Bayerische Fachabende 2026

zu problematischer Internetnutzung

Praxisnahe Fachvorträge, aktuelles Expert:innenwissen und persönlicher Austausch für Fachkräfte, Betroffene und Familien, kostenlos und online.

Die Veranstaltungsreihe

Die Bayerischen Fachabende bringen Expertinnen und Experten, Fachpublikum sowie Betroffene und deren Familien zusammen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen, praxisnahe Lösungen und der persönliche Austausch.

 

Praxisorientiert

Konkrete Lösungen und Erfahrungsberichte aus der täglichen Praxis.

Aktuelle Themen

Neue gesetzliche Entwicklungen, technische Innovationen und Best Practices.

Netzwerk

Treffen Sie Kolleg:innen und Branchenpartner aus ganz Deutschland.

Veranstaltungsinfos

Wann?

10. & 11. November 2026,
von 17:15 bis 21:00 Uhr

Wo?

Online über Webex

Anmeldeschluss

07. November

Hinweis: Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie am Tag vor Beginn der Bayerischen Fachabende, am 9. November 2026, eine E-Mail mit Ihrem persönlichen Webex-Link zur Teilnahme.

Quelle: Foto StMGP

Eine Nachricht unserer Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention

Wir wollen junge Menschen in die Lage versetzen, verantwortungsvoll und gesund mit digitalen Medien umzugehen. Gleichzeitig wollen wir Eltern und Schulen bei der Medienerziehung unterstützen. Veranstaltungen wie die Fachabende 2026 bieten Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften eine wichtige Plattform, um sich zu informieren und sich auszutauschen.

Deshalb habe ich sehr gerne die Schirmherrschaft dafür übernommen und freue mich, dass wir mit dem Verein Aktiv gegen Mediensucht einen starken Partner haben – zum Wohl unserer Kinder und Jugendlichen!

Ihre Judith Gerlach, MdL
Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention

Häufige Fragen

Ja. Wie in den Vorjahren wird auch für die Bayerischen Fachabende 2026 eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Sie wird einige Tage nach der Veranstaltung an die bei der Anmeldung angegebene E-Mail-Adresse verschickt.

Referentinnen und Referenten können freiwillig Handouts zu ihren Vorträgen bereitstellen. Die verfügbaren Unterlagen werden einige Tage nach den Bayerischen Fachabenden 2026 in einem eigenen Downloadbereich auf unserer Website veröffentlicht. Sobald die Handouts verfügbar sind, informieren wir alle angemeldeten Personen zusätzlich per E-Mail.

Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie zunächst eine Anmeldebestätigung. Am 9. November 2026 schicken wir Ihnen per E-Mail Ihren persönlichen Webex-Link. Mit diesem Link können Sie an beiden Veranstaltungsabenden teilnehmen.

Die Fachabende richten sich an Fachkräfte aus Beratung, Therapie, Pädagogik, Jugendhilfe und Prävention sowie an Betroffene, Angehörige und alle Interessierten, die sich fundiert mit problematischer Internetnutzung und Mediensucht auseinandersetzen möchten.

Die Bayerischen Fachabende 2026 werden von Aktiv gegen Mediensucht e.V. gemeinsam mit unserem langjährigen Kooperationspartner, dem Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V., durchgeführt. Die Website, technische Umsetzung des Anmeldeprozesses sowie Organisation und Koordination der Bayerischen Fachabende 2026 übernimmt unser bewährter Partner Shibui.

BFA26 Logo

Das volle Programm

Dienstag, 10. November 2026

17:15 – 17:30 Uhr

Vorwort: Gemeinsam stark gegen digitale Abhängigkeit

Ronald Stolz eröffnet die Bayerischen Fachabende 2026 und blickt dabei auf seinen eigenen, zehnjährigen Weg aus der Onlinesucht zurück, der ihn zum Engagement für Betroffene und Angehörige geführt hat. Als Vorstandsvorsitzender des Aktiv gegen Mediensucht e.V. gibt er einen Überblick über die Themen des ersten Abends und erläutert, wie Wissenschaft, Praxiserfahrung und aktuelle Bedrohungslagen im digitalen Raum an diesem Abend zusammengeführt werden. Sein Vorwort bereitet die Teilnehmenden auf einen Abend vor, der von der Darstellung psychischer Erkrankungen in sozialen Medien über die therapeutische Praxis bis hin zu neuen Formen der Cyberkriminalität reicht.

