Wir laden Sie online herzlich zu den 3. Bayerischen Fachabenden – Problematische Internetnutzung ein – die Fortsetzung unserer aufschlussreichen Veranstaltungsserie.

Diese Online-Konferenz bietet eine etablierte Plattform für Betroffene, Angehörige, Eltern und Fachpersonal, um sich mit den vielfältigen Aspekten der problematischen Internetnutzung auseinanderzusetzen. Unser Ziel ist es, durch einen konstruktiven Austausch und fundierte Fachvorträge praktische Lösungsansätze im Umgang mit den Herausforderungen der digitalen Welt zu finden und die Selbsthilfe sichtbar zu machen. In diesem Jahr freuen wir uns besonders, ausschließlich weibliche Referierende begrüßen zu dürfen, die wichtige und oft übersehene Perspektiven in die Diskussion einbringen.

An zwei Abenden erwarten Sie informative Vorträge und Diskussionsrunden, die ein breites Themenspektrum behandeln – von biografischen Hintergründen der Mediensucht über innovative Präventionsansätze bis hin zu den neuesten Cybercrime-Phänomenen. Mit Einblicken von Expertinnen und praxisnahen Tipps möchten wir Wege aufzeigen, wie Familien im digitalen Zeitalter gesund und informiert bleiben können.

Wann?

05. und 06. November 2025
jeweils von 16:30 Uhr – 21:00 Uhr

Wo?

Online über die Plattform webex des Caritasverbands für die Diözese Augsburg e.V.
(Link wird Ihnen rechtzeitig zugesendet)

Werden Sie Teil der 3. Bayerischen Fachabende!

Nach dem großen Erfolg der 2. Bayerischen Fachabende – Problematische Internetnutzung kehren wir 2025 mit frischen Perspektiven zurück! Die 3. Bayerischen Fachabende bauen auf den wertvollen Erkenntnissen der Vorjahre auf und erweitern das Themenspektrum um wichtige neue Aspekte. Dieses Jahr haben wir bewusst ausschließlich weibliche Expertinnen eingeladen, die mit ihren unterschiedlichen fachlichen Hintergründen innovative Ansätze und oft übersehene Perspektiven in die Diskussion einbringen. Das Programm bietet speziell zugeschnittenes Wissen und bewährte Werkzeuge für alle Beteiligten – von Beratungseinrichtungen über Bildungsinstitutionen bis hin zu betroffenen Familien.

Mittwoch, 05. November 2025

16:30 – 16:45 Uhr

Vorwort: Expertise und Innovation in der Mediensuchtarbeit

Niels Pruin eröffnet die 3. Bayerischen Fachabende und hebt dabei die Bedeutung wissenschaftlicher Forschung und praxisnaher Ansätze in der Mediensuchtarbeit hervor. Als erfahrener Suchttherapeut, Leiter des Fachgebiets Medien- und Internetsucht des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg e.V. und Vorstandsmitglied des Aktiv gegen Mediensucht e.V., würdigt er die kontinuierliche Weiterentwicklung innovativer Behandlungskonzepte und die Bedeutung evidenzbasierter Methoden. Pruin stellt die hochkarätigen Referentinnen des Abends vor und erläutert, wie deren unterschiedliche fachliche Perspektiven – von der biografischen Forschung bis zur systemischen Familientherapie – ein umfassendes Bild moderner Herausforderungen zeichnen. Sein Vorwort bereitet die Teilnehmenden auf einen Abend vor, der neueste Forschungsergebnisse und bewährte Praxisansätze zur problematischen Internetnutzung vereint.

Niels Pruin
Leiter des Fachgebiets Medien- und Internetsucht des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg und Vorstandsmitglied des Aktiv gegen Mediensucht e.V.
Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V.
Suchtprävention und Hilfe bei Mediensucht

Niels Pruin ist Suchttherapeut (DRV), Diplom-Sozialpädagoge (FH) und Psychotherapeut (HPG). Seit 30 Jahren arbeitet er in der Suchthilfe mit jungen Menschen und deren Umfeld. Als Leiter des Fachgebiets Medien- und Internetsucht des Caritasverbandes der Diözese Augsburg e.V. und Therapeut in der Suchtfachambulanz Donauwörth beschäftigt er sich intensiv mit Medien- und Internetsucht. Er ist Autor des Therapiekonzepts Spaßfaktor Realität – zurück aus der virtuellen Welt, das einen innovativen Ansatz zur Behandlung von internetbezogenen Störungen bietet. Mit seinem breiten Erfahrungsschatz und seinem Engagement setzt er sich dafür ein, Betroffenen und Angehörigen wirksame Hilfe und Unterstützung zu bieten und das Bewusstsein für die Herausforderungen der digitalen Welt zu schärfen.

