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Dienstag, 17.Sep 2013, 19:49

vash Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 23
Mitglied seit: 17.09.2013
Hallo zusammen,

ich bin 29 Jahre alt und Computersüchtig. Meine ersten Erfahrungen habe ich mit ca. 14 gesammelt. Seit dem Tag, ist kein Tag mehr vergangen bei dem die Kiste nicht an war, bzw an dem ich nicht ans Spielen denken musste. Damals hat mir die Sucht geholfen die schwere Schulzeit zu überstehen, bei der ich einer menge Psychoterror ausgesetzt war. Und sowohl physische als auch psychische Schmerzen erlitt. Doch danach kam ich einfach nicht mehr los. Ich habe einfach alles gespielt, Strategiespiele wie Starcraft, Age of Empires, Warcraft 3 usw., Actionshooter, Adventures wie auch Halflife, Deus-Ex, usw., RPG's wie Baldursgate 1 und 2, Fallout usw. Die Liste kann ich endlos fortführen. Dann kam die Zeit der Onlinegames. Zunächst Counterstrike und schließlich WOW und League of Legends. Mein Freudeskreis war sehr eingeschränkt und durch das Spielen wurde es nicht besser. Dann kam meine erste Freundin und ich habe Alle meine guten Freunde verloren und nur noch Zeit für Sie gehabt. Die typische rosarote Brille Endlich jemand der mich wertschätzt. Wenn ich nicht bei ihr war, musste ich meine Einsamkeit mit Zocken bekämpfen. Ich glaube hauptsächlich Diablo 2. Wie auch immer. Nach meiner Ausbildung zum Schlosser, ging die Beziehung kaputt und ich hab mehr gezockt. Nebenbei habe ich mein ABI nachgeholt und war trotz dem ganzen nächteweise Zocken noch recht erfolgreich mit 1,7. Es hätte aber auch noch besser laufen können. Wie auch immer, dann kam der Zivildienst und die nächste Freundin. Gleiches Muster jeden Tag übernächtigt zur Arbeit und immer am Zocken, wenn ich nicht meine Freundin sehen konnte. Trotzdem hatte ich noch halbwegs mein Leben im Griff. Dann kam das Medizinstudium. Meine zweite Beziehung ging wegen der Entfernung aber auch wegen dem Zocken in die Brüche. Ich habe mich extrem Isoliert und teilweise Nächte durchgezockt ohne Essen, ohne Schlaf bis zur Erschöpfung. Trotzdem habe ich mich noch mit Mühe und Not zu jeder verdammten Pflichtveranstaltung geschleppt. Ein Semester länger gebraucht und mit ächtzen und würgen gerade noch so mit einer 4 durch die Zwischenprüfung geschleppt. Dann kam die Klinik, das Hauptstudium. Das Zocken wurde noch extremer, die Isolation auch und nebenbei habe ich noch eine wisseschaftliche Dr. Arbeit angefangen und mich immer total übermüdet ins Labor geschleppt. Nicht lange und der Burnout war vorprogrammiert. Endlich hat es klick gemacht. Nach einem mehrmonatigen aufenthalt in einer Spezialklinik habe ich endlich begriffen, was meine Sucht bedeutet und das, das Leben nicht nur daruas besteht zu Funktionieren. Lange rede kurzer Sinn. Es wurde besser. Ich habe eine Therapie gemacht, meine jetzige Freundin kennengelernt und einen Freudeskreis aufgebaut. Eigentlich alles perfekt. Leider habe ich nach wie vor Probleme mit meiner Sucht. Ein paar Freunde und meine Freundin wissen Bescheid. Und meine Freundin gibt mir die beste stabilität und hat sehr viel verständin und immer die pragmatischsten Lösungen parat. Doch ich möchte Lernen für mich slebst da zu sein und nicht von anderen Abhängig zu sein. Zudem kommt hinzu, dass meine Freundin jetzt leider vor einem Jahr wegziehen musste und wir eine Fernbeziehung haben die emotional sehr schmerzhaft ist. Meine Therapie läuft bald aus (noch 2 Termine, nach der längsten Therapiezeit die möglicgh war, mit verlängerung etc.), ich besuche regelmäßig eine Selbsthilfegruppe, docj ich fühle mich alleine gelassen. Zu meiner Therapuetin konnte ich kein Vertrauen aufbauen und hatte immer das Gefühl nicht kompetent genug behandelt worden zu sein. Der letzte Vorschlag von ihr war, dass ich mir ein Smartphone kaufen sollte, anstatt meinen Laptop für die Uni zu benutzen. HALLO, ein Smartphone für einen Spielsüchtigen? Das wäre das gleiche, als würde man einem Bier - Alkoholiker, Schnapps empfehlen. Die Selbsthilfegruppe enttäuscht mich auch. Alle sind am Zocken und haben kein Problem damit. Wenn ich mal nicht zur Gruppe kommen kann, dann findet die Gruppe gar nicht statt. Die Gruppe gibt kein Halt, es gibt kein ernstes Interesse aufzuhören und ohne mich gibt es noch nichtmal eine Motivation zur Gruppe zu erscheinen. Warum schreibe ich das. Ich habe in letzter Zeit vermehrte Rückfälle, obwohl ich schonmal ein ganzes Jahr clean war. Das frustriert mich total und ich fühle mich total allein gelassen und habe ein wenig Hoffnung hier in der Gruppe vielleicht ein wenig halt zu finden. Mein Ziel: Endlich von der Sucht loskommen, damit ich Leben kann, mein Medizinstudium erfolgreich schaffe um Patienten gut genug behandeln zu können, Familie gründen kann. Außerdem möchte ich Kontrolle über den Laptop, den ich für die Arbeit brauche und mit meinen Einsamkeitsgefühlen umgehen können, denn eine Freundin und gute Freunde habe ich ja.
Donnerstag, 19.Sep 2013, 12:33

