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 Fragen im Zusammenhang mit Mediensucht / Fragen aller Art
        Mediensucht oder Desinteresse?

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Montag, 12.Sep 2011, 13:28

afriend User is offline

Benutzer
Number of postings: 1
Member since: 2011.09.12
Hilfe für meine Freundin und ihren Freund
Hallo allerseits,
sorry wegen dem langen Text, aber das Problem ist irgendwie ziemlich umfangreich (zumindest in meinem Kopf...)

Hoffe ihr könnt mir und meiner besten Freundin helfen.

Das Problem: Sie (21) ist vor einigen Monaten mit ihrem Freund(24) zusammen gezogen. Seit dem steht sein Computer auf dem
Esstisch im Wohnzimmer und er sitzt davor, mittags, abends und nachts bis ca 6 Uhr morgens.
Sie hat einen relativ normalen Tagesablauf, steht auf, während er noch schläft isst mittag, wenn er frühstückt und geht ins bett
während er noch arbeitet. Sie räumt auf, er hat keine lust, sie kocht, er isst...etc.
Regt mich ziemlich auf, dass er sie so behandelt.

Eigentlich hat er nämlich einen sehr angenehmen Charakter. Er ist verständnisvoll, sensibel, zärtlich und ein guter Gesprächspartner.
Inzwischen steckt er seine ganze Energie aber in seine Projekte am Computer.

Das Blöde: Man kann ihm auch nicht vorwerfen, dass er nichts macht, weil er spielt nicht, er bastelt und werkelt an Quadrokoptern
und andern technischen Sachen.
Ist ja an sich nicht uninteressant, aber er kennt kein anderes Thema mehr. Früher hat er sich sogar mit mir ausgiebig
über Politik unterhalten und jetzt kann er sich nicht mal mehr mit ihr über irgendwas unterhalten was nichts mit dem Zeug zu tun hat
was er den ganzen Tag macht.
Ist ja auch klar, aber gut ist das nicht. Vor allem nicht für die Beziehung. Als sie ihn darauf angesprochen hat, dass er so viel vor
der Kiste sitzt, hat er gesagt, er brauche das.

Ist das normal, dass man das BRAUCHT?

Sie ist auf jeden Fall ziemlich fertig und weint sich nachts aus Einsamkeit in den Schlaf.
Ich denke er kriegt das auch mit. Hab mir schon überlegt, ob er einfach keinen Bock mehr hat und sich deswegen zurückzieht.
Aber als sie mit ihm über Trennung gesprochen hat, hat er geheult und gesagt, dass er das nicht will...

Die Gespräche über die Beziehung laufen ähnlich ab: Sie sagt, "ich komm damit nicht klar, dass du keine Zeit für mich hast.",
er sagt: "Ich bin doch da.", Sie, "Du sitzt aber vor dem Computer.", Er, "Dann sag mir was genau ich denn machen soll."

Aber so kann das ja nicht laufen, oder? Sie ist doch nicht irgendwie dazu da, ihn dazu zu zwingen, Zeit mit ihr zu verbringen.
Und nach nem Streit sitzt er dann nicht mehr nur vor der Kiste, sondern er sitzt traurig davor... Sie will ja auch nicht, dass er traurig
ist. Im Moment reißt sie sich jedenfalls den Arsch auf um was an der Situation zu ändern und es klappt einfach nichts.

Da er ihr jedenfalls immer sagt, dass er sie liebt und sie nicht verlieren will und das auch stimmt denke ich, vermute ich mal, dass
er ein anderes Problem hat, oder?

Anscheinend ist ihm die Frau, die er liebt nicht mehr so wichtig wie seine Projekte. Oder es ist ihm nichts wichtiger als seine Projekte.
Er geht nämlich weder regelmäßig zur Uni (er sagt, dass er das nicht braucht), noch haben die beiden öfter als sporadisch Sex.

