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        Aussteigen ist Steinhart aber Lohnt sich!

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Sonntag, 12.Jan 2014, 15:08

AndreasPa Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 128
Mitglied seit: 06.04.2012
Aussteigen ist Steinhart aber es Lohnt sich!
Hallo vash,

aber es ist doch schon mal gut das Du hier offen und ehrlich einen Rückfall zugibst und da zu stehst. Das kann auch nicht jeder sich dann einzugestehen Rückfällig geworden zu sein, weil er glaubt er hätte versagt. Was aber nicht zu Trift, denn ein Rückfall gehört mit da zu wenn man aus der Sucht raus kommen will. Do solltest mal über legen wo dran hat es gelegen das Du rückfällig wurdest und dann da für Sorgen das es nicht noch mal passiert. Man kann muss halt aus einen Rückfall lernen, aber wichtig ist aber immer wieder Aufzustehen. Denn nur wenn man liegen bleibt hat man versagt, aber Du hast ja schon die Notbremse gezogen und das finde ich Super. Du bist stark genug um wieder Aufzustehen und glaube immer an dich und das Du es schaffst.


Gruß Andreas


Hallo, mein Name ist AndreasPalla komme aus Altena/ NRW. Ich bin trockener Alkoholiker, Suchtkrankenhelfer und Initiator der Selbsthilfegruppe für Online- und Medienabhängigkeit - SOM
Sonntag, 12.Jan 2014, 18:50

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 777
Mitglied seit: 12.06.2009
nach vorne schauen
Lieber vash,

nein, verloren ist nichts, das darfst du so nicht sehen. Dieser Rückfall ist vielleicht das Wichtigste, was dir in den letzten Monaten passiert ist. Durch den Schmerz, den Frust und die Verzweiflung, die dich jetzt deshalb gepackt haben, wird einmal mehr in dich eingebrannt, wie lebensnotwendig es ist, das Zocken ein für alle mal und ganz und gar für immer sein zu lassen. Du hast nun schmerzhaft erfahren, wie schnell es geht, dass man der Begierde nach dem Suchtmittel erliegt.

Jetzt gilt es, Strategien zu entwickeln - sozusagen ein Frühwarnsystem - damit du beim nächsten Mal rechtzeitig die Notbremse ziehen kannst. Denke dir einen Handlungsablauf aus, den du abspulen kannst, wenn du merkst, dass es brenzlig wird. Verlasse die Wohnung und gehe zu Freunden, mache einen langen Spaziergang, der Abstand schafft zum "Heroin aus der Steckdose", gehe ins Kino, nimm ein heißes Bad. Was immer es auch ist, es sollte dir die Möglichkeit verschaffen, über die Versuchung nach zu denken und die Konsequenzen eines Nachgebens zu reflektieren. Stell dir vielleicht innerlich eine Waage vor, so eine altmodische, die die Händler früher hatten. Packe das Zocken auf die linke Seite und all das, was es dir an "Vorteilen" bringt. Auf die rechte Waagschale kommt das Standhaftbleiben und obendrauf alles, was du dadurch für dein Leben gewinnst. Stell dir vor, wie die rechte Waage nach unten sinkt, wie schwer das wiegt, was du für dein Durchhalten bekommst. Trage dieses Bild tief in deinem Herzen, dann hat die schlappe linke Hälfte keine Chance, weil sie lediglich eine momentane Bedürfnisbefriedigung beinhaltet.

Lass dich nicht entmutigen, vash. Du hast Tolles geleistet mit deinen 110 Tagen. Es wär doch gelacht, wenn dir das nicht wieder gelänge. Alles auf Null und weiter gehts. Nach vorne schauen, das ist die Devise. Du hast die Kraft, es diesmal zu schaffen, daran habe ich keinen Zweifel. Denke immer daran: WER ANS ZIEL GETRAGEN WURDE, DARF NICHT GLAUBEN, ES ERREICHT ZU HABEN. Du bist auf dem guten Weg, dir das Erreichen des Ziels hart zu erarbeiten. Nun drehst du halt eine Extrarunde. Doppelt hält besser, oder?

Sei herzlich gegrüßt von Merle
Donnerstag, 16.Jan 2014, 11:11

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 777
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo vash,

ich wollte mal nachhören, wie es dir geht. Hast du es geschafft, am Montag rechtzeitig aufzustehen? Bist du wieder etwas zuversichtlicher? Ich würde mich freuen, wenn du dich meldest.