Ronald Stolz
Vorstandsvorsitzender
Aktiv gegen Mediensucht

Ronald Stolz hat selbst einen zehnjährigen Kampf mit Onlinesucht durchlebt. Nach seinem „Lebens-Reset” mit Anfang 30 machte er es sich zur Herzensangelegenheit, anderen Betroffenen und Angehörigen bei digitalen Problematiken wie Mediensucht zu helfen. Seit 2019 engagiert er sich ehrenamtlich in diesem Bereich, gründet Selbsthilfegruppen und erweitert sein Engagement durch Vorträge, Präventionsarbeit, Medienbeiträge und Messeteilnahmen. Heute ist er Vorstandsvorsitzender des Aktiv gegen Mediensucht e.V. und teilt seine persönlichen Erfahrungen, um anderen den Weg aus der Abhängigkeit zu erleichtern.

17:30 – 18:30 Uhr

Darstellung psychischer Erkrankungen in sozialen Medien

Prof. Dr. Ruth Wendt stellt Ergebnisse aus ihrem aktuellen Forschungsprojekt AWARE vor, das die Darstellung psychischer Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen in sozialen Medien untersucht und deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Jugendlichen beleuchtet. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte, internationale Projekt zeigt, dass die intensive Thematisierung psychischer Gesundheit auf Social Media zwar das Bewusstsein schärfen und die Bereitschaft fördern kann, sich Hilfe zu suchen, gleichzeitig aber auch zu Überinterpretationen und Selbstdiagnosen bei Jugendlichen führen kann. Wendt erläutert, wie diese Inhalte die Überzeugungen, Meinungen und Werte von 12- bis 19-Jährigen prägen und welche Rolle dabei Algorithmus-Kompetenz sowie elterliche Medienerziehung spielen. Aus den bisherigen Erkenntnissen der noch bis 2027 laufenden Studie leitet sie konkrete Empfehlungen für zielgerichtete Präventionsstrategien ab.

Prof. Dr. Ruth Wendt
Professorin, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung,
Ludwig-Maximilians-Universität München

Profil

Ruth Wendt ist Professorin an der LMU München und forscht zu digitalen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, insbesondere zu sozialen Interaktionen online, Chancen und Risiken der Mediennutzung sowie psychischer Gesundheit im Kontext sozialer Medien. Sie untersucht unter anderem, wie Algorithmen, Gaming und soziale Vergleichsprozesse das Wohlbefinden junger Menschen beeinflussen. Mit ihrer Forschung liefert sie wichtige Grundlagen für zielgerichtete Präventionsstrategien im Bereich der Medienbildung.

Prof. Dr. Ruth Wendt

18:45 – 19:45 Uhr

Mediensucht verstehen, Entwicklungsprozesse begleiten

Jürgen Eberle nimmt die Zuhörer:innen mit in seine langjährige Praxiserfahrung mit von Mediensucht betroffenen Kindern, Jugendlichen und Familien. Aus der Perspektive von Erziehungswissenschaft, Soziologie und Familientherapie erläutert er, wie problematische Mediennutzung entsteht und welche familiären und individuellen Entwicklungsprozesse dabei eine Rolle spielen. Sein Vortrag zeigt praxisnah auf, wie Fachkräfte und Angehörige Betroffene wirksam auf ihrem Weg begleiten können, ohne die Beziehungsebene zu gefährden.