16:45 – 18:00 Uhr

Wenn das Leben unerträglich wird: Mediensuchtbiografien von Frauen

In ihrem Vortrag nimmt Dr. Linny Geisler die Zuhörer mit auf eine tiefgreifende Analyse der biografischen Muster, die zur Entwicklung problematischer Mediennutzung bei Frauen führen. Basierend auf ihrer qualitativen Interviewstudie mit 24 betroffenen Frauen beleuchtet sie, wie Mediensucht im Kontext von Lebenskrisen einen vorläufig ’stabilisierenden‘ Zweck erfüllen kann. Sie erklärt, wie die interviewten Frauen ihre Medienproblematik erleben und erklären, welche Rolle gesellschaftliche Frauenrollen dabei spielen und welche Lösungsstrategien sie entwickelt haben, um ihre Mediensucht zu überwinden. Ihr Vortrag zeigt auf, dass es wichtig ist, den Sinn und die Funktion hinter der Symptomatik zu verstehen, um wirklich ganzheitliche und nachhaltige Hilfsangebote entwickeln zu können.

Dr. Linny Geisler
Systemische Therapeutin (SG), Forscherin im Bereich Mediensucht
Website

Linny Geisler ist systemische Therapeutin und Beraterin mit eigener Praxis in Bietigheim-Bissingen. Nach ihrer Promotion an der Universität Tübingen zum Thema Mediensuchtbiografien spezialisierte sie sich auf die Behandlung von Internetnutzungsstörungen. Mit ihrem biopsychosozialen Ansatz verbindet sie wissenschaftliche Forschung mit therapeutischer Praxis.

18:15 – 19:30 Uhr

Klicken Sie hier – neue Cybercrime-Phänomene und wie man sich davor schützen kann

Tina Groll führt die Zuhörer durch die sich ständig wandelnde Landschaft der Internetkriminalität. Mit ihrer einzigartigen Kombination aus journalistischer Expertise und persönlicher Betroffenheit als ehemalige Opfer von Identitätsmissbrauch beleuchtet sie die neuesten Entwicklungen im Bereich Cybercrime. Sie zeigt auf, wie sich Betrugsmaschen weiterentwickeln, welche neuen Gefahren im digitalen Raum lauern und wie Kriminelle zunehmend raffinierte Methoden einsetzen, um ihre Opfer zu täuschen. Dabei bleibt sie jedoch nicht bei der Problemdarstellung stehen, sondern vermittelt konkrete und praxisnahe Schutzstrategien. Ihre persönliche Erfahrung und ihr Engagement als Opferberaterin machen diesen Vortrag zu einem wertvollen Beitrag für alle, die sich effektiv vor den Gefahren der digitalen Welt schützen möchten.

Tina Groll
Diplom-Journalistin, Redakteurin DIE ZEIT, Autorin und Cybercrime-Expertin
Website

Tina Groll ist Redakteurin bei ZEIT ONLINE im Ressort Politik & Wirtschaft und Mitglied im Deutschen Presserat. Nach eigener Betroffenheit durch Identitätsmissbrauch wurde sie zur Cybercrime-Expertin und betreibt das Informationsportal identitaetsdiebstahl.info. Gemeinsam mit Cem Karakaya schreibt sie Sachbücher über Internetkriminalität und berät Betroffene digitaler Straftaten.