Merle
Dienstag, 18.Feb 2014, 11:55

vash Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 23
Mitglied seit: 17.09.2013
Hallo liebe Besucher
Hallo liebe Besucher,

da melde ich mich mal wieder. Aus einem Rückfall, wurde noch einer und noch einer und so weiter. Dann einmal alles gelöscht und paar Tage später wieder alles drauf. Eine Nacht war richtig erschreckend. Ich hatte mir vorgenommen, allmählich wieder Abstand zu gewinnen, da der "kalte Entzug" auf Grund der aktuellen Stresssitutionen, zu viel für mich war. Also habe ich mich um 24 Uhr schlafen gelegt und fest vorgenommen erst wieder am nächsten Tag um 20 Uhr Abends dem Druck nachzugeben. ICH KONNTE einfach NICHT schlafen!!! Ich hatte eine solche innere Unruhe, dass ich es kaum aushalten konnte im Bett. Um 2:30 musste ich einfach den Rechner wieder einschalten. Ich war sehr über mich selbst erschrocken, aber dachte mir Okay scheinbar bin ich jetzt schon körperlich abhängig, dann brauche ich halt eine kurze Dosis, damit ich endlich schlafen darf. Daraus wurde auch nichts und ich habe mich erst um 11 Uhr Mittag schlafen gelegt. So zog sich die Sucht bis zum Ende letzter Woche Freitag hin. Dann hatte ich ein sehr anstregendes Gespräch mit meiner Mitbewohnerin, die Momentan für ihre Zwischenprüfung lernt. Sie spürt, dass wenn ich nur in meinem Zimmer hocke und kann deswegen nicht richtig lernen. Ihr wunsch ich solle doch bitte für 2 Wochen aus ihrem Leben verschwinden tat mir innerlich so weh, dass ich nicht mehr konnte. Die letzten Wochen waren so voll mit Stress: Prüfungen, Geld Not, Private Krankengeschichten in der Familie, Missverständnisse die sehr viel an meinen Nerven zehrten und meinem Selbst und jetzt zum Schluß auch noch der Wunsch eines anderen Menschen ich solle Verschwinden!!!
Ich war psychisch am Ende und auf dem Weg nach Hause per Bahn, weil ich meine Oma besuchen wollte, die nicht mehr lange Leben wird. Das sind ca. 3h Zugfahrt und ich hatte das feste Ziel vor Augen. Da kann ich endlich ungestört "ZOCKEN"! Glücklicherweise konnte ich während der Zugreise eine klaren Kopf gewinnen. So habe ich noch im Zug alle Spiele wieder gelöscht und angefangen für mein Chrirurgiepraktikum zu lernen. 2 Wochen Zeit, 500 Seiten und Naht- Knotentechniken üben. Ist in den Semesterferien machbar, wenn man nicht am zocken ist!!!
Dienstag, 18.Feb 2014, 12:04

vash Benutzer ist offline

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Themenstarter
Anzahl Beiträge: 23
Mitglied seit: 17.09.2013
Zuhause angekommen, wollte ich mich so schnell wie möglich in meinem Zimmer verkriechen. Glücklicherweise kam mein Bruder auf mich zu und ich konnte endlich meine Sorgen von der Seele reden. Das tat so gut und danach hatte ich wieder neue Kampfkraft gegen meine Sucht getankt. Noch auf der Zugfahrt, war ich am Boden verzweifelt und wollte den Kampf endgültig aufgeben. Außerdem tat uns beiden das Gespräch gut, da das unsere brüderliche Beziehung verbesserte. So seit Fr. Mittag bin ich wieder CLEAN und möchte weiterkämpfen. Zwar hat sich meine Selbsthilfegruppe aufgelöst, meine Therapie zu Ende und ich führe immer noch eine Fernbeziehung die mich belastet. Aber ich will wieder weiterkämpfen. Ich werde jetzt einen Termin bei einer Ambulanz (1h Zugfahrt) machen, die spezialisiert ist und nach langen innerlichen Händeringen, werde ich mich auch eine medikamentöse Beratung in Anspruch nehmen. Auch wenn ich immer nach dem Grundsatz gelebt habe nur Medikamente zu nehmen, wenn es Lebensnotwendig ist. Naja vielleicht kann ich ja bei der Ambulanz Strategien entwickeln, mit neuer Selbsthilfegruppe etc. ,dass ich doch um Medikamente herumkomme. Denn ich habe große Angst, dass mir das Medikament so gut tut, dass ich davon psychisch abhängig werde.
Mittwoch, 19.Feb 2014, 13:06

Vedrfölnir Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 194
Mitglied seit: 03.06.2013
Glückwunsch Vash.