Das ist in den Zwanzigern doch total ungewöhnlich.

Hab ihr schon den ein oder anderen Rat gegeben, der sich auf Gespräche bezieht und wollte jetzt mal abklären, obs auch was mit
ner Suchtkrankheit zu tun haben könnte.

Wär mir echt extrem wichtig und ich wäre sehr dankbar, wenn ihr euch die Situation mal anschaut und mir was dazu sagen könntet.

Danke im Vorraus,

afriend
Freitag, 23.Sep 2011, 12:40

merle User is offline

Aktiv-Gegen-Mediensucht Team
Number of postings: 811
Member since: 2009.06.12
nicht länger hinnehmen
Hallo,

wie schade, dass Dir bis jetzt noch niemand geantwortet hat, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass es so um die Urlaubszeit herum meistens recht ruhig im Forum ist. Erst wenn die Tage wieder länger und ungemütlicher werden, geht es hier meist wieder richtig los.

Tja, das was Du über Deine Freundin und deren Freund berichtest, gehört eigentlich auch ins Partnerforum: (http://www.aktiv-gegen-mediensucht.de/forum/5/partner-forum/) Hier kann sie auch nachlesen, was andere Frauen oder auch Männer bezüglich der Mediensucht mit ihren Partnern erleben.
Ich denke, dass beim Freund Deiner Freundin in jedem Fall von einer Abhängigkeit gesprochen werden kann. Es muss nicht immer uns Spielen gehen. Wir erleben die vielfältigsten Formen der Mediensucht, sei es die Onlinerollenspielsucht / Chatsucht / Facebooksucht/ Handysucht, TV-Sucht etc. Nach wie vor wird völlig unterschätzt, wie sehr sich diejenigen verändern, die sich in den Weiten des world wide web verlieren, ihren PC-Konsum nicht mehr kontrollieren können und von der Sucht, immer mehr spielen, chatten, googeln, recherchieren oder eben mit Hilfe des Internets basteln zu müssen, gänzlich beherrscht werden.

Deine Freundin sollte in jedem Fall die Situation so wie sie ist, nicht länger hinnehmen. Dies alles hat nichts mit einer lebendigen Partnerschaft zu tun, aus der jeder Kaft schöpft und deren Erhaltung an erster Stelle stehen sollte. Wichtig ist, dass sie sich zuerst einmal wirklich umfassend informiert auf unseren beiden Internetseiten, damit sie verstehen lernt, mit was sie es zu tun hat und wie komplex diese ganze Problematik ist. Ihr Freund braucht fachliche Hilfe, damit er da heraus findet, wird unter Umständen jedoch erst dazu bereit sind, sich diese zu holen, wenn er befürchten muss, verlassen zu werden. Sie sollte ihm klar zum Ausdruck bringen, dass das auf dem Spiel steht, denn es ist ihr ja wahrlich nicht zuzumuten, weiterhin so wenig bis gar nicht wahrgenommen zu werden. "Sag, was ich tun soll," kann nicht die Lösung sein. Dies zeugt von äußerster Passivität und zeigt deutlich, dass ihr Freund sich um eine lebendige Beziehung gar keine Gedanken machen kann, weil etwas ganz anderes sein gesamtes Interesse beschlagnahmt hat.

Erst wenn Deine Freundin innerlich wirklich und aufrichtig beschlossen hat, ihren Freund zu verlassen, wenn er nicht wirklich und mit Taten (!) an einer Veränderung arbeitet, wird sie ihm gegenüber auch den klaren Ton haben, den sie braucht. Er hat die Wahl: entweder es liegt ihm etwas an einer lebendigen und gleichberechtigten Beziehung, in die er genau so viel einbringen sollte wie sie, oder er muss sein Leben allein verbringen und kann im Gegenzug ungehemmt und ohne Limit seiner Bastelleidenschaft nachgehen. Dies gilt es für ihn zu entscheiden.

LG Merle





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