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 780
Mitglied seit: 12.06.2009
du bist stark
Hallo vash,
deine lange Geschichte hat mich fasziniert. Es ist unglaublich, dass du es trotz des Zockens geschafft hast, dein Abitur nachzuholen, mit 1,7 abzuschneiden und auch noch ein Medizinstudium zu stemmen. Wie hast du das hingekriegt? Wie kam es, dass das Zocken nicht deine gesamte Lebensplanung aus den Fugen hat geraten lassen? Wie viel Kraft musst du haben, trotz durchzockter Nacht noch in jede Vorlesung zu gehen und auch noch an deiner Doktorarbeit zu schreiben!
Ich bin ganz sicher, dass du es schaffen wirst, ganz vom Spielen los zu kommen, denn trotz der Rückfallgefahr, die dich momentan packt, scheinst du endgültig begriffen zu haben, wie kritisch deine Lebenssituation werden wird, wenn du nicht vom exzessiven Spielen lassen kannst. Dieser Klick, von dem du schreibst, war offenbar doch so tiefgreifend, dass sich dieses neue Bewusstsein nie mehr ganz wird verdrängen lassen. Erschwert wird dies alles natürlich dadurch, dass du in deiner Gruppe so wenig Halt findest. Das ist schade! Vielleicht versuchst du mal, eine völlig andere Gruppe aufzubauen, eine Spielegruppe z.B., die sich regelmäßig trifft, um gemeinsam Brett- und Kartenspiele zu spielen. Wende dich doch einfach dem lebendigen Leben zu, lasse die Suchtfragen hinter dir und denke darüber nach, was es für dich noch zu verbessern und zu festigen gilt, um eine grundsätzliche Stabilität zu erreichen.
Den Tipp mit dem Smartphone finde ich in der Tat verheerend, Hier ist ganz offensichtlich etwas Entscheidendes nicht verstanden worden. Gott sei Dank hast du den klaren Durchblick, was dies mit dir machen würde......
Ich denke, es ist ganz gut, dass deine Therapie nun zu Ende ist, weil du ganz bestimmt jetzt ohne professionelle Hilfe Fuß fassen kannst in deinem Leben. So wie du dich äußerst, habe ich gar keinen Zweifel daran. Du bist soweit, auch wenn du dich noch unsicher fühlst und es immer wieder in den Fingern juckt. Du darfst dir zutrauen, dass dir die Abnabelung gelingen wird und dass du es eigenständig schaffen wirst, dein Problem diszipliniert anzugehen. Es wird kein Zufall sein, dass ausgerechnet jetzt deine Freundin wegziehen musste. Deine Aufgabe ist es jetzt, ganz aus dir heraus und getragen von deinem großen inneren Potenzial, dein verändertes Lebenskonzept in Angriff zu nehmen, den Einsamkeiten, die dich streifen, mutig ins Auge zu blicken und dein Studium bewusst und aktiv erfolgreich zu beenden. Du sagst ja selbst, dass du nicht von der Unterstützung anderer abhängig sein willst. Freue dich an der Tatsache, dass du deine Freundin und gute Freunde an deiner Seite hast, aber glaube an dich, dass du stark genug bist, aus dieser neuerlichen Krise heraus zu finden.
Ich begleite dich gedanklich.
Herzlichst, Merle
Donnerstag, 19.Sep 2013, 13:11

vash Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Themenstarter
Anzahl Beiträge: 23
Mitglied seit: 17.09.2013
Danke Merle,

danke für deine Worte die mir neue Kraft geben sollen. Es ist gar nicht so einfach soviel Lob anzunehmen. In der Vergangenheit war ich es gewohnt die Enttäuschungsrolle zu übernehmen. Auch jetzt noch kommt es immmer wieder dazu und es fällt mir schwer das Gegenteil zu akzeptieren. Außerdem ist meine Berichterstattung nicht ganz vollständig. Die Dr. Arbeit musste ich Abbrechen und eingestehen, dass ich auf der Linie versagt habe.