“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.”
-Albert Camus
--

Donnerstag, 20.Feb 2014, 11:16

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 777
Mitglied seit: 12.06.2009
du bist ein Kämpfer
hallo vash,

ich hatte mir schon so etwas gedacht, nachdem du auf meine letzte Mail nicht geantwortet hattest. Aber jetzt freue ich mich zu hören, dass du erneut den Kampf gegen die Sucht aufnehmen willst. Letztendlich sollte dir klar sein, dass du deinen Traumberuf niemals wirst ausüben können, wenn du es nicht schaffst, mit dem Zocken ein für allemal auf zu hören. Ein Chirurg, der die Nacht durchgezockt hat, der einen katastrophalen Schlaf-Wach-Rhythmus hat und der ohne Hilfen nicht einschlafen kann, ist eine riesige Gefährdung für die Patienten - abgesehen davon, dass du auf diese Weise dein Studium ja auch gar nicht schaffen wirst. Ich schreibe das so knallhart, weil diese Tatsache dir ja vielleicht auch hilft, schnörkellos und realistisch auf dein großes Problem zu schauen. Da gibt es nichts mehr zu beschönigen, und das ist dir ja sicherlich mittlerweile auch selbst klar.

Dass du dir Hilfe holst in der Ambulanz, finde ich gut. Du brauchst umfassende Unterstützung, weil es dir offenbar aus eigener Kraft so ganz allein für dich doch nicht möglich ist, dieses schwerwiegende Thema zu bewältigen. Du hast bereits so viel Schweres geschafft in deinem Leben, aber diesmal stößt du offenbar an deine Grenzen. Es steht dir zu, dir Hilfe zu holen und dich professionell betreuen zu lassen. Das ist ein guter Weg. Das mit den Medikamenten bereitet mir allerdings auch große Bauchschmerzen. Du scheinst ein Mensch zu sein, der dazu neigt, sich abhängig zu machen, und ich kann mir vorstellen, wie leicht der Schritt zu dem Gedanke ist: "Wenn ich mein Medikament nicht habe, kann ich nicht schlafen". Mir wäre lieber, du hättest die Kraft, die vorübergehende Schlaflosigkeit, die mit dem Entzug einhergeht, auszuhalten. Ich trau dir das zu!! Dieses Problem wird sich von selber lösen, sobald dein Körper dauerhaft darauf vertrauen kann, einen normalen Tages- und Nachtrhythmus haben zu dürfen. Die Schlaflosigkeit ist nur ein Symptom deiner Sucht und wird verschwinden, wenn die Ursache bewältigt ist.

Wie sehr ich dir wünsche, dass es dir bald besser geht, dass du Hilfe findest in der Ambulanz und dass du neuen Mut schöpfst in dir! Du warst, bist und bleibst ein Kämpfer, vash, und da haben Gedanken ans Aufgeben keinen Platz.

Bitte halte uns auf dem Laufenden, wie es dir geht.

LG Merle
Montag, 17.Mär 2014, 16:59

vash Benutzer ist offline

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Themenstarter
Anzahl Beiträge: 23
Mitglied seit: 17.09.2013
Da melde ich mich wieder
Hallo liebe Forenbesucher, Hallo liebe Merle,

