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Mittwoch, 15.Mai 2013, 17:48

ellen Benutzer ist offline

Benutzer
Anzahl Beiträge: 2
Mitglied seit: 15.05.2013
Weiß nicht mehr weiter Teil1
Hallo,
ich bin quasi am Ende meiner Weisheiten, Kräfte, Freude am Leben.

Es ist eine lange Geschichte und ich werde nicht alle Gegebenheiten mehr genau rekonstruieren können.

Aber ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.

Vorgeschichte:

Meine Jugend bestand aus Schule, nebenher viel Arbeiten im elterlichen Betrieb, Sport und Freunden. Mein Studium (Lebensmittelchemie) mußte ich damals abbrechen, da ein Kind unterwegs war. Ich begann Teilzeit zu arbeiten, da der Vater des Kindes zu Ende studierte. Wir bekamen ein zweites Kind, bauten ein kleines Häuschen, ich wurde nur noch Hausfrau und Mutter und später auch wieder Teilzeitangestellte im Verkauf / Büro. Das lastete mich allerdings nicht aus,
der damalige Mann zu viel arbeitete und ich war mit Haushalt und Kindern im eigenen kleinen Häuschen absolut unterfordert und nicht ausgelastet.

Irgendwann begann ich dann zu chatten. Es bildete sich eine Gruppe aus ca 20 Leuten, die sich auch als Gruppe mehrfach trafen. Mein jetziger Mann war ein Teil davon. Es folgte damals die Trennung von meinem damaligen Mann und nach 2,5 Jahren zog ich mit den Kindern von NRW nach Bayern zu meinem jetzigen Mann. Er ist selbstständig und ich sollte in seinem Betrieb mitarbeiten.

Hauptgeschichte

Noch bevor ich nach Bayern gezogen bin, "entdeckte" ich, dass er sich auch in Erotikchats aufhält. Mir wurde von jemandem anderen gesagt, dass er auch überall zu finden wäre und gab mir ein paar Seiten, wo ich nachschauen sollte. Also suchte ich und war erschrocken was ich da fand. Ich sprach ihn drauf an und überlegte die Beziehung zu beenden. Jedoch entschied ich mich doch für das Bestehen der Beziehung .. aus zwei Gründen: 1. Es war schon alles geplant, ich hatte meinen damaligen Job schon gekündigt usw. und 2. ist kurz zuvor Krebs bei ihm diagnostiziert worden und irgendwie brachte ich es dann nicht übers Herz ihn in dieser schwierigen Phase zu verlassen.

Also dachte ich Flucht nach vorn und versuchte über diesen Weg näher an ihn ranzukommen und ihn zu mehr Wahrheit und Offenheit zu bewegen. Wir hatten auch beide viel Spaß am Sex. Und so ergab es sich, dass wir unsere Phantasien weiter auslebten und ich viel Neues kennenlernte. Wir begannen dann auch zu swingen. Kein Thema über das man sich mit Freunden unterhält, insofern band mich das immer mehr an meinen Mann und man hatte weniger Gesprächsstoff mit Freunden.

Ich zog dann 2006 mit meinen Kindern in ein bestehendes Haus und Betrieb. Kannte ein paar Nachbarn, die mich auch freundlich aufgenommen haben. Das erste Hauptaugenmerk lag darauf, dass die Kinder sich gut eingewöhnen in diese fremde Welt.
Ich war glücklich endlich mit meinem Mann zusammenleben zu können. Wir hatten am Anfang ziemlich wenig Mittel, bedingt durch "Altlasten". Wir swingten hier weiter. Aber in der Woche saß ich von Beginn an sehr viel alleine da. Dadurch, dass ich nun zuhause arbeitete, lernte ich auch keine neuen Menschen kennen. Die bayerische Sprache, die ich nicht so gut verstand, erschwerte einiges. Die Kinder waren auch schon in einem Alter, wo die Eltern nicht mehr mit eingebunden werden. Also saß ich alleine. Am Anfang hatte ich noch viel mit dem Hauseinrichten usw. zu tun, so dass es nicht so auffiel.
Nach ca. 3 Monaten sprach ich meinen Mann das erste Mal drauf an. Er sagte, dass er halt viel arbeiten muß. Also las ich dann, schaute fern oder war auch im Chat. Als ich ca 6 Monate hier war, bekam er einen Herzinfarkt, ich managte die Firma in der Zwischenzeit, als er im Krankenhaus und in der Reha war, so gut ich es damals konnte. Alles lief gut weiter. Wir waren dann auch in einem Swingerforum im Internet und irgendwann fiel mir auf, dass er ziemlich viel zwischendurch da war. Also begann ich ca. nach 1 Jahr da wieder nachzuforschen. Ich weiß, manche Menschen sagen nun, man soll seinem Partner nicht nachspionieren, aber mein Mann hat mir mal gesagt, er gibt erst dann was zu, wenn er "überführt" ist.
Unsere PC Anlage ließ zu, dass man sehen kann auf welchen Seiten man im Internet war von jedem PC, der an dieser Anlage angeschlossen war. Ich sah, wo er überall war. Nur Erotikchats, Pornoseiten und !! Hurenseiten !!.
Mittwoch, 15.Mai 2013, 17:49