Jürgen Eberle
Erziehungswissenschaftler, Soziologe und Familientherapeut,
Praxis Mediensucht
Website

Jürgen Eberle setzt sich seit Jahren intensiv mit der Nutzung und Wirkungsweise digitaler Medien auseinander. In seiner eigenen Praxis „Praxis Mediensucht” berät und begleitet er Betroffene und Familien und verbindet dabei wissenschaftliche Perspektiven aus Erziehungswissenschaft und Soziologie mit familientherapeutischer Praxis.

image_eberle

20:00 – 21:00 Uhr

KI-Chatbots im Jugendalter: Zwischen digitalem Freund und psychischer Gesundheit

Die Nutzung von KI-Chatbots ist für viele Jugendliche bereits selbstverständlich. Doch was passiert, wenn sie nicht nur als funktionale Werkzeuge, sondern auch als Gesprächspartner, Ratgeber oder scheinbar verständnisvolle Begleiter genutzt werden? Dr. Christine Lämmle gibt einen Einblick in die Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz für die psychische Gesundheit von Jugendlichen. Aus ihrer wissenschaftlichen Perspektive ordnet sie ein, wie sich der zunehmende Einsatz von KI-Anwendungen auf das Wohlbefinden junger Menschen auswirken kann und welche Erkenntnisse die aktuelle Forschung dazu liefert.

Dr. Christine Lämmle
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Forschungsgruppe Internetbezogene Störungen und Computerspielsucht
Universitätsklinikum Tübingen

Dr. Christine Lämmle ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Internetbezogene Störungen und Computerspielsucht am Universitätsklinikum Tübingen und promovierte an der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm. Nach ihrem Studium der Gesundheitspädagogik und Gesundheitsförderung war sie zunächst in der kommunalen Gesundheitsförderung sowie in der Sport- und Rehabilitationsmedizin tätig, bevor sie sich seit 2022 der digitalen Eltern- und Jugendberatung im Bereich Internet- und Computerspielsucht widmete. Sie ist zudem Mitglied des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit.

Mittwoch, 11. November 2026

17:15 – 17:30 Uhr

Vorwort: Expertise und Innovation in der Mediensuchtarbeit

Niels Pruin leitet den zweiten Abend der Bayerischen Fachabende 2026 ein und hebt dabei die Bedeutung wissenschaftlicher Forschung und praxisnaher Ansätze in der Mediensuchtarbeit hervor. Als erfahrener Suchttherapeut, Leiter des Fachgebiets Medien- und Internetsucht des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg e.V. und Vorstandsmitglied des Aktiv gegen Mediensucht e.V. würdigt er die kontinuierliche Weiterentwicklung innovativer Behandlungskonzepte. Pruin stellt die Referent:innen des Abends vor und erläutert, wie deren unterschiedliche fachliche Perspektiven – von der klinischen Forschung bis zur Medienbildung – ein umfassendes Bild moderner Herausforderungen zeichnen.

Niels Pruin
Leiter des Fachgebiets Medien- und Internetsucht des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg und Vorstandsmitglied des Aktiv gegen Mediensucht e.V.
Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V.
Suchtprävention und Hilfe bei Mediensucht

Niels Pruin ist Suchttherapeut (DRV), Diplom-Sozialpädagoge (FH) und Psychotherapeut (HPG). Seit 30 Jahren arbeitet er in der Suchthilfe mit jungen Menschen und deren Umfeld. Als Leiter des Fachgebiets Medien- und Internetsucht des Caritasverbandes der Diözese Augsburg e.V. und Therapeut in der Suchtfachambulanz Donauwörth beschäftigt er sich intensiv mit Medien- und Internetsucht. Er ist Autor des Therapiekonzepts Spaßfaktor Realität – zurück aus der virtuellen Welt, das einen innovativen Ansatz zur Behandlung von internetbezogenen Störungen bietet. Mit seinem breiten Erfahrungsschatz und seinem Engagement setzt er sich dafür ein, Betroffenen und Angehörigen wirksame Hilfe und Unterstützung zu bieten und das Bewusstsein für die Herausforderungen der digitalen Welt zu schärfen.

image_pruin

17:30 – 18:30 Uhr

Problematische Mediennutzung im Kindes- und Jugendalter: Von der Entstehung zur Behandlung

Priv.-Doz. Dr. Kerstin Paschke gibt Einblicke in die Entwicklung problematischer Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen – von ersten Warnsignalen bis zu manifesten Störungsbildern. Als ärztliche Leiterin des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am UKE bringt sie aktuelle Forschungsergebnisse ein, unter anderem aus der bekannten DAK-UKE-Mediensuchtstudie zu Fortnite, TikTok und ChatGPT. Ihr Vortrag zeigt auf, welche Behandlungsansätze sich in der klinischen Praxis bewährt haben und wie Fachkräfte und Familien frühzeitig gegensteuern können.