da bin ich wieder. Jetzt bin ich schon wieder ca. 4Wochen clean . Danke für eure Worte. Ich habe meine Kampfkraft zurückgewonnen und schaue zuversichtlich nach vorn. In der Ambulanz angekommen hatte ich ein sehr überraschendes und angenehmes Gespräch. Endlich habe ich einen Experten gefunden, der weiss was ich meine und mich genau da abholt, wo ich gerade stehe bzw. wieder am abdriften vom Uferrand war. Und dabei war die Lösung so einfach. Ich hatte damals in einer stationären Therapie viel über mich selbst gelernt und einen Schritt in ein erfüllteres und seblsbewusstes Leben gewagt. Triebfeder dieser Verwandlung war eine innere Ausgeglichenheit und Entschleunigung. Diesen Aspekt, besonders den letztgenannten der Entschleunigung, habe ich über die Zeit immer mehr aus den Augen verloren. Das Gespräch mit dem Therapeuten hat mir wieder die Augen geöffnet und mich gleichzeitig darin bestätigt, dass Medikamente, zumindest für mich, derzeit die falsche Wahl wären. Das hätte sich auch einfach falsch angefühlt. Dieser kleine Gedankensprung hat unglaubliches bewirkt.
Vor 3 Wochen war ich in meinen Chrirugiepraktikum ohne Schlafprobleme und konnte deswegen viel lernen und erleben. Und jetzt verbringe ich gerade eine schöne Zeit bei meiner Freundin während ich entspannt eine Orthopädifmulatur mache. Trotzdem Sorge ich für die Zukunft vor. Zwar hat sich leider meine Suchtgruppe aufgelöst, aber dafür suche ich demnächst, wenn ich wieder zu Hause bin, eine Selbsthilfegruppe auf die sich mit Emotionaler Gesundheit befasst. Ist zwar leider keine Suchtgruppe, aber ebenfalls sehr hilfreich und vielleicht sogar hilfreicher als die alte Gruppe. Außerdem werde ich jetzt demnächst einmal in der Woche Tanzen gehen, um etwas Bewegung zu haben und trotzdem etwas zu machen, wo ich nicht unter Stress stehe. Ich habe auch schon jemand sehr sympatischen dafür kennengelernt und meine Freundin ist da auch sehr tolerant. Was ja eigentlich auch selbstverständlich ist, da wir uns ja gegenseitig vertrauen und daher eifersucht unsinnig wäre.
Jetzt gult es nur zu beachten, diese Achtsamkeit gegenüber mir selbst aufrecht zu erhalten. Besonders, wenn die sehr stressige Lernzeit wieder beginnt.
Donnerstag, 20.Mär 2014, 13:04

vash Benutzer ist offline

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Themenstarter
Anzahl Beiträge: 23
Mitglied seit: 17.09.2013
Kurzes Update
Seit vorgestern Krank. Fieber, Kopfschmerz volles Programm. Hocke die ganze Zeit in der Bude meiner Freundin rum bzw. liege eher im Bett. Trotzdem clean geblieben
Donnerstag, 20.Mär 2014, 15:33

Königin von Saba Benutzer ist offline

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Anzahl Beiträge: 1
Mitglied seit: 20.03.2014
Ohren steif halten

Hallo vash,

du darfst nicht aufgeben. Ich bin eher fernseh-comuter-süchtig. Und wenn du widerstehen mussst, dann empfehle ich: Schlaf bei einem Freund, wenn du merkst, dass die Nacht sonst schlecht endet.
Ansonsten machst du das schon richtig: Computer nur an, wenn es sein muss. Belaste dich nicht zu sehr. Du darfst ja spielen, aber nur kontrolliert. Wenn du spielen willst, dann mach es unter klaren Regeln z. B. 1 Stunde, und lass dich von jemandem kontrollieren, der berechtigt ist, dir im Notfall den Laptop zu zu klappen, Internetkabel zu ziehen, oder was sonst möglich ist.

Du musst es nicht abschalten, du musst es kontrollieren.
Du bist mit deinem Kampf nicht allein.
Mittwoch, 26.Mär 2014, 10:18

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 777
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo vash,

weißt du über welche Nachricht ich mich am meisten gefreut habe? Dass du trotz deines Krankseins und des im Bett- liegen- müssens nicht rückfällig geworden bist!!!!! Einfach toll. Solche Situationen sind nämlich wie geschaffen dafür, den Griff zum PC vor sich selbst zu rechtfertigen und in null komma nichts ins alte Muster zurück zu rutschen. Ich freue mich wahnsinnig, dass du schon wieder so lange clean bist und dass du offenbar eine neue emotionale Stabilität gefunden hast. Deine Zeilen klingen gut. Ich spüre dich gefestigt und voller Zuversicht. Ich denke, das ist der vash, der eigentlich in dir steckt, der wahre vash, der bei allem, was du bis jetzt berichtet hast, immer wieder durchblitzte. Halt ihn fest und gib ihm Raum. Er tut dir gut.