Aber es gibt auch was positives. Gestern habe ich es endlich geschafft ohne fremde Hilfe mich aus meinem mentalen Loch zu ziehen und war das erste mal dieses Jahr sportlich aktiv. Joggen und es tat gut. Ich war bei meinem Minijob, wo ich einen Schlaganfalpatienten betreue viel ausgeglchener.
Außerdem habe ich über mein aktuelles Suchtverhalten nachgedacht und mal die Bremse gezogen, was meine Arbeitsmoral angeht. Ich habe einen Englischkurs, den ich nur freiwillig gemacht habe, weil ich ins Ausland will abgebrochen, um mir mal ein wenig Ruhe zu gönnen und die Entscheidung fühlt sich im nachhinein gut an. Bisher habe ich die ganzen Ferien über Praktika gemacht und nächste Woche geht das nächste los, da ist es glaube ich an der Zeit mal kurz durchzuatmen.
Den Tip mit der Spielgruppe nehme ich gerne an, aber habe ich vielleicht schon umgesetzt. Seit einem 1 1/2 Jahren treffe ich mich regelmäßig mit meiner P&P - Gruppe. Mitlerweile ist die Gruppe größer geworden und es haben sich ein paar gute Freundschaften entwickelt. Auch versuche ich ein anderes Spieletreffen noch wahrzunehmen, um neue Leute kennenzu lernen.
Auch habe ich endlich wieder Kontakt zu meinem Vater aufgenommen, mit dem ich eine starke Auseinandersetzung hatte.
Desweiteren habe ich mich entschlossen weiterzukämpfen und vor kurzem meinen Rechner wesentlich mehr auf Prävention ausgelegt. Im Austauschforum habe ich dazu etwas geschrieben.
Mhh, vielleicht ist es ja wirklich an der Zeit die aktive Beschäftigung mit der Sucht abzuschließen und nur noch Warnsignale aufrecht zu erhalten.
Ich weiß es nicht. Zumal die Einsamkeit zu bekämpfen, der schlimmste Kampf überhaupt ist, trotz das ich ja genug Leute um mir habe.

Einsamkeit und Selbstakzeptanz bzw. Selbstliebe ist der Schlimmste Kampf von allen. Ich würde mich freuen, wenn ihr, also das Forum, mir schreibt wie ihr mit diesen beiden Punkten umgeht, bzw welche Erfahrungen ihr gesammelt habt.
Samstag, 21.Sep 2013, 21:11

AndreasPa Benutzer ist offline

Benutzer Benutzer
Anzahl Beiträge: 129
Mitglied seit: 06.04.2012
Aussteigen ist Steinhardt aber es Lohnt sich!
Hallo vash!

Das Aussteigen aus einer Abhängigkeit ist nie leicht, es ist wie die Überschrift zum Thema schon sagt, "Steinhardt"! Aber es Lohnt sich immer für ein besseres Leben, ohne das man sein Leben nach dem Suchtmittel gestaltete. Aber wenn Du oder auch andere meinen wenn ich mich nicht mehr mit der Sucht beschäftige geht es mir dann besser, der ist Naiv. Man soll sich zwar nicht immer 24 Stunden am Tag sich nur mit der Sucht beschäftigen, aber Du wirst den Rest deines Lebens ein Suchtproblem haben. Warum, Sucht ist nicht Heilbar wie ein Beinbruch der nach 6 Wochen verheilt ist. Das Suchtgedächtnis holt dich dann schneller in die Realität zurück wie es dir lieb ist. Denn das kann man nicht Löschen, wie eine Mail am PC. Da für ist unser Gehirn nicht ausgelegt. Selbst nach 20 Jahren Suchtfreies leben ist noch alles gespeichert und bei der geringsten Unachtsamkeit von dir, wenn Du dann meinst ich könnte ja mal wieder Spielen, wird alles wider aktiviert. Und was passiert, ehe Du dich versiehst bist Du wieder Abhängig! Darum muss ein Süchtiger ständig was für sich tun, nur mit der Zeit geht das in Fleisch und Blut über wird selbstverständlich und man Denkt nicht mehr darüber nach. Das was Du da im Allgemein Forum geschrieben hast finde ich Quatsch. Das ist als wenn ein Alkoholiker sein Schnaps versteckt, das er ihn erst mal Suchen muss um ihn zu trinken. Tut mir leid aber so sehe ich das. Und Du weist ja selber ohne PC geht Heut zu Tage was nichts mehr, also muss man andere Strategien entwickeln. Denn auch Du setzt den PC da für ein um gewisse Defizite die du hast zu vertuschen und da musst Du anfangen. Denn wenn Du weist wo deine schwach Stellen sind kannst Du was gegen die Sucht unternehmen. Da für braucht Du einen vernünftigen Psychologen und eine bessere Gruppe wie die eine. Du hast geschrieben das Joggen hat dir gut getan und den Umgang mit dem Behinderten, dann baue doch darauf auf. Dann bekommst Du dort deine Anerkennung die Du brauchst und annehmen solltest Du das dann alle mal. Dann sitzt Du auch nicht mehr so oft vor dem PC und brauch dir nicht so andere Einfälle ein fallen lassen. Mach dir selber klare Regeln über den PC gebrauch, wie oft Du rein gehst nur nicht zum spiele. Ein Ausstiegs Tagebuch wäre auch sinn voll, wo Du dann rein schreibst was dir geglückt ist und was nicht, dann siehst Du wo deine schwach stellen sind. Aber es ist auf jeden fall gut das Du deine Situation erkannt hast und dir Hilfe holst. Noch mal zu der Selbsthilfegruppe in der Du gehst, wie viel Leute sind denn da drin, dass ohne dich keine Gruppe statt findet. Bei mir gibt es so was gar nicht, ich sitze auch oft mal alleine da. Da die Treffen in der Zeitung immer angekündigt werden kann ja auch immer mal ein neuer vor bei kommen, also findet immer eine statt.