Priv.-Doz. Dr. Kerstin Paschke
Ärztliche Leiterin, Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ),
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Profil

Kerstin Paschke ist Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und leitet als PD Dr. med. Dipl.-Psych. das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am UKE. Sie ist an der bundesweit vielbeachteten DAK-UKE-Mediensuchtstudie beteiligt, die problematische Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland untersucht. Mit ihrer Ambulanz bietet sie zudem konkrete Anlaufstellen für betroffene Familien.

image_paschke

18:45 – 19:45 Uhr

Gefangen in der Pornofalle: PornLoS - ein Therapieansatz zur Behandlung der Pornografie-Nutzungsstörung

Prof. Dr. Rudolf Stark widmet sich einem bislang wenig öffentlich diskutierten, aber zunehmend relevanten Thema: der Pornografie-Nutzungsstörung (PNS). Er stellt sein Forschungsprojekt PornLoS vor, in dem die Wirksamkeit eines neuen Behandlungsansatzes für Betroffene wissenschaftlich untersucht wird. Dabei ordnet er die PNS in den größeren Kontext des emotionalen Lernens ein, einem Prozess, der bei vielen psychischen Erkrankungen eine zentrale Rolle spielt. Sein Vortrag verbindet neurobiologische Forschungserkenntnisse mit einem konkreten, praxisnahen Therapieansatz.

Prof. Dr. Rudolf Stark
Professor für Psychotherapie und Systemneurowissenschaften,
Justus-Liebig-Universität Gießen
Profil

Rudolf Stark leitet an der Justus-Liebig-Universität Gießen eine große verhaltenstherapeutische Ambulanz sowie ein Zentrum, in dem mithilfe der funktionellen Kernspintomographie die neurobiologische Basis psychologischer Prozesse erforscht wird. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem emotionalen Lernen. In den letzten Jahren forscht er besonders zur Pornografie-Nutzungsstörung (PNS); in seinem Forschungsprojekt PornLoS wird die Effektivität eines neuen Behandlungsansatzes für die PNS untersucht.

image_stark

20:00 – 21:00 Uhr

Die Grenzen von Verboten

Kathrin Demmler geht der Frage nach, warum reine Verbote im Umgang mit digitalen Medien oft nicht die gewünschte Wirkung erzielen und welche Ansätze der Medienbildung stattdessen tragfähiger sind. Aus ihrer langjährigen Perspektive als Herausgeberin der Fachzeitschrift merz zeigt sie auf, wo die Grenzen restriktiver Erziehungsstrategien liegen und wie Kinder und Jugendliche stattdessen zu einem selbstbestimmten, reflektierten Medienumgang befähigt werden können. Ihr Vortrag liefert wertvolle Impulse für Eltern und Fachkräfte, die zwischen Schutz und Förderung von Medienkompetenz abwägen müssen.

Kathrin Demmler
Herausgeberin der Zeitschrift merz, ehemalige Direktorin des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis
Profil

Kathrin Demmler war von 2010 bis Ende 2025 Direktorin des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in München. Seit 1999 am JFF tätig, prägte sie die Institution über 15 Jahre lang mit innovativen medienpädagogischen Konzepten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Seit 2017 ist sie zudem Herausgeberin der Fachzeitschrift merz, ein zentrales Publikationsorgan der medienpädagogischen Fachdiskussion im deutschsprachigen Raum.

Ein gemeinsames Projekt von:

Unterstützend wirkt mit:

Organisiert und umgesetzt von:

Die Bayerischen Fachabende 2026 werden zusätzlich durch die gesetzlichen Krankenkassen und Verbände in Bayern gefördert.