Ich bin so erleichtert, dass du es ohne Medikamente geschafft hast und dass du einen Therapeuten gefunden hast, bei dem du dich verstanden und gut betreut fühlst. So scheinst du momentan in den besten Händen zu sein: bei ihm, bei deiner Freundin und bei dir selbst . Was willst du mehr.

Berichte uns weiter, wie es dir geht und wie du deinen Weg meisterst. Ich freue mich darauf.

Herzlichst
Merle
Sonntag, 16.Jul 2017, 15:46

vash Benutzer ist offline

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Mitglied seit: 17.09.2013
Mal wieder ein Lebenszeichen
Hallo liebe Leser,
lange ist es her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Vor kurzem bin ich auf eine alte Linksammlung gestoßen und dabei habe ich diese Seite wiedergefunden. Mir geht es gerade richtig gut, sodass ich eigentlich gar kein großes Schreibbedürfnis habe. Trotzdem schreibe Ich hier in der Hoffnung meinen Thread zu reaktivieren, damit aktiver meine Sucht zu therapieren und nicht aus dem Focus zu verlieren.
Ich habe in der Vergangenheit viele Rückschritte gemacht, aber auch Schritte nach vorne. Insbesondere wichtige Entwicklungsschritte.
Eine wichtige Erkenntnis habe ich jetzt bzw. hatte ich so ähnlich in der Vergangenheit. Ich hoffe einfach, dass diese Erkenntnis jetzt von Dauer ist und ich diese nie wieder in Zweifel stelle. €Ich bin und bleibe immer Computerspielsüchtiger! Es gibt keine Kontrolle über diese Sucht. Entweder 100% Abstinenz oder gar nicht!€
Warum schreibe ich das hier? Ich glaube das folgende Gedanken schon vielen Suchtkranken durch den Kopf gegangen sind. (Ich bezieh mich jetzt nur auf nicht Stoff gebundene Süchte, aber parallelen sind sicherlich vorhanden.) €Bin ich noch normal?€ €Das kann doch nicht sein, dass dieses Medium mich kontrolliert. Ich muss die Kontrolle zurück bekommen€ €Das kriege ich doch in den Griff, schließlich kommt es nur auf die gesunde Dosis an€ €Ich bin doch ein disziplinierter Mensch und kann das intellektuell rechtzeitig einschätzen, wie gefährdet ich bin€
Mann muss aber einsehen, dass es keine Kontrollmöglichkeit gibt. Ich war eine Zeit lang in einer Selbsthilfegruppe ohne Anleitung und der Einzige, der 100% abstinent von Computerspielen war und es auch bleiben wollte. (Leider mit Rückfällen, aber immer wieder das 100% Ziel vor Augen€) Die anderen Teilnehmer wollten lediglich den Konsum besser dosieren. Dort wurden in mir Zweifel genährt. €Vielleicht bin ich ja mit 100% Abstinenz doch zu hart mit mir selber€ €Ist diese Sucht wirklich so schlimm oder ist es nur eine Frage der besseren Dosierung€ NEIN, die Sucht bleibt immer eine Gefahr und kann nur mit dem Ziel der 100% Abstinenz effektiv bekämpft werden und ja bei der Computerspielsucht ist auch eine 100% Abstinenz trotz Computernutzung möglich.
Ich glaube heute nicht, dass ein Ziel von nur 99% oder weniger möglich ist. Zu fest haben sich jahrzehntelange Lernmuster etabliert, die mit Emotionen verbunden sind und dadurch noch gefestigter im Gehirn verankert sind. Das weiß ich aus meinem ehemaligen Medizinstudium.
Außerdem habe ich es am eigenem Leib zig mal erlebt. Sobald der Wille da ist, die Sucht doch kontrollierter nutzen zu wollen, verselbstständigt sich der Gedanke und es verschwimmen nach und nach die Grenzen. Irgendwann rutscht man in eine Abwärtsspirale aus der es kaum ein entkommen gibt. Meist hilft da nur noch die Hilfe eines anderen Menschen und der Zufall, dass der andere Mensch diese Entwicklung überhaupt in dem Moment mitbekommt und die richtigen Entscheidungen treffen kann.
Ich bin jetzt Computerspielfrei seit dem 22ten April 2017 (Das wird meine zweiter Geburtstag!) . Ja, ich weiß. Schon wieder viele Rückfälle und nach allem nicht gerade eine große Leistung.
Aber ich bin verdammt stolz darauf. Das letzte Loch war verdammt tief. Freundin verlassen. Durchgefallen durch die letzte Examensprüfung. Auf ganzer Linie versagt. Jetzt der 2te Versuch und danach gib es nur noch einen allerletzten Versuch. Dann sind 9 Jahre Studium für die Katz gewesen. Doch ich habe es geschafft. Ich brauchte zwar Hilfe von meinem Bruder um rauszukommen aus der Sucht, aber dann habe ich mich alleine den neuen Herausforderungen gestellt und trotz immer zunehmenden Prüfungsdruck das Examen im Juni erfolgreich bestanden. Endlich Arzt. Mein Ziel erreicht.
Was möchte Ich anderen Lesern mitgeben? Glaubt an euch. Versucht immer euch eurer Sucht zu stellen und geratet nicht in die Versuchung es nur kontrollieren zu wollen.
Und das allerwichtigste. Egal wie viele Rückfälle. Macht euch dafür nicht selbst fertig. Kämpf weiter und seid mutig. Wartet nicht mit dem Kämpfen, sondern kämpf sofort, sobald ihr den Entschluss gefasst habt. Egal wie bitter die Pille ist, die ihr schlucken müsst. (In meinem Fall Steamaccount löschen ca. 900€ Verkaufswert.).
Es lohnt sich immer weiter zu kämpfen. Wenn man das Zocken sein lässt ist plötzlich sehr viel Zeit vorhanden. Zeit sich schlaf zu holen, damit es einem besser geht. Zeit neue Kontakte zu knüpfen. Zeit alten oder neuen Hobbys nachzugehen. Zeit einen neuen Partner/in kennen zu lernen. Also nutzt die Zeit. Das ist die wichtigste Ressource die wir haben. Die im Leben immer weniger wird, gerade durch den Beruf oder eine Erkrankung. Es ist viel zu schade durch ein paar Pixel so viel dieser wertvollen Zeit zu verplempern.
Mittwoch, 2.Aug 2017, 14:09