Grüsse Andreas


Hallo, mein Name ist AndreasPalla komme aus Altena/ NRW. Ich bin trockener Alkoholiker, Suchtkrankenhelfer und Initiator der Selbsthilfegruppe für Online- und Medienabhängigkeit - SOM
Mittwoch, 25.Sep 2013, 10:43

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Anzahl Beiträge: 780
Mitglied seit: 12.06.2009
Hallo Andreas,
ich sehe das anders. Die Tipps zur Rückfallprophylaxe sind in jedem Fall sinnvoll und überhaupt nicht damit zu vergleichen, dass ein Alkoholiker seinen Schnaps versteckt. Ein ehmaliger Trinker fällt die Entscheidung, nie mehr, absolut gar nie mehr in seinem ganzen weiteren Leben je noch einmal einen Tropfen zu trinken. Er wird aus diesem Grund nie mehr Alkohol im Haus haben. Ein PC-Abhängiger dagegen wird nur in den seltensten Fällen die Möglichkeit haben, sich ganz gegen einen PC zu entscheiden. Er wird meistens gezwungen sein, trotz seiner Probleme, die sicherlich auch ein Leben lang latent in ihm schlummern, einen PC oder Laptop im Haus zu haben. Er steht vor der höchst schwierigen Aufgabe, seinen Computer benutzen zu "müssen", um seine beruflichen oder auch privaten Korrespondenzen und Angelegenheiten zu erledigen, und dennoch nicht daran hängen zu bleiben. Vor ihm steht sozusagen tagtäglich die geöffnete Flasche Wein und er darf ihn nicht trinken. Ein Teilnehmer einer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker hat einmal zu einem Teilnehmer unserer Gruppe gesagt: "Ihr habt ja nun wirklich die Arschkarte gezogen". Und damit hat er zweifelsfrei Recht. Aus diesem Grund ist es immens wichtig, dass der PC-Abhängige ein System um sich herum aufbaut, das ihn vor einem Rückfall schützt.
Merle


Mittwoch, 25.Sep 2013, 10:57

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
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Hallo vash,
die Enttäuschungsrolle wird mehr und mehr von einer anderen Sicht auf dich selbst abgelöst werden, denn es ist möglich, Selbstakzeptanz zu üben. Wie heißt es immer so schön: "Was man übt, lernt man." Und so wirst du im Laufe der Zeit immer positiver auf dich blicken können, was wiederum ein viel besseres Lebensgefühl mit sich bringt. So kommt eines zum anderen und schon wirst du feststellen: "Das gibts doch nicht. Was habe ich alles geleistet!" Gib diesem neuen vash eine Chance, denn du hast schon so viel zuwege gebracht. (Die nicht vollendete Doktorarbeit wird halt in späteren Jahren nachgeholt, oder? Jetzt gibt es erst einmal Wichtigeres zu tun!)
Das mit dem Joggen ist toll!! Bewegung und die Befriedigung, die sowohl dein Körper als auch deine Seele daraus ziehen, sind wahre Heilmittel. Wenn es dir gelingt, dies zwei bis dreimal die Woche zu schaffen, bist du auf einem Superweg.
Ich fände es gut, wenn du dich mit deinem Vater aussprichst. Auch das gehört zu deinem neuen Lebensweg: bereinigen, Ballast abwerfen, sich auf das Wesentliche konzentrieren. Alte Spannungen auf zu lösen, ist auch heilsam und verhindert, dass du den Kopf in den Sand steckst oder dich in die virtuelle Welt flüchten willst, weil dich das reale Leben überfordert und belastet. An diesem Punkt gilt es, anzusetzen. Aber das hast du selber ja schon mit deiner beeindruckenden Fähigkeit zur Selbstreflektion begriffen. Wie gut auch, dass du entschieden hast, dir mehr Spielraum zum Nachdenken zu verschaffen. Du traust dich endlich, dich mit dir selbst zu konfrontieren! Hut ab! Du bist auf einem guten Weg.
LG Merle
Mittwoch, 25.Sep 2013, 21:10