19:45 – 21:00 Uhr

Internetsucht: Eltern stärken! - Wie Eltern wirksam Einfluss nehmen können

Dr. Isabel Brandhorst zeigt auf, wie Eltern trotz der Herausforderungen einer jugendlichen Internetsucht positiv einwirken können. Sie beleuchtet die schwierige Situation vieler Familien, in denen Jugendliche eine suchtartige Nutzung digitaler Medien zeigen, während Eltern verzweifelt nach Lösungen suchen und die Beziehung zu ihren Kindern leidet. Ihr Vortrag stellt zwei innovative, kostenfreie Online-Programme vor, die am Universitätsklinikum Tübingen entwickelt und wissenschaftlich evaluiert wurden: das ISES! Onlinetraining für Eltern von bereits betroffenen Jugendlichen (12-21 Jahre) und das ISES! Kids Onlinetraining für Familien mit Kindern im Alter von 6-12 Jahren zur gemeinsamen Entwicklung gesunder Mediennutzungsregeln. Dabei diskutiert sie sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen dieser evidenzbasierten Ansätze und gibt Eltern konkrete Werkzeuge an die Hand, um durch Medienerziehung und Vorbildverhalten wirksam Einfluss zu nehmen.

Dr. Isabel Brandhorst
Leiterin der Forschungsgruppe Internetnutzungsstörungen
Universitätsklinikum Tübingen

Dr. Isabel Brandhorst leitet die Forschungsgruppe Internetnutzungsstörungen am Universitätsklinikum Tübingen und entwickelt evidenzbasierte Online-Interventionsprogramme für Familien. Ihre wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf die Stärkung von Eltern im Umgang mit problematischer Mediennutzung ihrer Kinder. Für ihre Forschung erhielt sie 2024 den Wolfram-Keup-Förderpreis.

Donnerstag, 06. November 2025

16:30 – 16:45 Uhr

Vorwort: Starke Stimmen für digitale Herausforderungen

Ronald Stolz leitet den zweiten Abend der 3. Bayerischen Fachabende ein und betont dabei die Bedeutung unterschiedlicher Expertisen in der Behandlung problematischer Internetnutzung und Selbsthilfe. Als Vorstandsvorsitzender des Aktiv gegen Mediensucht e.V. und selbst ehemals Betroffener gibt er einen Überblick über die Themen des bevorstehenden Abends. Stolz stellt die Referentinnen und ihre spezialisierten Fachgebiete vor und erläutert, wie die verschiedenen Vorträge – von der Elternstärkung über die Jugendhilfe bis hin zu Cybercrime-Prävention – ineinandergreifen und praktische Lösungsansätze aufzeigen. Sein Vorwort bereitet die Teilnehmenden auf einen Abend vor, der konkrete Hilfestellungen und innovative Konzepte für Familien und Fachkräfte verspricht und zum aktiven Austausch einlädt.

Ronald Stolz
Vorstandsvorsitzender
Aktiv gegen Mediensucht

Ronald Stolz hat selbst einen zehnjährigen Kampf mit Onlinesucht durchlebt. Nach seinem „Lebens-Reset“ mit Anfang 30 machte er es sich zur Herzensangelegenheit, anderen Betroffenen und Angehörigen bei digitalen Problematiken wie Mediensucht zu helfen. Seit 2019 engagiert er sich ehrenamtlich in diesem Bereich, gründet Selbsthilfegruppen und erweitert sein Engagement durch Vorträge, Präventionsarbeit, Medienbeiträge und Messeteilnahmen. Heute ist er Vorstandsvorsitzender des Aktiv gegen Mediensucht e.V. und teilt seine persönlichen Erfahrungen, um anderen den Weg aus der Abhängigkeit zu erleichtern und das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen.

16:45 – 18:00 Uhr

Digital Detox - Bewusst online gehen

Dr. phil. Daniela Holsboer deckt die Mechanismen unserer Vernetzungs(sehn)sucht auf. Scrollen, liken, googlen, swipen – sie zeigt, wie wir unbewusst unsere Lebenszeit an Bildschirme verschenken und welche fatalen Folgen dies für unsere körperliche und seelische Gesundheit haben kann. Doch ihr Vortrag bietet mehr als nur eine Problemanalyse: Er präsentiert konkrete und effektive Lösungen für ein gesundes Mediennutzungsverhalten. Mit wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen und praktischen Strategien gibt sie den Zuhörern Werkzeuge an die Hand, um bewusster online zu gehen und die Kontrolle über ihre digitale Nutzung zurückzugewinnen. Dieser Vortrag ist ein Muss für alle, die sich aus dem Hamsterrad der permanenten Vernetzung befreien und zu einem selbstbestimmten digitalen Leben finden möchten.