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 777
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo vash,
auch wenn ich mir mit der Antwort so viel Zeit lassen musste, möchte ich dir sagen, dass ich mich wahnsinnig gefreut habe, nach so langer Zeit wieder von dir zu hören. Ich gratuliere dir zur bestandenen Prüfung und dass du diesen so hohen und immer wieder unbezwingbar erscheinenden Berg letztendlich doch erklommen hast. Auf dich trifft auch dieser wunderbare Spruch zu: "Wer zum Ziel getragen wurde, darf nicht behaupten, es erreicht zu haben." Du hast es erreicht - wahrlich - und hart und ausdauernd darum gekämpft.
Deine Zeilen sind sehr wichtig für unsere Leser, denn auch ich bin fest davon überzeugt, dass nur eine 100%ige Abstinenz Sinn macht. Das bedeutet in keinem Fall, dass ein ehemals computersüchtiger Mensch nie mehr einen PC nutzen darf. Es geht vielmehr darum, dass derjenige Bereich, der zum Problem geworden war, nie mehr genutzt werden darf. Wer z.B. onlinerollenspielsüchtig war, sollte diese Spiele lebenslang meiden und wer z.B. eine problematische Social Network Nutzung hatte, sollte diese Form der Kommunikation nie mehr nutzen. Jeder kann für sich selbst heraus finden, wo seine Trigger liegen und welche Bereiche völlig normal genutzt werden können. Unser Suchtgedächtnis ist immens langlebig und wird uns sofort vermitteln, an welcher Stelle die Mechanismen wieder greifen. Da gilt es, überaus wachsam zu sein.
Ich wünsche dir, dass es dir ab jetzt gelingt, diese Ziellinie mit der 100%igen Abstinenz für immer durch zu halten, damit du ein erfülltes und sinnvolles Leben führen kannst, in dem du mit der dir geschenkten Zeit achtsam umgehst. Du hast einen wunderschönen Beruf erlernt, den du mit viel Freude und aller dir zur Verfügung stehenden Kraft ausüben kannst.
Herzlichst, Merle



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