vash Benutzer ist offline

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Danke Merle,

es tut gut, dass jemand das ganze differenziert genug betrachten kann, mir zuspricht. Das hilft ungemein. Ich war auch schon sehr erfolgreich auf dem Weg zu einem suchtfreien Leben. Seit 1 1/2 Wochen bin ich clean. Ich habe alleine mit Willenskraft ein Regelmäßigen Schlafrythmus erstmals seit 15 Jahren. Letzte Woche war ich jeden 2ten Tag laufen. Leider geht's diese Woche nicht, weil ich von 7:30 - 17:30 mein Studenten - Praktikum im Klinikum mache, Blutabnehmen, Patienten aufnehmen und begleitend mit den fertigen „rzten behandeln. Das schlaucht ganz schön und danach noch 2h einen Schlaganfallpatienten in meinem Minijob betreuen. Trotz dieser enormen Belastrung bin ich Spielfrei, dass macht mich besonders Stolz. Und Feedback hier auf der Seite ghilft auch ungemein weiter, Danke für jede Antwort voon euch Usern hier.
Mittwoch, 25.Sep 2013, 21:36

vash Benutzer ist offline

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Mitglied seit: 17.09.2013
Zu Andreas:

Danke, für deine Antwort. Ich glaube du hast mich missverstanden. Ich weiss sehr wohl, dass ich gegenüber meiner Sucht machtlos bin und niemals ganz gesunden kann, auch wenn diese Einsicht extrem schwer anzunhemen ist, insbeondere für einen angehenden Arzt, der das Ziel hat Menschen zu heilen. Aber ich glaube, dass ich mich in der Vergangenheit zu intensiv mit meiner Sucht auseinandergesetzt habe und damit das Thema Sucht viel zu viel Platz in meinem Leben eingenommen hat und dadurch auch Rückfälle viel mehr Gewicht bekommen haben. Ich möchte den Fokus jetzt endlich auf schönere Dinge im Leben setzen, zumal ich, seit dem ich Medizin studiere kaum noch gelebt habe, weil das Lernpensum unnormal gigantisch ist. Nichts destotrotz setze ich mich mit meiner Sucht auseinander, übe die Achtsamkeit gegenüber der Sucht aber auch zu mir Selbst und meinem Wohlbefinden. Mir ist es eindeutig klar, dass eine Sucht in Prinzip die Suche nach Emotionen oder Dingen ist, die im Leben fehlen und das die Sucht Wurzeln tief in der Vergangenheit hat, sodass erst die Bewältigung und Aufarbeitung wichtig ist. Außerdem ist mir auch klar, dass das Suchtverahlten ein Lernverhalten ist, dass ich mir über Jahrzehnte anrainiert habe, schließlich diente es in der Vergangenheit einem Schutzmechanismus, der mich vor schlimmeren bewahrt hat. Und mir ist klar, dass dieses Verhalten nicht löschbar ist, aber ich glaube, dass es zumindest möglich ist, das verhalten umzutrainiren. Natürlich nur in einem gewissen Rahmen. Mir ist z.Bsp. aufgefallen, dass ich besondesr Suchtgefährdet bin bei Überbelastung, wo ich als Perfektionist ziemlich stark tzu tendiere. Außerdem habe ich das normale Essen und Schlafen verlernt und fehlinterpretiere Hunger und Müdeigkeit oft mit Traurigkeit, die mich auch sehr schnell in einen Rückfall treibt. Auch ist mir aufgefallen, dass betsimmte Handlungen am Tag oder der Anblick des Laptops zu Trigger - Effekten führen, die sofort einen Automatismus in mir anschalten, wie Autofahren. So versuche ich jetzt gezielt, diese Automatismen zu unterbinden. Zum Bsp. war meine erste Handlung, wenn ich nach Hause kam, der Druck auf den Powerknopf. Damit ist jetzt schluß. Der Laptop liegt im Schrank und wird Abends erst rausgeholt, wenn ich "in Ruhe" zu Abend gegessen habe, im Badezimmer war und evtl. andere Dinge die ich noch erledigen wollte, erledigt sind. Außerdem bleibt er aus, wenn ich Abends erst kurz vor 12 nach Hause komme und ich "eigentlich" schafen sollte. Also wie du siehst setze ich mich schon intensiv auseinander, aber ich möchte das Thema Sucht nicht zu meinem Hauptthema machen und den ganzen Tag damit füllen.
Mittwoch, 25.Sep 2013, 21:40

