihnachten miteinander.

In dieser Zeit hat er mich Tag für Tag angelogen, er würde nicht mehr WoW spielen.
Ich hatte ihm geglaubt und nicht gedacht, daß er wieder rückfällig ist.

Im Frühjahr 2011 konnte ich nicht mehr. Nach und nach kristallisierte sich heraus, er hat all die Zeit weiter gezockt, ... vielleicht nicht ganz so oft, aber immer allgegenwärtig im Spiel anwesend.

Habe darauf zu ihm wirklich jeden Kontakt abgebrochen, ihm das auch erklärt, daß ich sein unsolides Leben mit all den Lügen, Perspektivlosigkeit uns Sucht nicht mehr verkrafte, dazu all diese "Weibsen-Kontakte".

Er hat dann versucht mich weiter zum reden zu bringen, erst harmlos, dann immer mit mehr Druck.
Es wurde so schlimm, das ich eine einstweilige Verfügung ausgestellt bekam gegen ihn.

Eines Tages, ... verrückt, .. aber es war so, ... kam es mir vor, .. als wäre er nicht mehr existent.
Ohne ihn, nein, das konnte ich mir nicht vorstellen.

Wir beschlossen einen Neuanfang.
Leider mußte ich danach feststellen, er hatte in unserer Trennungsphase, wo er doch augenscheinlich so um mich gekämpft hatte, .. Dates in Massen.
Teilweise Kontakte zu einer Frau seit 1 1/2 Jahren,da werden von ihr Einladungen ins Thermalbad ausgesprochen usw..
Damit habe ich nun gar nicht gerechnet, ich kann damit nicht umgehen. Vertrauen mehr als Null.

Als wir beschlossen, es noch einmal zu versuchen, hatte ich ihm klipp und klar gesagt, es geht nur ohne WoW, keine heimliche Kontakte zu anderen Frauen fürs eigene Ego.
Er versprach es mir.


Und nun, ... knapp 3 Monate später?

Er spielt wieder und raidet, was das Zeug hält.
Er hat mir ins Gesicht gesagt, er entscheidet sich lieber fürs Spiel als für mich.

Ich seh es ja an der Auflistung im Internet, wie oft er spielt.


Das Vertrauen lag beim Neuanfang brach, ... es stellte sich heraus, daß er im WoW so einige Frauenkontakte hatte, die sogar mit in seine 'Facebook-Freundesliste nahm, teilweise junge Mädels Anfang 20.
In den letzten Jahren hat er mir immer versichert, neee, er würde niemals mit Ffauen spielen oder gar mit ihnen chatten. Woher dann auf einmal all diese Kontakte?!


Tja, ich würde ihm nichts gönnen und sei nicht tolerant genug, um ihn ab und an spielen zu lassen.
Muß ich erwähnen, daß er bis auf ein paar Wochen im September seit Juni arbeitslos ist?

Ich bin derzeit fast nicht fähig, meiner Arbeit nachzugehen.
Immer wieder stellt sich mir die Frage, warum ich so viel weniger wert bin als dieses billige Spiel.

Er hatte all meine Unterstützung, ... wäre mit ihm aufs Arbeitsamt gegangen, .. hat er abgelehnt.
Jede Minute, die ich frei hatte, habe ich mit ihm verbracht, damit er sich nicht so alleine fühlt.

Ich glaube, er hat mich gar nicht mehr geliebt, es war wie ein Spiel in echt, ... wollte mich nach dem Beschluß wieder besitzen. Nun hat er mich, ... und er kann wieder auf meiner Seele rumtrampeln.

Er wäre gar nicht süchtig, ist zu keiner Therapie bereit.
Ich sei schuld an seinem Spielverhalten, wenn wir uns nicht sehen, sei im langweilig.


Ich fühl mich grade wirklich im Ausnahmezustand.
Mit niemand kann ich darüber reden, Psychologen haben hier eine halbjährliche Wartezeit, ... keine Ahnung wie ich das Riesenpaket an Verletzung wegstecken kann, und gleichzeitig meinen Alltag gut hinbekomme, ....

Danke für´s lesen, ... ist leider lang geworden.

LittleMoon
Mittwoch, 26.Okt 2011, 10:09

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 282
Mitglied seit: 12.06.2009
selbsterstörerisches Handeln
Hallo Little Moon,
da hast Du ja wahrlich eine lange und endlose und immer wiederkehrend gleiche Leidensgeschichte hinter Dich gebracht. Ich kann gut nachvollziehen, dass Du jetzt keinen einzigen Funken Kraft mehr übrig hast.
Ich denke, dass Du mit der Frage: "Warum bin ich so viel weniger wert als das Spiel?" viel unnütze Kraft vergeudest und darauf niemals eine Antwort finden wirst. Dein Freund ist suchtkrank und wird aufgrund dessen sein Leben nicht auf die Reihe kriegen. Da kannst Du Dich aufreiben, einbringen und aufopfern bis zum Sankt Nimmerleinstag. Viel entscheidender ist doch die Frage, warum Du Dir dies alles seit Jahren antust und sogar nach mehreren akuten Vertrauensbrüchen trotzdem sogar plötzlich das Gefühl bekommst, dass Du Dir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kannst.... An diesem Punkt gilt es, zu handeln, nach Hilfe zu suchen und einen Weg zu finden, diesem selbstzerstörerischen Handeln ein Ende zu setzen.
Little Moon, lass seine Sucht bei ihm und überlasse ihn seinem eigenverantwortlichen Handeln. Kümmere Dich um Dich, um das, was Dich immer wieder in diese sinnlose Opferhaltung zurückfallen lässt, obwohl es Dir (und damit auch Deinen Kindern !!!!!!) alle Lebenskraft nimmt. Auch wenn die Wartezeiten bei den Psychologen lang sind, solltest Du nach fachlicher Hilfe Ausschau halten. Jedes weitere Abwarten wird Dich noch tiefer in den Abgrund reißen, bis Du Dein eigenes Leben und Deine berufliche Arbeit nicht mehr leisten kannst und damit Euch alle akut gefährdest.
Ich wünsche Dir viel Kraft, an diesen Punkt aktiv heran zu gehen und zeitnah nach einer Stelle, die Dir helfen kann, zu suchen.
LG Merle


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