Dr. phil. Daniela Holsboer
Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Vorstand der Florian Holsboer Foundation
Website
Florian Holsboer Foundation

Dr. phil. Daniela Holsboer promovierte über das Thema Vernetzung und ist Autorin mehrerer Bücher zu Digital Detox. Als Vorstand der Florian Holsboer Foundation widmet sie sich der Erforschung digitaler Gesellschaftsphänomene. Mit ihrer literaturwissenschaftlichen Expertise entwickelt sie praktische Ansätze für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien.

18:15 – 19:30 Uhr

Wege durch die Jugendhilfe bei problematischer Internetnutzung

Julia Horn und Sarah Stadler zeigen konkrete Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Familien auf. Sie beleuchten die vielfältigen niederschwelligen Angebote, die grundsätzlich und spezifisch zu dieser Thematik für Kinder, Jugendliche und Eltern zur Verfügung stehen. Dabei stellen sie präventive Angebote vor, die der Sozialraum bereithält, und erläutern die unterstützenden Strukturen, die das Jugendamt zur Verfügung stellt. Mit ihrem Fokus auf den Landkreis München geben sie praktische Orientierung für Fachkräfte, Eltern und Betroffene und zeigen auf, wie die bestehende Hilfelandschaft optimal genutzt werden kann. Ihr Vortrag bietet wertvolle Einblicke in die systematische Herangehensweise der öffentlichen Jugendhilfe und macht Mut, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Julia Horn & Sarah Stadler
Sachgebietsleitung Jugend- und Familienförderung /
Referatsleitung Kinder, Jugend und Familie, Landratsamt München
Landratsamt München

Julia Horn leitet das Sachgebiet Jugend- und Familienförderung im Landratsamt München und ist zusätzlich als systemische Therapeutin in eigener Praxis tätig. Sarah Stadler ist Fachbereichsleiterin für Prävention, Beratung und Koordination im Landratsamt München. Beide verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung und Koordination von Unterstützungsangeboten für Familien.

19:45 – 21:00 Uhr

Medienerziehung: Stark machen, schützen, begleiten

Barbara Unterholzner stellt die zentrale Frage: Wie gelingt Medienerziehung, die Kinder stärkt, Orientierung gibt und das Familienleben entlastet? Sie bietet fundierte Impulse für Eltern und Fachkräfte, um eine entwicklungsorientierte Begleitung von Kindern in der digitalen Welt zu ermöglichen. Ihr Vortrag zeigt praktische Wege auf, wie Medienerziehung gelingen kann, ohne die Familie zu belasten oder Ängste zu schüren. Dabei steht im Mittelpunkt, wie Kinder gestärkt werden können, um selbstbestimmt und sicher mit digitalen Medien umzugehen. Mit ihrem systemischen Blick auf Familiendynamiken gibt sie wertvolle Orientierung für alle, die Kinder verantwortungsvoll in das digitale Zeitalter begleiten möchten.

Barbara Unterholzner
Medienexpertin, systemische Familientherapeutin (DGSF)
Echt-Mensch

Barbara Unterholzner hat Medienkommunikation M.A. mit den Schwerpunkten Medienpsychologie und Medienpädagogik studiert und ist DGSF-zertifizierte systemische Familientherapeutin. In ihrer Praxis „Echt-Mensch“ verbindet sie medienpädagogische Expertise mit therapeutischer Kompetenz. Sie unterstützt u.a. Jugendliche, Erwachsene und Familien dabei, einen gesunden Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln und begleitet sie durch die Herausforderungen der Medienerziehung.

Teilnahmegebühr:
Für den Besuch beider Online-Fachabende beträgt die Gebühr nur 35€.
(Mitglieder des Aktiv gegen Mediensucht e.V., Teilnehmende der Selbsthilfegruppen und des Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V. erhalten einen exklusiven Vorzugspreis von nur 10€)

Verpassen Sie nicht diese einmalige Gelegenheit, um tiefere Einblicke und praktische Werkzeuge für ein besseres Verständnis der digitalen Welt zu gewinnen!

Ein gemeinsames Projekt von:

Unterstützend wirkt mit:

Dieses Projekt wird zusätzlich durch die gesetzlichen Krankenkassen und Verbände in Bayern gefördert.