vash Benutzer ist offline

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Zitat
Original geschrieben von: vash
Danke Merle,

es tut gut, dass jemand das ganze differenziert genug betrachten kann, mir zuspricht. Das hilft ungemein. Ich war auch schon sehr erfolgreich auf dem Weg zu einem suchtfreien Leben. Seit 1 1/2 Wochen bin ich clean. Ich habe alleine mit Willenskraft ein Regelmäßigen Schlafrythmus erstmals seit 15 Jahren. Letzte Woche war ich jeden 2ten Tag laufen. Leider geht's diese Woche nicht, weil ich von 7:30 - 17:30 mein Studenten - Praktikum im Klinikum mache, Blutabnehmen, Patienten aufnehmen und begleitend mit den fertigen „rzten behandeln. Das schlaucht ganz schön und danach noch 2h einen Schlaganfallpatienten in meinem Minijob betreuen. Trotz dieser enormen Belastrung bin ich Spielfrei, dass macht mich besonders Stolz. Und Feedback hier auf der Seite ghilft auch ungemein weiter, Danke für jede Antwort voon euch Usern hier.


Ja ich weiss, 1 1/2 Wochen ist nicht viel. Ich war auch schonmal ein halbes Jahr clean und verdammt stolz drauf, aber als alles wieder eingeknickt war, war ich so frustriert, dass ich nicht wieder dorthin kam. Dabei habe ich ganz vergessen, dass 24h clean sein schon eine riesen Leistung ist, die ich jeden Tag von neuem erreichen kann.
Freitag, 27.Sep 2013, 16:24

merle Benutzer ist offline

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Hallo vash,
genau so ist es. Jeder cleane Tag ist ein gewonnener Tag. Und jeden Morgen beim Aufwachen darfst du nur an den heutigen Tag denken, an dem du dir vornimmst, wieder clean zu bleiben. Was du da geschafft hast mit deinen 1 1/2 Wochen, ist großartig. Und das alles bei dieser Riesenbelastung, unter der du momentan stehst. Hut ab!! Da darfst du wahrlich zufrieden mit dir sein, musst es sogar. Du hast dir aus eigener Kraft einen gesunden Schlafrhythmus angewöhnt, du läufst jeden zweiten Tag - Wahnsinn. Vergleich das doch mal mit dem Leben, das du in der "Blütezeit" deines Zockens gelebt hast......
Da kommt ein ganz neuer Mensch zum Vorschein. Das darfst du genießen.
Ich wünsche dir, dass du das Wochenende erfreulich und sinnvoll verbringen kannst, damit du am Sonntag Abend sagen kannst: "Gut gemacht, vash".
Merle
Dienstag, 15.Okt 2013, 15:00

vash Benutzer ist offline

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Danke Merle für deine lieben Worte.

Also neuer Zwischenstand. Seit 26 Tagen bin ich jetzt Clean (Zockfrei) und bald beginnt die Uni wieder. Meine Therapie ist jetzt beendet, aber ich glaube ich schaffe es jetzt selber mit meiner inneren Kampfkraft bzw. inneren Einstellung.
Seit fast 2 Wochen bin ich leider nicht mehr am Laufen. Erst hatte ich einen gripalen Infekt, direkt nach dem Blockpraktikum auf einer Infektionsstation ^^. Und dann hatte ich jetzt nen Reinfekt im Rachenbereich. Ich hasse das. Da nimmt man sich so viel vor und wird von seinem eigenen Körper ausgebremst.
Aber teuteuteu. Normalerweise bin ich durch solche Bremsen extrem Suchtgefährdet.
Auch hat mein Computerkonsum an sich abgenommen. Wobei mir aufgefallen ist, wenn ich den Laptop mal nicht im Schrank verstaue steigt der Konsum wieder enorm an. Zum Glück erkenne ich die Warnzeichen rechtzeitig an.
Mir machen nur 2 Dinge Sorgen. Erstens, fängt bald die Uni wieder an und sobald es in die Klausurlernphase geht sinkt meine Stressresistenz enorm, da ich durch meinen überhöhten Perfektionismus mich selbst ausbremse und beim Lernen nicht rechtzeitig fertig bzw. zufrieden bin. Zudem werde ich meine Freizeit wieder extrem reduzieren müssen, sodass in echt schwierige Kompensationslücken rutsche.
Zweitens wurde mir ein Zahn gezogen und ein Implantat kostet mind. 2000 €. Ja, ich kann auch eine Brücke nehem, jedoch ist das bei meinem dezeitigen Zahnstatus langfristig ein riesen Problem und nachträglich später, wenn ich im Beruf bin erst das Implantat machen lassen geht leider auch nicht, weil sich bisdahin der Kieferknochen zu sehr degeneriert hat. In meiner jetzigen finanziellen Situation gehe ich neben dem Studium arbeiten, damit ich überhaupt mein Studium bezahlen kann und nächstes Jahr fällt das BAFÖG auch noch weg. Ich mache mir echt Sorgen, dass mich diese Probleme wieder in die Spielsucht treiben.
Mittwoch, 16.Okt 2013, 12:38