ellen Benutzer ist offline

Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 2
Mitglied seit: 15.05.2013
Teil2
Ich saß immer alleine, selbst an Wochenenden. In seinen Augen hat die Frau sich um Haus und Familie zu kümmern. Selbst wenn sein Sohn an den Wochenenden da war, saß er am PC.
Wenn seine Mutter uns besuchte €.. saß er am PC.
Natürlich schob er immer Arbeit vor, ich wußte es jedoch besser.
In den Einblicken die ich hatte, sah ich, dass er teilweise schon vor dem Frühstück auf Hurenseiten war.
Was nun folgt ist keine zeitliche Abfolge, sondern einfach eine Auflistung aller Dinge, die ich versucht habe, teilweise mehrfach, aber im Endergebnis ohne wirklichen Erfolg.
Ich logte mich auch teilweise mit für ihn unbekannten Nicks da ein und versuchte zu beobachten. Teilweise unterhielten wir uns ohne sein Wissen, teilweise mit Aufklärung im Nachhinein.
Ich beobachtete weiter die Auflistungen wo er überall war.
Wieder Streits und immer wieder seine Beteuerungen, dass er mich liebt und auch nur deshalb im Chat sei, weil er nach Paaren für uns schauen will.
Viele Streitgespräche, die uns immer nur weiter voneinander entfernten.
Irgendwann wurde ich nachts wach und sein Handyakku meldete sich lauthals. Also ging ich dahin und steckte es ein. Ich hab dann reingeschaut und las eine SMS: Bis morgen 14 Uhr, kein Parfüm, Ich freu mich. LG€ . Diese SMS wurde im Umfeld unseres Hochzeittermins an jemanden anderen geschickt. Die Hochzeit fand damals aufgrund des Herzinfarktes und meiner Versorgung (Rente usw.) statt.
Viele Streitgespräche, die immer uns immer nur weiter voneinander entfernten.
Ich verlangte dann, dass er zu einem Psychiater oder zu einer Beratung gehen soll, wenn er will dass es mit uns weitergeht.
Also besuchte er eine Selbsthilfegruppe für Sexsüchtige, lies es aber nach paar Treffen wieder, da die den Punkt Internet nicht beinhalteten.
Ich löschte unsere Paarprofile in den jeweiligen Seiten und sagte ihm, dass er nun nicht mehr für uns als Paar suchen brauche, da ich bemerkte, dass er das nur als Grund vorschob um für sich selber zu suchen.
Wir probierten vieles aus, unter anderem Swingen, Dom-dev, Geschichte der O usw.
Wir hatten zb. auch Wochenenden für uns, ohne Kinder. Selbst an diesen Wochenenden, wo wir Dom €“dev leben wollten, sah es so aus, dass er am PC hing und ich zu warten hatte.
Da ich eine andere Erwartungshaltung habe, selbst in diesen Bereichen, sagte ich, dass ich es so nicht funktioniert.
Die Folge ist, dass wir seit 3 Jahren getrennt schlafen und bis zu diesem Januar ab und an Sex hatten.
Seit Januar läuft gar nichts mehr.
Meine kleine Tochter steckt gerade mitten im Abitur. Ich hatte mir schon vor einem Jahr vorgenommen, so lange durchzuhalten, da ich einen erneuten Umzug zurück nach NRW ihr nicht so kurz vorm Abi zumuten wollte.
Ich glaube, dass ich mittlerweile depressiv bin. Mir macht nichts mehr Spaß. Ich mag keine neuen Leute kennenlernen und lachen ..? Ich kann mich mittlerweile auf kein Buch mehr konzentrieren, mag mich selber nicht mehr, mir kommen Tränen, wenn ich mal raus gehe und ich irgendwo Paare zusammen sehe, die zusammen einkaufen. Wenn ich nach NRW zurückgehe, bin ich zu weit von meinen Kindern weg, die eine studiert hier in Bayern, die zweite will wahrscheinlich auch hierbleiben. Da ich meine Ausbildung abgebrochen hatte, habe ich auch keine Perspektive, mich einigermaßen so versorgen zu können, dass ich gut über die Runden komme.
Ich bin völlig ratlos und erfahre, außer von meinen Kindern, keine Bestätigung. Lebe nur noch zurückgezogen und fühle mich wahnsinnig einsam durch diese Geschichte.