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
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Peanuts sind nichts für vash
Hallo vash,
sieh es doch mal anders: dein Leben sieht, was du zu leisten in der Lage warst in den letzten Wochen, und so denkt es sich: "Packen wir doch gleich noch eins drauf, damit vash vollends zeigen kann, was in ihm steckt". Ich denke, dass es nicht umsonst gerade jetzt wieder so knüppeldick kommt. Du bist keiner, der sich mit Peanuts abgibt, und deshalb brauchst du die ultimative Herausforderung. Du wirst uns ca. in einem Monat schreiben, dass du jetzt seit 60 Tagen clean bist, davon bin ich fest überzeugt!!
Da du bereits im Vorfeld weißt, was die neuen Hürden mit dir machen könnten - sinkende Stressresistenz, schwierige Kompensationslücken etc. - wirst du die entsprechenden Vorkehrungen treffen, um dich vor Rückfällen zu schützen. Dir ist mittlerweile so bewusst, dass du niemals mehr in die alten Verhaltensmuster zurück fallen willst, dass du alles nur Erdenkliche dagegen tun wirst.
Ich drücke dir die Daumen, dass du all dies gut meisterst und aus dieser schwierigen Zeit höchst zufrieden und glücklich wieder auftauchst. Berichte uns bitte. Ich bin gespannt.
Merle
Dienstag, 29.Okt 2013, 17:25

doub Benutzer ist offline

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Respekt !
Hallo vash,

ich bin vor kurzem auf diese Seite gestoßen und habe mit Bewunderung Deinen Beitrag gelesen.Bei all dem was Du schon auf die Reihe bekommen hast, auch früher schon, trotz der Zockerei, bin ich sicher, dass Du es schaffen kannst. Ich würde mich sehr über weitere positive Nachrichten freuen!

Zitat von vash: "Aber ich glaube, dass ich mich in der Vergangenheit zu intensiv mit meiner Sucht auseinandergesetzt habe und damit das Thema Sucht viel zu viel Platz in meinem Leben eingenommen hat und dadurch auch Rückfälle viel mehr Gewicht bekommen haben."

Ich habe auch schon ähnliche Gedanken gehabt, bereue aber die viele Zeit nicht. Es hat mich eben an einen Punkt gebracht, an dem ich auch nach vorn schaue und die Dinge in die Hand nehme.Ansonsten muss jeder für sich selbst entscheiden, wann er wie viel Zeit und Energie in die Auseinandersetzung mit seiner Sucht steckt oder noch stecken muss.

Man darf nur nicht zu sorglos sein, ich als Spiele- und Alkoholsüchtiger schon mal gar nicht. Ein kleines tägliches Ritual mit stolzem Blick auf Geleistetes und die positiven Auswirkungen des Verzichts kann schon viel helfen.

"Einsamkeit und Selbstakzeptanz bzw. Selbstliebe ist der Schlimmste Kampf von allen.": Durch Spielen kannst Du da jedenfalls nichts (nicht mehr) erreichen, das geht nur im wahren Leben und ich glaube, da bist Du auf dem bestem Wege.

Alles Gute und bis hoffentlich bald,

doub.

P.S. ich war eigentlich auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe für Computerspieler, aber deine Worte haben mich noch skeptischer gemacht als ich ohnehin schon war. Hat hier irgendjemand da schon mal positive Erfahrungen gemacht ?
Dienstag, 29.Okt 2013, 23:06

vash Benutzer ist offline

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Neuer Zwischenstand
Also seit 41 Tagen bin ich jetzt zockfrei. (Ja, ich weiss. Rechnerisch habe ich bei vergangenen Post's fehler gemacht.)

Vielen Dank für euer Feedback. Das tut sehr gut und gibt mir zusätzlich Kraft auf meinen Weg mit meiner Sucht ein lebenswertes Leben führen zu können.

Auch habe ich schon in meiner Umwelt Feedback bekommen. ich durfte mir anhören, dass ich seit dem ich Clean bin wesentlich entspannter und ausgeglichener Wirke. (Die Personen wissen nichts über meine Sucht)

Außerdem merke ich auch, dass ich mein Umwelt entspannter wahrnehme und mich nicht so schnell angegriffen oder verletzlich fühle.

In großem und ganzen geht es mir mit einer Computerspielfreien Zeit wesentlich besser als vorher.

Trotzdem muss ich ständig auf der Hut sein. Denn wir Suchtgefährdeten sind wesentlich empfänglicher für jede Art von Ablenkung von Problemen und so kann schnell eine Suchtverlagerung stattfinden. Dabei spielt es eigentlich kaum eine Rolle, welches Hobby Ich gerade ausführe. Ich kann mich in einer Sportart genauso verlieren wie im Klavier/Keyboard spielen oder Serien gucken.

@ Doub: Freut mich, dass ich deine Aufmerksamkeit gewinnen konnte. Vielleicht kann ich dich dadurch ja auch mehr motivieren am Ball zu bleiben.
Ich bereue genauso wenig, dass ich mich mit meiner Sucht intensiv Auseinandergesetzt habe. Ich habe eigentlich auch was Anderes damit gemeint.
Ich habe es eher so gemeint, dass ich mich zu intensiv mit der Sucht auseinandergesetzt habe und dabei ein wenig außer Acht gelassen habe, was sonst noch so zu einem lohnenswerten Leben dazu gehört. Natürlich gehört die ständige Aufmerksamkeit über das Suchtverhalten zum täglichen Umgang mit der Sucht dazu und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden. Nur leider fällt es mir nicht so leicht meine Perfektionismus etwas abzulegen und daher habe ich mich zu sehr darin verbissen und auch das kann einen zu Fall bringen. Aber das ist typisch für mich, denn wenn ich zu verbissen an eine Sache herangehe, bremse ich mich meistens aus. Leider ist die Crux der Sache, dass mein Perfektionismus mein größeter Antrieb ist, mit dem ich schon so viel erreicht habe. Ich denke mal ein gesundes Mittelmaß finden wäre optimal, aber da hinkommen ist gar nicht so leicht, vielleicht sogar eine das ganze Leben füllende Aufgabe ^^.

Ein weiterer wichtiger Punkt. Ich bin mit meiner Selbshilfegruppe doch etwas zu hart ins Gericht gegangen. Klar, habe ich ein wenig überhöhte Erwartungen, aber trotzdem bringt die Gruppe ungemein viel.
Natürlich haben auch alle anderen ein großes Interesse daran etwas an ihrem bisherigen Leben zu „ndern. Nicht für jeden bedeutet das die komplette Abstinenz, aber vielleicht ist das für Manche gar nicht notwendig, weil Sie noch nicht zu sehr von der Sucht geprägt wurden oder aber eine weitere Möglichkeit wäre auch, dass Manche noch nicht bereit genug sind und noch mehr Zeit brauchen um eine komplette Abstinenz zu erreichen.
Aber auf jeden Fall hilft die Selbsthilfegruppe. Sie ist erstens ein sicherer Raum, indem man alles ohne Angst loswerden kann. Ich befinde mich unter gleichgesinnten ist und alleine der wöchentliche Austausch gibt ungemein viel Kraft an einem lebenswerten Umgang mit der Sucht zu arbeiten.
Außerdem werde ich so auch immer wieder an Themen bzw. Punkte erinnert, die mir selbst wichtig sind und ich evtl.vergessen habe oder nicht mehr so stark präsent waren. Auch praktische Tätigkeiten die ich zur Suchtprävention machen will, werden wieder stärker ins Gedächtnis gerufen.
ich hoffe ich konnte dir ein bischen besseres Bild zur Selbsthilfegruppe geben und auch etwas von deiner Skepsis nehmen.
Mittwoch, 30.Okt 2013, 20:09

merle Benutzer ist offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
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Mitglied seit: 12.06.2009
@ vash
Wie schön, dass du so positive Rückmeldungen bekommst, auch wenn die anderen gar nicht wissen, warum du dich so verändert hast. Ich bin sicher, dass diese Resonanz dazu beitragen wird, deine PC-Abstinenz zu festigen.
Mit deinem Perfektionismus wirst du im Laufe der Jahre umgehen lernen, da bin ich mir ganz sicher. Letztendlich ist diese Eigenschaft ja nichts Schlechtes - im Gegenteil. Sie muss nur kanalisiert und im Zaum gehalten werden. Versuche vielleicht mal, deinem Perfektionismus ganz viel Positives abzugewinnen. So "adelst" du ihn, statt ihn zu verfluchen. Wichtig ist, dass er dir dazu verhilft, das, was du anpackst, gut zu machen. Sobald er verursacht, dass du aus dir selbst heraus unter Druck gerätst, solltest du wachsam sein und die Zügel lockern. Du schaffst das!!

@ doub
Ich kann ebenfalls nur ganz ganz fest dazu raten, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Hier in München hat sich die Gruppe für Betroffene mehr und mehr etabliert und wir haben den Eindruck, dass der Austausch den Teilnehmern sehr gut tut. Selbst diejenigen, die längst bereits über ein oder zwei Jahre gefestigt im Leben stehen, kommen ab und zu noch vorbei, um sich einen "Schluck Auffrischung" zu holen. Ich würde an deiner Stelle in jedem Fall nach einer Gruppe Ausschau halten oder sogar eine eigene gründen, falls es in der näheren Umgebung keine gibt. (Bitte dann unbedingt in unser Netzwerk für Ratsuchende eintragen).

LG Merle



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