Mein Mann und ich hatten vereinbart, dass wir nach dem Abi der Kleinen reden werden.
Und ich hab keine Ahnung, was ich tun soll. Am einen Tag denke ich.. ich muß hier raus. Am nächsten warte einfach ab, das legt sich wieder.
Sonntag, 19.Mai 2013, 08:14

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 806
Mitglied seit: 12.06.2009
befreie dich
Hallo ellen,

da hast du ja wahrlich viel durch gemacht und ich kann mir gut vorstellen, dass dich diese ungute Situation an den Rand der Depression gebracht hat. Diese ist ein Spiegel deiner Seele und signalisiert dir, dass du so nicht weitermachen kannst und darfst. Wenn du auf diese innere Stimme nicht hörst, wirst du, so denke ich, am Ende jeden letzten Funken Lebenswille und Lebensfreude verlieren. Du stehst ja durch den "Dauerbetrug" deines Mannes unter einer permanenten Demütigung und Mißachtung, die dich mehr und mehr beugt, zertrampelt und zermalmt. Es ist nicht verwunderlich, dass du dich an nichts mehr freuen kannst, doch du kannst sicher sein, dass sich dieses erloschene Lebensgefühl verändert, sobald du aus dieser entwürdigenden Situation raus bist.

Du solltest nicht abwarten, dass sich dein Mann vielleicht doch noch entschließt, sich endgültig von diesen Seiten zu verabschieden und für immer auf diesen Kick zu verzichten. Ich glaube nicht daran, dass ihm dies gelingen kann, weil er ja schon seit vielen Jahren auf diese Weise aktiv ist und ganz aus freien Stücken von heute auf morgen mit Sicherheit nicht von dieser tief eingefurchten Sucht wird lassen können. Eine normale Sexualität zu leben, wird ihm kaum mehr möglich sein. Hinzu kommt, dass schon so viele Lügen und falsche Versprechungen zwischen euch stehen, dass diese tiefen Risse eure Beziehung zerstört haben. Liebe steht auf den Grundpfeilern des gegenseitigen Vertrauens, der Achtung beider Partner voreinander und des behutsamen Schauens auf den anderen und dessen Wohlergehen. Nichts davon findet mehr zwischen euch statt.

Vielleicht hast du den Mut, ganz neu anzufangen. Da du deine Kinder in deiner Nähe haben möchtest, besteht doch keinerlei Veranlassung, nach NRW zurück zu gehen. Du kannst dir doch auch in Bayern ein neues Leben aufbauen. Wenn du erst einmal aus dieser zerstörerischen Gemeinschaft ausgestiegen bist, dir ein eigenes Umfeld geschaffen hast und vorsichtig Fuß fasst in einer Arbeit, wird dein Lebenswille wieder zurückkehren. Du wirst wieder lachen lernen und dich an kleinen Dingen freuen können, daran glaube ich fest. Du wirst wieder in der Lage sein, Kontakte zu knüpfen (offline!!!!!), denn du bist doch früher auch ein lebenslustiger Mensch gewesen, der das Leben zu genießen wusste. Versuche dich an diese ellen zu erinnern und weck sie wieder auf. Auch deinen Kindern bist du schuldig, dass sie aufatmen können und ihre Mama in "Sicherheit" wissen dürfen. Befrei dich aus diesem Sog, der dich mehr und mehr in die Tiefe zieht. Du hast ein kraftvolles und eigenbestimmtes Leben verdient.

Ich begleite dich mit meinen Gedanken und wünsche dir ganz viel Wut, Aufbäumen, Lebenwollen, Veränderungswille und Zuversicht. Du schaffst das.
Merle
Mittwoch, 10.Aug 2016, 21:11

Kenn Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 13
Mitglied seit: 29.07.2016
Hallo!
Ich verstehe dir. Es ist sehr schade( Ich hoffe dass du irgendwelche Hilfe bekommst.


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